20. Juni 2018

Tage der offenen Gartentür am 30.Juni und 1.Juli

Wir laden herzlich ein zum nächsten Termin der offenen Gartentür am

Samstag 30.Juni und Sonntag 1. Juli
9:00 bis 17:00 Uhr

(Achtung: Der in den OÖN vom 20.6. genannte Termin mit Öffnung am 29.6. stimmt nicht)


Was wird es zu sehen geben? Vor allem viele Blüten, denn die meisten Sommerstauden sind aufgrund des warmen Wetters etwas voraus und so starke diese Woche die ersten Phloxe, Taglilien und Staudenknöterich überpünktlich in den Sommer. Dazu ist an den Wildbienennisthilfen einiges los, der Gemüsegarten bietet üppige Vielfalt und Teich und Schattenbeete locken mit Abkühlung.

Wir freuen uns auf zahlreichen Besuch in eineinhalb Wochen - wie immer gibt es, als Ausgleich zum Unkostenbeitrag von € 3.-, Kaffee, selbstgemachte Säfte und kleine Snacks. Wie Sie zu uns finden, können Sie sich hier anschauen, die Adresse des Gartens lautet:

Familie Lugerbauer
Grabenstraße 3
4563 Micheldorf

Hier der Link zum Artikel in den Oberösterreichischen Nachrichten am 20.Juni.

28. Mai 2018

Volle Beete und neue Projekte

Im Mai entwickelt sich der Garten immer besonders rasch. Wo noch am Beginn des Monats viele Plätze freiwaren, ist jetzt kein Boden mehr zwischen den Stauden zu sehen. Da unser gesamter Garten dicht bepflanzt ist, freue ich mich jedes Mal auf die Zeit, wo aus den einzelnen Pflanzen verschmolzene Gruppen werden und der Garten mehr und mehr einer Wiese ähnelt.

Besonders rasch ist das im abgemagerten Trockenbeet passiert, wo sich zahlreiche Pflanzen ausgesät haben und so immer mehr ein natürliches Pflanzengefüge entsteht. Als sehr erfolgreich hat sich hier der Einsatz von Dianthus carthusianorum, Campanula patulaPapaver atlanticum, Linaria genistifolia und Digitalis lanata erwiesen, die sich im mageren Substrat offenbar wohlfühlen und üppig vermehren. Ich habe im Frühling nur rund um schwächere Pflanzen ein wenig gejätet. Wenn man lediglich robuste, konkurrenzfähige Stauden verwendet, würde dieser Arbeitsschritt nicht nötig sein - ich habe aber auch ein paar mickrigere Kollegen im Beet, sodass ich doch hin und wieder rettend eingreifen muss.


In den höheren Staudenbeeten kommt es im Juni immer zu einer kurzen Blühpause, die ich noch immer nicht ganz schließen konnte. Eigentlich hätte ich Allium und Hesperis für geeignete Kandidaten gehalten, aber heuer sind sie aufgrund der Hitze so früh auf- und so rasch verblüht, dass es nun doch wieder nichts gibt. Bis zu den ersten Glockenblumen ist also etwas Flaute in den Beeten, weshalb das Magerbeet einen willkommenen Blickfang darstellt.


Anthriscus sylvestris 'Ravenswing', Polemonium caeruleum, Silene dioica, Hesperis matronalis und Euphorbia polychroma (vorne) sowie Euphorbia palustris (hinten) sind eine ansprechende Kombination für Anfang/Mitte Mai. Jetzt ist werden an dieser Stelle Penstemon digitalis übernehmen, ehe dann Hemerocallis, Campanula und Knautia anschließen.

Diese Art von Gestaltung kommt in unserem Garten häufig vor: Unkraut wird wirksam unterdrückt, Eingriffe beschränken sich auf den Rückschnitt sehr voluminöser, instabiler Pflanzen - und Stauden, die nach Rückschnitt noch einmal blühen, wie Campanula lactiflora, Nepeta oder Geranium.


