27. April 2015

Verkaufsoffenes Wochenende in der Gärtnerei Sarastro (Nachlese)

Vergangenes Wochenende luden einige Gärtnereien in Ort im Innkreis zum verkaufsoffenen Wochenende ein - darunter auch die Gärtnerei Sarastro, bei der wir diesmal auch als Aussteller dabei waren. Allerdings nicht mit Pflanzen, sondern mit kulinarischen Genüssen aus der Küche meiner Mutter, die an einem Stand im Gewächshaus Marmeladen, Chutneys und anderes anbot.

Ich zeige hier einige Eindrücke vom Wochenende; die Bilder sind von mir und meinem Vater aufgenommen worden.

Schon im Eingangsbereich fanden sich zahlreiche habenswerte Stauden.
Der Stand - aufgrund des Schattiernetzes in fotografierunpraktisches grünes Licht getaucht - mit einer Vielzahl von Produkten aus Natur und Garten. Besonders gut passte der Monardensaft, da die den Sirup färbende Monardensorte in der Gärtnerei erworben werden konnte.

Die Staudenquartiere präsentierten sich im besten Licht - alles trieb gerade aus und verlockte zum Kauf; hier das Hostasortiment.

Die Staudenbeete mit den üppigen Narzissenhorsten gefielen mir besonders.
Und wer genau schaute, konnte einige Besonderheiten entdecken. Sehr beeindruckt hat mich die noch in Vermehrung befindliche und daher noch nicht erwerbliche Anemone ranuncoloides 'Tafka'.

In den bekannten Mauern der Gärtnerei hausen mittlerweile auch Aurikel!
Überall waren ins Sortiment versunkene Besucher zu sehen.
Und nur ganz am Morgen und am späten Abend konnte man alleine durch die Pflanzenreihen schlendern.
Neben den getopften Pflanzen und den Beeten überzeugten auch kunstvoll arrangierte Ecken.
Erschöpft, aber glücklich: Sebastian Ehrl und Christian Kreß nach zwei Tagen Kundenberatung und Laufen durch die Gärtnerei.
Wer interessiert ist, wie die Gärtnerei im weiten Jahr aussieht, kann jederzeit vorbeischauen - die Schaubeete werden immer üppiger und es gibt täglich Neues zu entdecken.

24. April 2015

Alles wächst

Momentan geht die Entwicklung im Garten so schnell voran, dass ich ein paar sehr textarme Posts einschieben muss, damit ich zumindest ein paar aktuelle Bilder im Blog unterbringe. Wenn ich zwei, drei Tage nicht im Garten bin, hat sich so viel verändert, dass ich das Gefühl habe, die Fotos vom letzten Mal wären völlig veraltet.

In den Schattenbeeten blüht es zwar noch, aber in weiten Bereichen überwiegt auch einfach nur Grün, wie hier mit Anemone nemorosa, Dicentra canadensis, Brunnera macrophylla 'Mrs. Morse', Corydalis cava und einigen anderen Begleitern. Der Vorteil: Hier kommt kein unerwünschtes Gewächs mehr durch, die Schattenbeete sind also sehr pflegeleicht.

Der untere Gartenbereich ist im Frühling schon sehr bald üppig und bunt. Hier sieht man den Reinigungsteich; rechts schließt der viel größere Schwimmteich an - in beiden tummeln sich viele tausend Kaulquappen von Gras- und Springfröschen.
Die Schattenbeete sind voller wunderschöner Stauden. Sie blühen nun bis Ende Mai, Anfang Juni - dann ist ihre Saison endgültig vorbei. Viele sind jetzt schon wieder am Einziehen und bilden gerade die Knospen für den kommenden Frühling.
Um diese Jahreszeit gibt es im Schatten eine Menge sehr auffällige, große Stauden. Dazu gehören die schon verblühenden Helleborus, die Zahnwurze (Cardamine), Pachyphragma macrophylla, Lathyrus vernus und Stylophorum diphyllum, der Schattenmohn.
Schattenmohn (Stylophorum diphyllum) und Schattenschaumkraut (Pachyphrama macrophylla) sind ein richtiges Traumpaar, das ein eigenes Foto verdient hat. Die edle Kombination aus Gelb und Weiß hätte genug Spannung und Leuchtkraft, um auch im flächigen Einsatz zu überzeugen.
Im Abendlicht leuchten alle Stängel und Blüten in den Schattenbeet.
Eine neue Pflanzung rund um den Walnussbaum konnte vor wenigen Wochen mit schon bewachsenen, alten Tuffsteinen abgegrenzt werden. Wenn alles klappt, dann werden dort nur niedrige, zarte Schattenpflanzen wachsen und schon kommendes Jahr ebenfalls einen dichten Teppich weben.
Epimedium stellulatum 'Long Leaf Form' ist eine sehr reichblühende und kalttolerante Pflanze!
Immer mehr zum Frühlingshingucker wird der Kiesgarten. Bisher war das eher ein Ort für den Frühsommer, aber nach der Rodung zweier Buchse (sie waren ganz gesund, aber viel zu groß) blüht und sprießt es dort üppiger und früher als bisher.
Meine Pflanzversuche mit Bergenien, Stipa tenuissima und Euphorbia amygdaloides 'Purpurea' überzeugen mich sehr und ich werde diese Gruppierung weiter ausdehnen.
Schon fast nicht mehr wahr ist die Blüte der Zierkirsche. Sie war üppig wie noch nie und weil es sich um die Sorte 'Accolade' handelt, die halbgefüllt ist, konnten sich auch die Bienen freuen.
Und darüber freue ich mich: Zumindest eine Eidechse hat den Winter erfolgreich überdauert und sonnt sich auf der zweiten Eidechsenburg. Möge sie dort lange und glücklich leben und natürlich einen Partner finden!

