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Diese Internetseite bündelt meine aktuellen und früheren Gartenaktivitäten. Von 2010 bis 2019 stand hier im Blog der Garten rund ums Haus meiner Eltern im Fokus - zahlreiche Beiträge behandelt vor allem die dortigen Schattenbeete und die die Anlage eines Kiesbeets. Dieser Garten existiert nach wie vor - ich wohne aber nun seit sieben Jahren ein Stück weit entfernt auf einer kleinen Landwirtschaft, wo langsam aber sicher ein neuer Garten entsteht. Diesen zeige ich ausführlich auf meiner Instagram-Seite. Daneben gibts es hier Infos über meine Bücher, Vorträge und Infomaterial verschiedenster Art. Stöbern Sie gern auch im Blogarchiv!

28. September 2013

Frühherbst ohne Sonne...

... ist nicht gerade das beste Licht und daher auch nicht wirklich geeignet, einen Garten in solchem erstrahlen zu lassen. Aber es ist ehrliches Licht, denn wenn es keine leuchtenden Gräser und taufunkelnde Blüten gibt, sondern durchschnittliches, septemberliches Welken, fällt der Blick auf andere Dinge als sonst und es fällt einiges auf, worüber man sonst hinwegblickt.


Die Silberkerzen haben die sommerliche Trockenheit völlig ungerührt weggesteckt. Sie haben weder sich weder in Größe noch Blütenmenge beeinflussen lassen und bilden einen Lichtblick im schon im Welken begriffenen Umfeld.


In diesem Beet hat es einige Astern böse erwischt. Eigentlich sollte es nun bunter sein, aber die Trockenheit hat meinem Herbstkonzept einen Strich durch die Rechnung gemacht und Aster lateriflorus 'Lady in Black' vollständig vertrocknen lassen.


Unermüdlich blüht dagegen Kalimeris incisa 'Madiva' - diese zur manchmal "Sommerastern" genannten Gattung Kalimeris gehörende Art ist robust, trockenheitsverträglich und zeigt seit nun vollen drei Monaten ihre beinahe weißen  Asternblüten. Daneben ist ein heuer etwas niedrig geratenes Pennisetum var. alopecuroides zu sehen. Rechts um das Eck des Beets herum schließt eine Irispflanzung an, die ich im Moment neu pflanze, da zwischen den Iris viel zu viele andere Stauden aufgetaucht sind (naja... da gehören zwei dazu. Mir gefiel der Gedanke an Lychnis coronaria in Massen... den Iris nicht....).

Am rechten Bild auch eine Trockenheits-Opfer-Pflanzung: Auch hier fehlen Astern oder sind viel kleiner als sonst. Durchgehalten hat der rote Knöterich (unkaputtbar!) und Anaphalis triplinervis, eine sehr empfehlenswerte Stauden, wenn man silbernes Laub möchte.


Diese Kombi ist wahrscheinlich Geschmackssache... ich stehe drauf: Salvia 'Amber', an sich schon etwas morbide, zusammen mit rotblättrigem Holunder Sambucus nigra 'Black Lace', Persicaria amplexicaule 'Fine Pink' und Artemisia abrotanum. Herrlich!


Hier im Kontext der Pflanzung. Es wäre vermutlich mehr dem Mainstream entsprechend, wenn hier einige farbige Akzente aufscheinen würden, aber diese habe ich hier bewusst weggelassen; es ist mein Vor-Herbst-Beet und wartet schon im September mit Novemberfarben auf - unterbrochen nur von einigen weißen Blüten, die heuer aber sehr spärlich ausfallen... Leucanthemellas stehen nicht auf heiße Sommer :-(.
Heuer habe ich jedoch viele Bilder von wunderschönen Pflanzenkombis mit rotblättrigen, ungefüllten, weißblühenden Dahlien (Dahlie 'Bishop of Dover') gesehen. Vielleicht probiere ich das kommendes Jahr an dieser Stelle aus!


Weite Teile der Herbstbeete sind leider im Moment blütenlos... ich werde einige mit weiteren Knöterichen ausstatten. Und auf feuchtere Asternsommer hoffen :-). Meine Vermutlich-Grusel-Kombi aus rosa Knöterich und gelbgrüner Goldrute lässt noch auf sich warten. Mittlerweile mag ich sie sogar schon ein wenig, da das verfärbende Schilf im Hintergrund den notwendigen Rahmen schafft.