Das Magerbeet ist einer Wiese nachempfunden und wird diesem Gestaltungsziel immer mehr gerecht. Längerfristig werden einige schwächere Arten verschwinden und hoffentlich ein Gleichgewicht entstehen, innerhalb dessen bewährte Arten je nach Witterung und Jahr unterschiedlich stark vertreten sind. Da meine Fläche aber eine eher kleine ist, kann ich leicht eingreifen und etwas lenken. Bei großen Flächen empfiehlt sich mehr Gelassenheit und vor allem auch das Akzeptieren der Tatsache, dass manches auch nicht klappt - weshalb auch immer.


Penstemon barbatus kommt im Magerbeet gut klar und sät sich sogar aus. Die Einzelpflanzen selber werden auch nicht sehr alt, sodass man diese Verjüngung des Bestands auf jeden Fall zulassen sollte.


Eine großartige Staude ist Lindelofia longiflora, die aus den waldigen Gebirgen des Himalayas stammt und von mir aus Versehen ins Kiesbeet gepflanzt wurde - wo sie sich herrlich entwickelt und mit blitzblauen Blüten begeistert; und nicht nur mich, auch den Hummeln und Bienen geht es so.


Ebenfalls schön Blau blüht Baptisia australis, eine recht langsamwüchsige und am Beginn ihrer Entwicklung wenig konkurrenzstarke Staude, von denen ich schon mehrere Exemplare in meinem Garten verloren hatte. Drei kleine Töpfe, 2016 ins Kiesbeet gepflanzt, haben nach einem Jahr Pause eine üppige Entwicklung hingelegt und mit mehreren Blütenständen geblüht. Sie brauchen wohl als Jungpflanzen viel Platz und Zeit, bis sie sich behaupten können.

Ich habe sie mit Erodium, Nepeta, Linum, Knautia und Athamatha kombiniert und mag diese Ecke des Kiesbeets seither ganz besonders.


Und weil es sich irgendwie seltsam anfühlt, einen ganzen Frühling lang kein neues Beet anzulegen, habe ich nahe der Bienenstöcke ein Stück ungenutzte Wiese umgegraben, einen alten Erdhaufen, der dort lagerte, verteilt und lege nun ein umfangreiches Eidechsenversteck an - inklusive Sand für Eiablage, ausgesuchte Pflanzen für Wildbienen und eines noch in Planung befindlichen Lehmwalls, der vielleicht für Wildbienen attraktiv sein könnte.

Mal schauen, wie sich das Beet entwickelt, noch sieht es nicht so spannend aus.

8. Mai 2018

Ein sonniger Morgen Anfang Mai

Da die Sonne mittlerweile so hoch steht, ist es schwierig geworden, tagsüber gute Bilder zu machen. Wer seinen Garten besonders stimmungsvoll fotografieren möchte, muss das nun am Abend oder am frühen Morgen tun. Mir ist die zweite Option lieber, da die Pflanzen noch ganz frisch aussehen und Tau zusätzlich für schöne Motive sorgt. Und da es ja nun schon seit Wochen ständig schönes Wetter gibt, kann man einen Fotomorgen im Garten recht gut planen.

Und das lohnt sich, denn nun kommt Farbe in den Garten und die Beete verändern sich von Tag zu Tag. In den Beeten mit den hohen Sommerstauden, die alle erst Laub schieben (Phlox, Eupatorium, Gräser,...), darf sich die Rote Lichtnelke, Silene dioica, zahlreich ausbreiten, im ersten Bild im Hintergrund zu sehen. Und im Vordergrund eine neue Pflanze, die sich im Kiesbeet munter ausbreitet und auch schon vorsichtig gejätet werden muss: die Karthäusernelke.

Das abgemagerte Schotterbeet mit Dianthus carthusianorum, Allium schoenoprasum 'Forescate' und vereinzelten Papaver atlanticum, der etwa eigenwillig orange blüht und daher die Harmonie etwas stört.