22. April 2015

Raritätenbörse im Botanischen Garten Wien (Nachlese)

Die Raritätenbörse in Wien findet nun schon seit 15 Jahren statt und trotzdem habe ich es erst heuer geschafft, auch einmal vorbeizuschauen. Leider war mir der Besuch erst am Samstag möglich, so waren die wirklichen Raritäten alle schon weg - aber ich war ohnehin mit dem Zug dort und hätte kaum etwas mitnehmen können.

So konzentrierte ich mich auf die Treffen mit einigen Bekannten, die netten Gespräche mit Leuten, die ich neu kennengelernt habe und aufs stressfreie Bloß-schauend-Flanieren durch die Standreihen. Leider war das Wetter etwas ungemütlich und von zeitweisen Graupelschauern durchsetzt, daher ist meine Bildauswahl überschaubar.


Am Samstag kurz nach Öffnung drängten sich bereits Menschenmassen durch den Botanischen Garten, der, vom Markt abgesehen, auch sehr sehenswert ist. Das Ambiente mit den alten, teilweise sehr knorrigen Bäumen, bietet einen schönen Raum für die vielen Anbieter, ich denke aber, ganz ohne Menschen wäre ein Besuch noch stimmungsvoller.


Die meisten Pflanzungen sind systematisch - das heißt, es stehen verschiedene Vertreter einer Pflanzenfamilie gemeinsam in einem Beet - , einige andere sind aber wie in einem Garten angelegt und äußerst sehenswert. Schattenpflanzenaffin wie ich bin, gefiel mir natürlich der toll gewebte Staudenteppich vor dem Klohäuschen am besten: Bergenien, verschiedene Carex, Waldsteinien und purpurblättrige Wolfsmilch wurden da verwoben mit schwefelgelben Elfenblumen, Schattenastern, Tulpen, Paeonien und Staudenclematis - ich hätte am liebsten schon wieder eine Schattenfläche, die ich bepflanzen kann.


Wer in diese Richtung aktiv werden wollte, fand alles dafür Notwendige: robuste und seltene Schattenstauden, Frühlingblüher aller Art und auch Pflanzen für später im Jahr - das Angebot war umfangreich und auch wenn man Berlin gewöhnt ist spannend und vielfältig!


Ein deutlicher Schwerpunkt lag auf dem Angebot von Gemüse- und Kräuterpflanzen. Nicht nur der riesige und ständig belagerte Stand der Arche Noah, auch andere Anbieter boten Seltenes und Exotisches, Besonderes und Schmackhaftes an. Wohl weil in Wien viele ihr Gemüse auf dem Balkon ziehen können, hatte fast jeder beim Verlassen des Marktes Tomaten- oder Chilipflanzen mit dabei.


Allerdings wurden auch alle anderen Pflanzen gekauft, die angeboten wurden; das Angebot reichte von Gemüse und Stauden hin zu Exoten, Kletterpflanzen, Sukkulenten und Bäumen. Was gefehlt hat, war ein Stand, der besondere Balkonblumen angeboten hätte - ich kann mich nur an einen Pelargonienstand erinnern, aber es gäbe doch gerade für Stadtmenschen mit eingeschränkten Pflanzmöglichkeiten so viele spannende Topfpflanzen zu entdecken!


Für alle, die noch nie auf der Raritätenbörse in Wien waren, möchte ich eine unbedingte Empfehlung aussprechen: Das Angebot, die vielen jungen Menschen, die Stimmung und der gesamte Markt an sich sind einen Besuch absolut wert.

