5. Juli 2011

Gärtnerei Koen van Poucke – Pflanzentour V

Die schon beschriebenen Stationen sind:
- der Garten Gröne
- die Gärtnerei De Hessenhof
- die Gärtnerei Het Houten Huis
- De Loonse und Drunense Duinen

Wer Epimedium kennt und schon einmal auf der Suche nach neuen Arten und Sorten war, wird bestimmt schon von Koen van Poucke aus Belgien gehört haben. Mir war der Name schon seit Jahren ein Begriff, auch aufgrund der schönen Homepage mit den vielen verlockenden Bildern. Die Gärtnerei befindet sich in Sint Niklaas und bietet nicht nur besondere Schattenstauden an, sondern es gehört auch ein Floristikgeschäft dazu, in dem Blumensträuße und Orchideen verkauft werden.


Diese bestimmt einmalige Kombination verstärkt sich noch durch ein ausgedehntes Angebot an Dahlien, die Koen van Poucke mit ins Programm nahm, um auch im Herbst und Winter mit etwas beschäftigt zu sein, da die Schattenstauden vor allem im Frühling und Sommer zu bearbeiten sind. Die Folge davon sind Folientunnel, in denen links seltenste Epimedien und rechts besondere Dahlien aufgereiht stehen.


Einen wesentlichen Teil der Gärtnerei machen die vielen Schattenstaudenpflanzungen aus, die innerhalb der Beschattungstunnel am Rand verlaufen, im Freien angelegt sind oder in eigenen Beschattungsflächen angelegt wurden. Ich habe erst ganz selten so viele besondere Stauden auf einmal gesehen und obwohl ich sehr viel fotografiert habe, kann diese Vielfalt unmöglich wiedergegeben werden (links: Paris luquanensis, rechts: Epimedium wushanense Spiny Leaf Form).


Ein weiteres Highlight und unbestritten das schönste Schattenbeet, das ich bis jetzt gesehen habe – obwohl formal! - ist ein langes Beet, das den Abschluss der Gärtnereifläche hin zu einem Obstwiesengelände darstellt, in dem Hühner und Gänse leben. Das Beet entstand, weil Koen van Poucke in anderen Gärten und großen Anlagen stets die alleeartigen Pflanzungen bewundert hat, bei denen man jedoch immer nur außen gehen konnte (links: Chloranthus fortunei, rechts: Roscoea).


Um diese grüne Tunnelperspektive auf andere Art erlebbar zu machen, pflanzte er vor ungefähr 15 Jahren beiderseits eines geraden Weges Haselsträucher und schnitt sie so, dass daraus knorrige, niedrige und sich zur Seite neigende Büsche wurden, die unten kahl sind und sich nach oben schirmartig ausbreiten. 


Den Weg begleitet eine niedrige, streng geschnittene Buchseinfassung, hinter der große, imposante Stauden wie Hosta und Rodgersien Akzente setzen, wo aber auch kleinere Schattenstauden wie Helleborus, Brunnera, Arisaema in großer Zahl untergebracht sind. Genauer gesagt gibt es dort sogar sehr kleine Pflanzen, denn dort befindet sich die Galanthussammlung Koen van Pouckes.


Was mich besonders überrascht hat, waren die vielen noch in Blüte befindlichen Epimedien. Mir wurde gesagt, man könnte das durch Gießen und Düngen um diese Jahreszeit auch bewusst hervorrufen, aber es gibt auch Arten und Sorten, die eher zum Durch- und Nachblühen geeignet sind als andere. Koen van Poucke sät auch Epimediensamen aus und schaut dann, was rauskommt. Weil er aber so viele Kultivare besitzt, fällt es ihm leicht, zwar nette, aber keine Verbesserung bringende Pflanzen auszusortieren und nicht weiter zu vermehren. In seinen Beschattungstunnels, in denen die Mutterpflanzen stehen, findet sich trotzdem die eine oder andere Sämlingspflanze, die eventuell doch Potential hätte, wie etwa die Pflanze rechs. Links ist eine reichblühende gelbe Pflanze, leider habe ich das Etikett nicht gefunden, vermutlich ist es E. davidii.


Gerade in Blüte waren zahlreiche Arten und Sorten von Epipactis. Links eine Epipactis palustris mit dunklem Stängel, die große Pflanze in der Mitte dürfte Epipactis x 'Sabine' sein und rechts die dunkle und mir bis dato völlig unbekannte Epipactis royleana aus dem Himalayagebiet. Die hätte ich irgendwie doch mitnehmen sollen...

Die vielen anderen Stauden und die Dahlien habe ich jetzt nicht gezeigt, aber ich bin sicher, wer sich für die gezeigten Pflanzen interessiert oder mal eine besondere Gärtnerei erleben möchte, wird sich bei Koen van Poucke wohlfühlen! Schattenpflanzenfreaks MÜSSEN auf jeden Fall mal dorthin fahren!

Kommentare:

  1. Liebe Katrin,

    das sind ja wunderbare Posts die du da erarbeitet hast. Vielen Dank, ich glaube du machst mir richtig Lust die eine oder andere Gärtnerei zu besuchen. Von Düsseldorf aus ist es ja auch nicht so weit. Deine Beschreibungen sind wirklich interessant und aufschlussreich, zusammen mit den Bildbeispielen ganz schlüssig und verständlich. LG Sibylle

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  2. Liebe Katrin! Mir wurde unlängst die Gärtnerei Neges in St. Lorenzen bei Knittelfeld empfohlen, vielleicht solltest Du diese auch mal besuchen!

    lg kathrin

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  3. sehr interessanter bericht, Katrin, danke! Zum (sehr schönen) alleeweg unter haseln eine frage - mir scheint, er ist nur für eine person breit genug, also recht intim?

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    1. Oh, erst jetzt entdeckt: Ja, der Weg ist ziemlich schmal, man passt da grad so durch, deswegen gibt es auch ein paar Querwege, an denen man ausweichen kann. Es ist eine sehr ruhige und waldähnliche Stimmung, allerdings hat es auch geregnet an dem Tag, das war bestimmt gut passend und auch für das Fotografieren viel besser als Sonnenschein.
      LG, Katrin

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