Schnittlauchsorten sind für trockene Freiflächen sehr empfehlenswert. Wer Wert auf ordentliche Beete legt, sollte sie aber bald nach der Blüte zurückschneiden, da sie sich reichlich aussäen - und die meisten Sämlinge normales Schnittlauch-Lila zeigen und nicht so hübsch rosa wie die Sorte 'Forescate'.

Der Rest vom Kiesbeet wächst sich auch täglich mehr zusammen. Lein, Drachenmaul (Horminum), verschiedene Doldenblütler, Katzenminze und die verblühte Bergenie bilden eine dichte Wiese. So habe ich mir das Beet vorgestellt und ich freue mich immer noch, dass es geklappt hat. Aus der Wiese nebenan sind übrigens nicht nur Löwenzähne eingeflogen, sondern auch die Wiesenglockenblumen, die natürlich bleiben dürfen.

Der Wiesencharakter wird in den anderen Beeten durch den Wiesenkerbel weitergeführt. Die Sorte 'Ravenswing' trägt dunkles Laub und ist ein meiner weiteren Lieblingspflanzen im Mai. Super sieht sie zusammen mit Polemonium, Euphorbia palustris und Silene aus.

Im Schatten übernehmen mehr und mehr die Blattstrukturen. Was am Bild so herrlich perfekt aussieht, ist eine wucherige Unkrautecke, wo sich Adiantum venustum, Alchemilla mollis, Tiarella cordifolia und andere Monster (Erdbeeren, Goldnessel...) verweben dürfen.

Ansonsten gibts in den Schattenbeeten gerade einen Schichtwechsel: Vieles zieht ein, einiges übernimmt nun, wie etwa die Salomonssiegel, etliche Farne und Akeleien.

30. April 2018

Der April-Garten im Schnelldurchlauf

Der heurige Frühling war einer der schnellsten, den ich bisher erlebt habe. Gab es kurz vor Ostern noch Schnee, genauer am 23.März, und in den Folgetagen allenfalls zarte Plusgrade, so startete der Frühling mit dem Ostermontag (2.4.) rasch durch und nur drei Tage später hatten wir das erste Mal über 20 Grad. Und seither gab es nur vier Tage, an denen die 20 Grad nicht erreicht wurden! Ich glaube, so oft habe ich im April noch nie kurze Hosen getragen - und ich vermute stark, es gab August-Monate, die einen kälteren Eindruck hinterlassen haben, als dieser April.

Wie hat der Garten das verkraftet? Im Grunde genommen gut, wobei zu den ungewöhnlich hohen Temperaturen ein Gesamtniederschlag von nur 28mm kam, was für den Garten schon an der Grenze ist. Ich hoffe daher auf zumindest eine richtig verregnete Maiwoche, auch wenn es im Moment noch nicht danach aussieht. Die Vegetation hat sich trotzdem nicht aufhalten lassen: Am Beginn um Wochen zurück, schob sich die Vegetation erstaunlich zusammen, sodass alle Obstbäume gleichzeitig blühten und die Tulpen gleichzeitig mit den Narzissen erschienen. Allen gemeinsam war die kurze Blütezeit, die leider nur wenige Tage zum Genießen boten.

Nach einem eher kränklichen Jahr legte die Zierkirsche 'Accolade' heuer überraschend einen fulminanten Blütenstart hin - ich kann diese Sorte nur empfehlen, vor allem in der natürlichen Strauchform. Und da die Blüten nur halb gefüllt sind, können auch Tiere etwas mit ihnen anfangen - vor allem Hummelköniginnen, um diese Jahreszeit angewiesen auf genug Nahrung, können in den Blüten beobachtet werden, manchmal dutzende gleichzeitig.

Immer wieder eine Freude: die Leberblümchen. Hier mit Giersch, jawohl, den gibts in unserem Garten öfter ;-).