Wie immer bei Großveranstaltungen war auch hier eine herrliche Dynamik zu bemerken, die man bereits in der U-Bahn wahnnehmen konnte, als die halbe Garnitur voll mit Leuten mit Trolleys und großen, leeren Taschen war und man allerorts Gespräche über Chilischärfegrade, das Pikieren von Pflanzen und das noch geplante Aussäen diverser Samen belauschen konnte. Draußen aus den Öffis musste man sich nicht um den genauen Weg kümmern, sondern einfach den Massen nach und schon stand man vorm Eingang zum BoGa - der übrigens gratis ist und sich damit ebenfalls positiv von anderen Veranstaltungen dieser Art abhebt.

15. April 2015

Zeit der Waldpflanzen

Indem viele Menschen dem Schatten als Gartenteil zu wenig Beachtung beimessen und ihn nur mit wenigen Pflanzen bevölkern, bringen sie sich um die schönste Zeit im Jahr: Die Blüte der Schattenstauden. Entgegen der weitläufigen Meinung, in lichtarmen Beete blühe nichts, gibt es dort nämlich sehr wohl eine üppige, bunte Zeit - sie befindet sich aber sehr früh im Jahr und Pflanzen, die jetzt blühen, sind später im Jahr schon wieder eingezogen oder nicht besonders attraktiv. Daher werden sie selten angeboten und kommen gar nicht erst in unsere Gärten.

Der Hintergrund zur Blüte im Frühling ist einfach erklärt: Blühende Pflanzen brauchen Licht, und das ist in einem Wald nur kurz im Jahr im Übermaß vorhanden - in der Zeitspanne zwischen Winter und dem Austrieb der Bäume. Sobald die Laubdecke sich im Mai schließt und in unseren Gärten die Saison so richtig beginnt, ist das Jahr für Schattenstauden schon wieder vorbei.

Pachyphrama macrophylla, Helleborus, Corydalis cava

Sie haben sich daher auf diese wenige Wochen spezialisiert und viele verfügen aus diesem Grund auch über Speicherorgane, die einen raschen Austrieb im Frühling ermöglichen. Daher erscheinen viele dieser Pflanzen sobald es warm wird innerhalb weniger Tage und füllen die Beete mit Farbe. Zu den am ehesten bekannten Stauden gehören die Christrosen (Helleborus), aber es gibt eine große Menge weiterer Frühblüher.

Corydalis cava in Weiß, im Hintergrund Narzissen, Austriebe verschiedener anderer Schattenstauden

Corydalis cava, Helleborus in Weiß, Anemone blanda 'White Splendour' im Vordergrund

Corydalis cava, der Hohle Lerchensporn, funktioniert gut als Massenpflanze, da er sich aussät, rasch Teppiche bildet und trotzdem nie stört, weil er kurz nach der Blüte wieder einzieht. Er ist außerdem eine heimische Pflanze und taucht in vielen Gärten ganz von alleine auf.



Wenn man viele verschiedene Pflanzen verwendet, sollte darauf geachtet werden, dass zumindest einige Farben sich wiederholen. In meinen Frühlingsbeeten ist es die Farben Weiß, Rosa und Hellblau, die von verschiedenen Stauden aufgenommen werde. Dadurch entsteht trotz des Flickerlteppichs aus verschiedenen Formen ein harmonischer Gesamteindruck.



Die Schattenbeete im Überblick: Hier erkennt man, dass die Flächen unter Gehölzen momentan am weitesten sind und hier die Vegetation schon fast den Boden geschlossen hat. Ab jetzt geht es blitzschnell, schon in wenigen Tagen wird man kein Stück Erde mehr erkennen können, die ersten Pflanzen werden verblüht sein und viele weitere werden erscheinen (der unattraktive Haufen mitten am Rasen ist der Rest meiner Schredderaktion und wurde mittlerweile als Mulch in den Beeten verstreut).

Weiße Christrosen, Lerchensporn und weiße Anemonen sind eine einfache Kombination, die in jeder halbschattigen Ecke, in Vorgärten oder unter Hecken Platz finden kann

Narcissus, Chionodoxa sardensis, verschiedene Austriebe; links das Laub von Schneeglöckchen

In den sonnigeren Beeten blüht es noch nicht so intensiv wie im Schatten, da die Tulpen erst austreiben und viele andere Stauden, die dort im Sommer für Farbe sorgen, noch tief in der Erde auf ihren Einsatz warten.

