19. Juli 2011

Das neue Staudenbeet

Ich habe dieses Jahr noch kaum Bilder von meinem neuen Beet gezeigt. Es wurde aus verschiedenen Gründen erst Mitte Mai angelegt und benötigte daher einiges an Anlaufzeit, ehe man etwas zur Entwicklung sagen konnte. In den vergangenen zwei Wochen hat es sich nun so toll entwickelt, dass ich es in einem eigenen Beitrag vorstellen möchte. Man muss bedenken, die Pflanzen befinden es erst seit etwas mehr als zwei Monaten dort!


Ich habe das Beet geplant und angelegt, weil ich einiges an großen Stauden zu verpflanzen hatte. Eine Freundin war mit ihrem Garten umgezogen und Eupatorium, Vernonia, Phloxe, Eryngium, Molinia, Sanguisorba und andere Großstauden lagerten in den Gemüsebeeten meiner Mutter. So entwickelte ich mit diesem Ausgangsmaterial eine grobe Pflanzidee, die ich um Wunschpflanzen wie weiteren Sanguisorbas, Verbena hastata, Persicaria und etlichen Stauden, die im restlichen Garten zu kurz kamen, erweitert wurde. Ich setzte es mir zum Ziel, diesmal wirklich Ton in Ton zu pflanzen.


Die Grundidee war, die Pflanzung nicht zur Mitte hin zu staffeln, sondern zur Grundstücksgrenze im Westen hin. Die Stauden sollten "arenaförmig" den Westrand abdecken und am südlichen Ende des Beets nach Osten hin abfallen, sodass eine optische Abtrennung von der Wiese dahinter erfolgen würde. Das war die Theorie. Dann plante ich die Stauden zueinander, verbunden mit viel Rosa, Lila und luftigem Rot, das mit Sanguisorba, Persicaria und vielen Verbena hastata Sämlingen, die ich zahlreich habe, ins Beet kommen sollte. Zwei Lythrum-Sämlinge und Lythrum virgatum 'Helene' bilden aufrechte Kerzen, Echinacea, Monarden und Phlox die Gegenpole dazu.


Und so sah das Ergebnis heute Abend aus. Es ist so wunderschön geworden! Eine Freundin hat mir Ableger von weißem Tabak geschenkt, der nun genau die Art von Leichtigkeit und Licht in die Pflanzung bringt, die sonst gefehlt hätte. Gut hätte auch Gaura gepasst, aber die sind mit unserem Klima nicht so glücklich. Das hellgrüne, luftige Gewächs im Hintergrund ist Helianthus salicifolius, das zwischen Eupatorium und Vernonia für einen Hingucker sorgt. Die gelben Blüten im Herbst kann ich hoffentlich verschmerzen ;-).


Zu meinen Lieblingsstauden gehören auf jeden Fall die Staudenknöterich-Sorten. Diesmal habe ich, nachdem mir der tolle 'Blackfield' aus dem Beet vom Vorjahr im Winter verstorben war, nur die erprobten Sorten 'Firetail', 'Alba' und 'Fine Pink' verwendet, dazu zwei Sorten Monarda, nämlich 'Sioux' und 'Mohawk'. Noch nicht dem Plan entsprechend ist der Wuchs von drei Molinia caerulea ssp. arundinacea 'Transparent', die trotz Gießenes (und ich habe dieses Beet, entgegen meiner sonstigen Haltung, sehr oft gegossen!) nicht in die Gänge kommen. Das wird dann erst im kommenden Jahr was.


Hier sieht man das neue Beet im Hintergrund, vorne ist das von letztem Jahr. Ich bin ganz begeistert, wie das Lythrum hinten (ein Sämling, den ich durch Zufall gefunden habe) die Form des Amaranth von vorne aufnimmt, der sich ebenfalls selbst ausgesät hat. Die Echinaceen rechts sind auch von selbst aufgetaucht, ebenso wie die Agastachen. Ich mag letztere sehr, sie sind wunderschön, aber ich habe es wieder mal übertrieben. Anhang der Bilder von letztem Jahr habe ich rekonstruiert, was sie alles verschluckt haben... ein ganzes Deschampsia und Calamintha nepeta fehlen... das habe ich von meinen üppigen Beeten, nicht alles hat Vorteile. Aber es sieht wenigstens schön aus.

Bei Fragen zu den einzelnen Stauden zögert bitte nicht! Ich weiß ja nicht, was ihr kennt und was euch interessiert.