Wenn man genau schaut, treffen Gelb und Rosa im Herbst an allen Ecken aneinander. Kein Grund also, es nicht auch absichtlich zu probieren.


Nachdem jahrelang irgendein oller Falter (es ist ein Nachtfalter, nicht sonderlich besonders) meine vielen Salmonssiegel niedernagt, hat es heuer mal einer geschafft und sogar Beeren gebildet. Wunderschön eigentlich, aber man eben genau hinschauen.


Unterschätzt ist sicher ein weiterer Knöterich: Persicaria virginana (oder manchmal auch filiformis oder sogar virginiana var. filiformis) 'Painter's Palette', der im Herbst immer mehr zu leuchten beginnt und nicht nnur stark getupfte und sehr hell panaschierte Blätter trägt, sondern auch rote Stängel. Sieht klasse aus!

Meinen dritten Bloggeburtstag habe ich übrigens verpasst. Muss irgendwann letzte Woche gewesen sein.

15. September 2013

Endlich wieder weiches Licht

So sehr ich den Sommer mag, so sehr freue ich mich dann im Spätsommer wieder auf den Herbst. Erstens kann man um diese Zeit im Garten endlich wieder umgestalten und Stauden umsetzen, zweitens ist es nun am üppigsten und drittens ist das Sonnenlicht aktuell wieder so tiefstehend, dass es eine Freude ist, Bilder zu machen. Ganz im Gegensatz zu Hochsommer, wo man sehr früh aufstehen muss, um passables Licht zu haben. Dazu kam diesen Sommer sehr trockene Luft, sodass es nur selten getaut hat.


Das alles ist vorbei und nun gibt es wieder sanfte Farben. Links die Blüte von Hosta 'Violetta', die man definitiv auch nur wegen ihrer Blüten pflanzen könnte (das Laub ist glänzend grün). Weiße Lobelien sind robust und säen sich in Maßen selbst aus. Eine Kombination, von der ich noch nicht weiß, ob sie mutig oder hässlich ist: Rosa Knöterich mit Solidago 'Fireworks', einer zarten Goldrute.


Sobald die Sonne höher steigt, werden die Kontraste noch etwas härter. Bald wird auch das vorbeisein (Phlox 'Little Sarah' mit Molinia 'Transparent', Sanguisorba-Sämlinge, Kalimeris incisa 'Madiva')


Ein wunderschönes Gras ist dieses blaubereifte Calamagrostis aus Korea, das ich bei Sarastro bekommen habe. Im Gegensatz zum bekannten Diamantgras hat es ein kernigeres, gröberes Aussehen und breitere Blätter, die elegant überhängen. Die Eigenschaft, Tautropfen in der Blüte zu tragen und dadurch silbern zu wirken hat es zum Glück ebenfalls.


Am Abend leuchten die Beete noch einmal auf. Salvia 'Amber' der heuer im nassen Juni hochgewachsen und hernach umgekippt ist, entschädigt nun für sein schlabbriges Aussehen.

Kommende Woche gibt es bei Hofer/Aldi Süd Blumenzwiebel. Vermutlich sollte ich selbst keine mehr kaufen... einige hundert warten schon darauf, verbuddelt zu werden ;-)

8. September 2013

Apulien, Molise und Abruzzen - Von und mit Menschenhand (2/3... oder 4)

Bevor ich endlich zu den botanischen Eindrücken aus Süditalien komme - ein paar Pflanzen harren noch ihrer Bestimmung- , zeige ich euch noch ein paar Eindrücke, die weder Landschaften noch Pflanzen abbilden, sondern Städte, Bauwerke und die Menschen, die in diesen Umgebungen leben.

Aus diesem Grund ein sehr minimalistischer Beitrag, der einfach nur zeigen möchte, wie schön es dort ist.







Apulien / Gargano, Vieste - einmal am frühen Morgen, einmal am späten Abend





Apulien / Gargano, Monte Sant'Angelo- irgendwo im Süden der Stadt, eine Kirche



Apulien / Gargano, nahe Rignano Garganico- Blick auf die Hartweizen- und Tomatenfelder




Apulien / Gargano, nahe Tomaiuolo- alte Unterstände von Hirten und verfallene Weidebegrenzungen


Apulien / Le Murge, nahe Minervino Murge - Blick aus einem alten Steinunterstand (gebaut von Hirten) auf ein verlassenes Haus und ein Windrad (spooky!)