11. April 2015

Von Winter auf Frühling in drei Tagen

Dass es im Frühling schnell gehen kann, ist nicht besonders ungewöhnlich - heuer aber überraschen Natur, Wetter und die allgemeine Stimmung aber sogar mich. Während es die gesamten Osterfeiertage über Sturm, Schneeregen und am Ende sogar richtiggehend den Garten zudeckenden Schnee gab, wurde es am Mittwoch warm und schon trieb alles aus.

Epimedium 'Black Sea' ist immer die erste von allen Elfenblumen, deren Blüten sich vollständig entwickeln.
 

Noch an Ostern war es weiß im Garten, am Dienstag gab es sogar so viel Schnee, dass an Gartenarbeit gar nicht erst zu denken war


Corydalis solida hat das einfach weggesteckt. Unterm Schnee plattgedrückt, richtet sich diese robuste Staude innerhalb weniger Stunden wieder auf und blüht weiter, als wäre nichts gewesen


Voriges Jahr komplett ohne Blüten, hat es diese Helleborus heuer wieder zu einem riesigen Blütenstrauß gebracht.

Umgeben von Lerchensporn treibt nun auch schon Caulophyllum thalictroides aus. Es ist eine wunderschöne Schattenstaude, die mit unscheinbaren Blüten, aber sehr fein zerteiltem Laub aufwartet.

Manchmal begleitet mich im Garten ein fast zahmes Rotkehlchen. Dieses Bild konnte nur entstehen, weil es wenige Meter vor mir auf dem Schredderhaufen Platz genommen und ich die Kamera noch um den Hals liegen hatte. So war es mit minimaler Bewegung möglich, Bilder zu machen. Das Klicken hat den hübschen Vogel nicht gestört.

31. März 2015

Was jetzt alles so erscheint

Im Übergang von Frühling zu Vollfrühling - ich für mich definiere das mit dem Augenblick, wo auf einmal mehr Grün im Garten ist als braunes Welk - wäre schönes Wetter sehr sehr gärtnerinnenfreundlich. Leider ist das im Moment nicht drin und ich bedaure, dass ich viele schöne Momente des pflanzlichen Erscheinens in der Stube sitzend verpassen werde, während es draußen regnet, schneit und stürmt. Diese kleinen Einblicke sind nur ein Bruchteil davon, was es jetzt zu entdecken gäbe und ich hoffe, es gibt doch ein paar Regenpausen rund um Ostern!

Jeffersonia dubia, glücklich im Mulch unter der Buche, hält sich immer ein wenig die Hände über den Kopf.

Meine Elfenblumen, an andere Gefilde gewöhnt, als die, die ich ihnen bieten kann, blühen und wachsen sich ins sichere Frostverderben. Die hier könnte es aber schaffen: 'Black Sea' hat europäische Eltern und ist tough genug, ein bisschen Kälte wegzustecken.

Scilla bifolia, weniger brüllblau, sondern sehr sehr zart und leider auch recht langsam in der Verbreitung.

Leucojum vernum, die Frühlingsknotenblume, blüht schon so lange wie die Schneeglöckchen und wirkt trotzdem noch taufrisch.

Ebenso Chrysosplenium macrophyllum, das ist schon öfters gezeigt habe. Es kommt nochmal vor, weil es so hübsch rosa abblüht.

Seine chinesische Verwandtschaft, Chrysosplenium davidianum, treibt erst langsam seine Blüten, die dann ähnlich farblich aussehen wie die von Euphorbien.



Das ist meine dritte Art, Chrysosplenium alternifolium, die heimisch ist und schon jetzt im Jahr für flächendeckende Farbeffekte sorgen kann - wenn der Boden ein klein wenig feucht ist, zumindest im Frühling. Wenns im Sommer trocken wird, zieht die Art einfach ein. Sie schaffts daher auch im Rasen.


Leberblümchen blühen hier viele. Sie brauchen aber Sonne und daher habe ich heuer erst wenige Bilder von ihnen geschafft.

Dabei wären sie so schön im Augenblick!

Pachyphragma macrophylla, in letzter Zeit öfter mal in Zeitschriften zu sehen, ist wirklich absolut empfehlenswert - aber sehr schwer zu bekommen, was gerade bei dieser leuchtend weißen Staude für Ende März ganz schade ist. Falls sie jemand wo entdeckt - mitnehmen! - und unter einer Hecke ansiedeln.

Am besten zusammen mit Lerchensporn, egal ob Corydalis solida oder Corydalis cava - hier ist erster zu sehen, er wird leuchtend rot blühen, braucht aber noch etwas Zeit.


Mit dieser schönen Leberblümchenblüte möchte ich allen Leserinnen und Lesern frohe Ostern wünschen und den Umständen entsprechend bestmögliches Gartenwetter :-)