Kommentare:

  1. eine wunderschöne Zusammenstellung, ich bewundere deine Kenntnisse und die so genaue Planung.
    Es wäre ein Bericht für eine Fachgartenzeitschrift. Oft werden da nur gestellte Bilder gezeigt mit vielen Kübelpflanzen, aber nicht so eine perfekte Pflanzung.
    Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich meinen Garten auch so anlegen, doch ich habe ja deinen Blog zum Staunen.
    Danke, dass du mit deinen Fachkenntnissen die Bloggerwelt so bereicherst.
    Da hinein passen auch keine Rosen.
    Frauke

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  2. Das Bild mit den Sonnenhüten im Gegenlicht ist wirklich toll. Ach, das ganze Beet ist ein Traum.
    VG
    Elke

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  3. Wunderschön dein Staudenbeet und auch schön fotografiert.

    Wieviel Tockenheit verträgt die Staudenknöterich-Sorten? Gerne würde ich die in meinem Garten aufnehmen, schrecke aber immer wieder zurück mit meinem sonnigen und zeitweise trockenen Garten zurück.

    Liebe Grüsse Rosana

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  4. Hallo,
    das sind sehr schöne Bilder der Stauden aus deinem neuen Beet. Es sieht alles schon so eingewachsen aus. Ich muss gestehen, dass ich die Mehrzahl dieser Stauden nicht kenne. Aber sie sehen gut aus. VG Manfred

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  5. Hallo Katrin,
    ich bin von Deinen professionellen Posts immer enorm beeindruckt! Alle Deine Vorsätze, was Staffelung und Farbzusammenstellung anbelangt, hast Du diesmal durchgezogen und sind gelungen. So ein Staudenbeet anzulegen wird das Ziel meines Gartens (in weiter Ferne) sein. Da muss ich noch viel dazulernen. Offensichtlich werden Wildstauden von Schnecken verschmäht?
    Hut ab, das ist hohe Gartenkunst!

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  6. Danke für eure netten Kommentare.

    Frauke, schön, dass mein Blog jemandem Freude macht. Ob das Beet wirklich so perfekt ist, sehen wir nächstes Jahr. Bestimmt werden ein paar arme Pflanzen überwuchert und alles sieht ganz anders aus. Und es steht auch noch in den Sternen, ob ich die Überwinterung des Tabaks schaffe - bei Zimmerpflanzen habe ich nämlich kein besonderes Geschick...

    Elke, Teile daraus sind aber wirklich nicht schwer anzulegen. Die Kombination mit dem Sonnengut ist denkbar einfach: Agastache rugosa in größerer Anzahl und Sonnenhut dazu, fertig. Wächst überall, wo der Boden gut ist und es sonnig ist.

    Rosana, die Staudenknöterichsorten sind ziemlich robust, wenn sie erstmal eingewachsen sind. Ich habe die Pflanzen in diesem Beet bei Pflanzen, das war Mitte Mai, von den Mutterpflanzen in meinem Garten abgetrennt und dann regelmässig gegossen. Seit etwa drei Wochen hängen sie nicht mehr, wenn es heiß ist. Unser Boden hier ist ziemlich durchlässig, aber wir haben schon einiges an Niederschlag durch den Alpenrand. Aber sehr empfindlich sind sie nicht, meine anderen Pflanzen gieße ich NIE und sie wachsen gut. In Lehm werden sie höher, aber das brauche ich gar nicht, so passen sie besser wo dazwischen oder in den Vordergrund. Ich würds probieren!

    Borkergarten, danke! Viele der Stauden sind eher neu in unseren Gärten und nicht unbedingt verbreitet. Du kannst aber gerne fragen :-).

    Sanicula, ja, diesmal habe ich durchgehalten ;-). Jetzt wo du es sagst, es stimmt, Schnecken sind dort nicht unterwegs, obwohl rundherum Wiese ist. Allerdings war es in der Anfangsphase des Beets, als die Pflanzen noch klein und lecker waren, auch ziemlich trocken. Aber generell mögen Schnecken lieber die Pflanzen im Schatten - dort sind sie auch in Scharen vertreten ;-).
    Ob man so viel wissen muss, um solche Beete anzulegen, weiß ich nicht. Man sollte nur die Pflanzen kennen und ungefähr wissen, wie sie wachsen und wann sie blühen. Da ist keine Unmengen an verschiedenen Pflanzen sind, ging es bei diesem Beet eigentlich ganz leicht, da fast alle schon im Garten waren - entweder selbst oder andere Sorten davon. Ich würde mich freuen, wenn mal jemand ein größeres Staudenbeet wagt, weil er meine gesehen hat. Es kann wirklich nicht schiefgehen. Und ich muss auch immer wieder mal Pflanzen austauschen, weil was nicht passt, das gehört auf jeden Fall dazu!

    LG, Katrin

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