Apulien / Le Murge, Castel del Monte - achteckiges Schloss, das sich Stauferkaiser Friedrich II erbauen ließ - sehr beeindruckend




Abruzzen / Chieti, nahe Fonticelle - die Ausgrabungsstätte Iuvanum, zur Römerzeit ein großer Ort mitten in den Bergen




Abruzzen / Chieti, nahe Fara san Martino - Fahrt mit einem eigenartigen Lift zu einer Tropfsteinhöhle



Abruzzen / Chieti, nahe Fara san Martino - alte Abtei in einer Schlucht


Molise / Campobasso, nahe Guglionesi - verlassenes Haus

31. August 2013

Stauden im Spätsommer

Heute nur ein paar kleine Eindrücke vom gestrigen Garten - in der nun schon sanften Herbstsonne leuchten die Farben besonders schön und das einzige Beet (ich habe es im vorletzten Post genauer vorgestellt), das jetzt im Moment gerade wirklich schön ist, profitiert vom abendlichen Streiflicht sehr.


Staudenknöterich, Gräser, Phlox, Sedum und Wasserdost sind sichere Zutaten für ein herrliches Herbstbeet. Weder Trockenheit noch Nässe, Regen oder Sturm können dieser Zusammenstellung etwas anhaben - nachpflanzen wird empfohlen :-).


Hier mit Phlox und Agastachen im Vordergrund. Der rosa Phlox rechts ist eine sehr robuste alte Sorte, denn sie blüht von sich aus neu nach und zwar in den alten Dolden. Damit wandelt sie sich von völlig verblüht in neu erwacht innerhalb weniger Wochen und blüht ein zweites Mal, genauso üppig wie zu Beginn. Heuer hätte ich an diese Auferstehung fast nicht mehr geglaubt, zu trocken war das Wetter, aber ein paar Regentage haben gereicht um die Blütenbildung anzuregen.


Das hübsche Gras ist vermutlich Deschampsia flexuosa, aber ich weiß nicht mehr, woher ich es habe. Es blüht sehr früh - schon Ende Juni - und behält seine Blütenstände bis zum Frost. Diese schweben wie leuchtende Wolken zwischen anderen Stauden und ermöglichen tolle Gegenlichteffekte. Das rechte Bild zeigt die Pflanzung von links, leider ist Salvia 'Amber' nicht standfest geblieben, sondern komplett auseinandergefallen. Von vorne sieht man das zum Glück nicht ;-), aber ich zeigs euch trotzdem, damit ihr nicht denkt, das Beet sei rundherum so wunderschön. Die Rückseite habe ich besser nicht fotografiert *grins*.


In den Schattenbeeten ist es nun ruhig geworden. Was nicht ohnehin schon eingezogen ist, haben die trockenen Wochen im Sommer dazu gebracht und die Beete sind leeren denn je. Farben bringen jetzt noch die Herbstzyklamen - hier Cyclamen hederifolium - und die winterharte Begonie - Begonia grandis - ins Spiel.


Viel Arbeit war die Neuanlage eines Beetteils, der zwar erst vier Jahre alt war, aber doch von Brennnesseln, Giersch, Zaunwinden, Waldziest und blauem Beinwell so durchwuchert, dass reines Jäten nichts mehr geholfen hätte. Ich habe daher alle Stauden aufgenommen, den Boden sorgfältig durchgegraben und alles wieder eingepflanzt. Dabei konnte ich einige Pflanzen umgruppieren, andere verkleinern und noch ein paar ergänzen. So habe ich zwar nicht wirklich ein neues Beet angelegt, aber das kommende Jahr wird wieder spannend! (und Platz für Blumenzwiebeln ist auch. Da müsste demnächst ein großes Paket *ähm*... ;-) )

30. August 2013

Apulien, Molise, Abruzzen - Landschaften (1/3)

Mit etwas Verspätung - ich komme immer erst bei schlechtem Wetter länger an den PC - die Bilder von meiner Italienreise. Sie führte mich und meinen Freund in den Norden von Apulien, dann in die Molise und zuletzt noch in die Abruzzen. Ich habe die Bilderflut in drei Etappen geteilt, dieses Mal zeige ich Landschaften; "von und mit Menschenhand" und ganz am Ende dann die Pflanzen werden noch folgen.


