30. April 2018

Der April-Garten im Schnelldurchlauf

Der heurige Frühling war einer der schnellsten, den ich bisher erlebt habe. Gab es kurz vor Ostern noch Schnee, genauer am 23.März, und in den Folgetagen allenfalls zarte Plusgrade, so startete der Frühling mit dem Ostermontag (2.4.) rasch durch und nur drei Tage später hatten wir das erste Mal über 20 Grad. Und seither gab es nur vier Tage, an denen die 20 Grad nicht erreicht wurden! Ich glaube, so oft habe ich im April noch nie kurze Hosen getragen - und ich vermute stark, es gab August-Monate, die einen kälteren Eindruck hinterlassen haben, als dieser April.

Wie hat der Garten das verkraftet? Im Grunde genommen gut, wobei zu den ungewöhnlich hohen Temperaturen ein Gesamtniederschlag von nur 28mm kam, was für den Garten schon an der Grenze ist. Ich hoffe daher auf zumindest eine richtig verregnete Maiwoche, auch wenn es im Moment noch nicht danach aussieht. Die Vegetation hat sich trotzdem nicht aufhalten lassen: Am Beginn um Wochen zurück, schob sich die Vegetation erstaunlich zusammen, sodass alle Obstbäume gleichzeitig blühten und die Tulpen gleichzeitig mit den Narzissen erschienen. Allen gemeinsam war die kurze Blütezeit, die leider nur wenige Tage zum Genießen boten.

Nach einem eher kränklichen Jahr legte die Zierkirsche 'Accolade' heuer überraschend einen fulminanten Blütenstart hin - ich kann diese Sorte nur empfehlen, vor allem in der natürlichen Strauchform. Und da die Blüten nur halb gefüllt sind, können auch Tiere etwas mit ihnen anfangen - vor allem Hummelköniginnen, um diese Jahreszeit angewiesen auf genug Nahrung, können in den Blüten beobachtet werden, manchmal dutzende gleichzeitig.

Immer wieder eine Freude: die Leberblümchen. Hier mit Giersch, jawohl, den gibts in unserem Garten öfter ;-).


Der trockene Frühling hat dazu geführt, dass ich entgegen meiner sonstigen Pläne die Beete wässern musste, besonders unter den Gehölzen - also in den Staudenbeeten - wurde das notwendig. Im Vordergrund die sehr empfehlenswerte Tulipa praestans 'Shogun' (und das restliche Häckselmaterial, das kaum mehr in die Beete passte, weil erst Schnee lag und in der Folge alles viel zu schnell gewachsen ist).

Die Frühlingsplatterbsen und etliche hübsche andere Schattenstauden waren nur wenige Tage in Blüte, hier Jeffersonia diphylla, die schon wieder verblüht.

Narzissen, Tulpen, Helleborus und die ersten Blattschöpfe, hier von Anthriscus sylvestris 'Ravenswing' - so knapp zusammen blühen sie selten, nur die Bergenie lässt sich noch Zeit.

Eine Freude ist jedes Jahr die frühe Blüte der Paeonia mairei, die es heuer pünktlich zum Tag der offenen Gartentür am 15.April geschafft hat, so dazustehen.

Neu im Garten und völlig überzeugend präsentierte sich Fritillaria persica. Diese überzeugend besondere Staude ist als Zwiebel erhältlich und ich werde meinen Bestand aufstocken! Neben den aparten Glöckchen ist auch das silberne, fein Laub eine Zier.

Schon bekannt und trotzdem schön: Tulipa 'Jan Reus', im schönsten Rot aller Tulpen und mit ständigem Zuwachs ist jeden Frühling ein toller Anblick. Ich pflanze jährlich in anderen Gartenteilen neue 'Jan Reus', heuer ist das Beet links hinten, vorm Glashaus, dran.

Im untersten Garteneck habe ich ein Schattenbeet angelegt, das neben den Blüten auch mit Blattfärbungen spielt. Star dieser Ecke ist das gelbblättrige Tränende Herz, Dicentra spectabilis 'Gold Heart', das die eigentlich unvereinbaren Farben Gelb und Rosa gekonnt kombiniert. Ich mag, wie es im Abendlicht leuchtet und von Adiantum venustum, verschiedenen Lathyrus vernus und anderen Schattenklassikern umgeben ist.

Meine liebste Elfenblume ist Epimedium stellulatum 'Long Leaf Form', das Unmengen an sternförmigen, schneeweißen Blüten mit gelber Mitte trägt. Als eine der wenigen asiatischen Arten mag diese Art auch Kalkböden, weshalb sie sich hier besonders gut entwickelt.

Eine Besonderheit für alle, die genau hinschauen, sind gefülltblühende Sorten von Anemone ranuncoloides. Diese Sorte, 'Sirje', hat mehrere Blüten an einem Stängel, die dafür aber sehr klein sind - und alle einen gefüllten Puschel in der Mitte tragen.

Und zuletzt noch meine Sämlinge von Lathyrus vernus. Ich habe mir vor ein paar Jahren welche aus England mitbringen lassen, zwölf verschiedene Farbschläge, und pflanze seither alle auflaufenden Sämlinge in Styroporboxen, um ihre Blüte zu erwarten. Und es gibt so tolle Pflanzen! Diese hier trägt alle Blüten in einer Ebene und man sieht kaum mehr Laub - im Gegensatz zu den anderen beiden Pflanzen, die sich dahinter befinden. Werde ich also doch wieder alle Sämlinge topfen müssen... ;-)

Kommentare:

  1. Unglaublich eindrucksvoll sind deine Staudenvielfalt und dazu die Blumenzwiebeln und dein Wissen dazu. Ein Jammer dass dann die Blüte so schnell vorbei ist. Diene tulpenfarbe in Rot ist wunderschön. Mal sehen ob ich sie auch erhalte..
    Hier im Norden stöhnen wir dagegen unter der Kälte und Nässe, so auch gestern und heute.
    Einige Tage war es ja auch trocken und mal sommerlich warm nur leider viel zu kurz. Grüße von Frauke

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  2. Ich bin immer wieder beeindruckt, was bei Dir alles wächst! Einfach toll!
    Schönen Maifeiertag wünscht Dir
    Margit
    P.S.: Bitte beachten! Mein Blog ist umgezogen und ist ab sofort unter https://www.margeranium.de zu erreichen.

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  3. Sehr schön blüht es bei dir im Garten, besonders sind die roten Tulpen. Aber leider verblüht zur Zeit alles so schnell, man kommt mit dem fotografieren gar nicht mehr hinterher. Bei uns ist es sehr trocken.
    Grüße von Ilona

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  4. Wunderschön, die Natur hat einen riesigen Sprung Richtung Grün-Bunt gemacht.

    Grüess Pascale

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