Die Küste im Norden von Apulien - am Sporn Italiens - ist herrlich. Wir sind einen kleinen Pfad entlang zur Spiaggia Vignanotica gewandert, einem etwas abgelegenen, aber leicht erreichbaren Kiesstrand.


Sehenswert ist auf jeden Fall auch Vieste, eine Kleinstadt im Nordwesten des Gargano. Sie liegt auf einem Kalksporn über dem Meer, das in diesem Küstenabschnitt zahlreiche Grotten in den Fels gespült hat. Eine Bootstour zu diesen Höhlen ist ein Erlebnis!


Die Küstenstraße windet sich immer wieder die Berge hinauf und bietet unglaubliche Ausblicke auf die Orte an der Küste. Hier die Aussicht auf Mattinata.


Ein Stück weiter im Südosten liegt Manfredonia (hier wird der Einfluss der Staufer sogar im Namen der Stadt deutlich). Der Kalkrücken des Gargano bricht Richtung Landesinnere und auch im Süden abrupt ab und weicht einer endlosen, weiten Ebene, auf der vorwiegend Harzweizen für Pasta angebaut wird. Und Tomaten.


Rignano Garganico liegt direkt an diesem Abgrund. Unmittelbar neben der Stadt fällt das Terrain ab und nur am Fuß des Gebirges befinden sich einige Olivenplantagen, dahinter ist Intensivackerbau - Barilla lässt grüßen. Die grünen Felder sind zum Großteil Tomatenfelder.


Im Landesinneren des Gargano befindet sich mit dem Foresta Umbra ein ausgedehntes Waldgebiet, das in krassem Gegensatz zur Landschaft rundherum innerhalb weniger Dutzend Kilometer nordeuropäisch anmutet. Buchenwälder kennen wir von uns, daher hielt sich unser Staunen in Grenzen; italienische Touristen waren jedoch wie gefesselt von diesem Anblick und der kühlen Atmosphäre im Wald.


Kein Wunder - so sieht es ein Stück weiter im Süden aus, weg vom Gargano, in Richtung Castel del Monte. Die Stadt im Hintergrund ist Minervino Murge und die Landschaft hier ist hügelig, aber trotzdem intensiv bewirtschaftet, wobei einzelstehende Bäume stets erhalten bleiben. Das nimmt der Landschaft die Leere und lässt sie ausgesprochen freundlich wirken.


Montenero di Bisaccia befindet sich bereits in der Molise, also schon ein Stück weiter im Norden. Die Molise ist eine kleine Provinz zwischen den Abruzzen und Apulien, sie grenzt außerdem an Rom/Latium und Kampanien und sieht ein wenig aus wie eine wildere Toscana, mit kaum vorhandenem Tourismus und einsamen Dörfern, viele davon in Sichtweite zum Meer.


Scontrone liegt bereits in den Abruzzen und ist ein kleiner Bergort südlich von Castel di Sangro. Die Berge dort sind schon über 2000m hoch und Skitourismus spielt eine wichtige Rolle.


In einem dieser Skigebiete waren wir wandern - ihr werdet noch einige Fotos davon zu sehen bekommen, denn dort war es botanisch ganz außergewöhnlich interessant! Bis dahin nur ein Bild mit Gentiana lutea.


Aus Fara San Martino stammt die Pasta von de Cecco, einer Firma, die am Ausgang ebendieser Schlucht eine Quelle besitzt und dort Nudeln herstellt.


Ganz in der Nähe ist eine wunderschöne Tropfsteinhöhle, die Grotta del Cavallone, die man mit Führungen besichtigen kann. Schon die Anfahrt ist ein Erlebnis - da die Höhle sehr hoch in den Bergen gelegen ist, fährt man mit einem Stehlift in einem Art Gitter nach oben. Die Höhle selbst ist riesig, voller Tropfsteinformationen und einen Besuch definitiv wert.

Sollten Fragen auftauchen, bitte einfach bei mir melden!