Der trockene Frühling hat dazu geführt, dass ich entgegen meiner sonstigen Pläne die Beete wässern musste, besonders unter den Gehölzen - also in den Staudenbeeten - wurde das notwendig. Im Vordergrund die sehr empfehlenswerte Tulipa praestans 'Shogun' (und das restliche Häckselmaterial, das kaum mehr in die Beete passte, weil erst Schnee lag und in der Folge alles viel zu schnell gewachsen ist).

Die Frühlingsplatterbsen und etliche hübsche andere Schattenstauden waren nur wenige Tage in Blüte, hier Jeffersonia diphylla, die schon wieder verblüht.

Narzissen, Tulpen, Helleborus und die ersten Blattschöpfe, hier von Anthriscus sylvestris 'Ravenswing' - so knapp zusammen blühen sie selten, nur die Bergenie lässt sich noch Zeit.

Eine Freude ist jedes Jahr die frühe Blüte der Paeonia mairei, die es heuer pünktlich zum Tag der offenen Gartentür am 15.April geschafft hat, so dazustehen.

Neu im Garten und völlig überzeugend präsentierte sich Fritillaria persica. Diese überzeugend besondere Staude ist als Zwiebel erhältlich und ich werde meinen Bestand aufstocken! Neben den aparten Glöckchen ist auch das silberne, fein Laub eine Zier.

Schon bekannt und trotzdem schön: Tulipa 'Jan Reus', im schönsten Rot aller Tulpen und mit ständigem Zuwachs ist jeden Frühling ein toller Anblick. Ich pflanze jährlich in anderen Gartenteilen neue 'Jan Reus', heuer ist das Beet links hinten, vorm Glashaus, dran.

Im untersten Garteneck habe ich ein Schattenbeet angelegt, das neben den Blüten auch mit Blattfärbungen spielt. Star dieser Ecke ist das gelbblättrige Tränende Herz, Dicentra spectabilis 'Gold Heart', das die eigentlich unvereinbaren Farben Gelb und Rosa gekonnt kombiniert. Ich mag, wie es im Abendlicht leuchtet und von Adiantum venustum, verschiedenen Lathyrus vernus und anderen Schattenklassikern umgeben ist.

Meine liebste Elfenblume ist Epimedium stellulatum 'Long Leaf Form', das Unmengen an sternförmigen, schneeweißen Blüten mit gelber Mitte trägt. Als eine der wenigen asiatischen Arten mag diese Art auch Kalkböden, weshalb sie sich hier besonders gut entwickelt.

Eine Besonderheit für alle, die genau hinschauen, sind gefülltblühende Sorten von Anemone ranuncoloides. Diese Sorte, 'Sirje', hat mehrere Blüten an einem Stängel, die dafür aber sehr klein sind - und alle einen gefüllten Puschel in der Mitte tragen.

Und zuletzt noch meine Sämlinge von Lathyrus vernus. Ich habe mir vor ein paar Jahren welche aus England mitbringen lassen, zwölf verschiedene Farbschläge, und pflanze seither alle auflaufenden Sämlinge in Styroporboxen, um ihre Blüte zu erwarten. Und es gibt so tolle Pflanzen! Diese hier trägt alle Blüten in einer Ebene und man sieht kaum mehr Laub - im Gegensatz zu den anderen beiden Pflanzen, die sich dahinter befinden. Werde ich also doch wieder alle Sämlinge topfen müssen... ;-)

29. März 2018

Einladung zum Tag der offenen Gartentür am 15. April

Nun hat der Winter wohl doch schon fast aufgegeben und im Garten wird alles immer grüner und voller. Einige Beete können mittlerweile kaum mehr betreten werden und jeden Tag gibt es etwas Neues zu entdecken. Weil so bald im Frühling besonders im Schatten einiges zu entdecken ist, gibt es heuer einen besonders frühen Tag der offenen Gartentür. Schon in zwei Wochen, am Sonntag, dem 15. April, möchten wir alle Gartenbegeisterten herzlich einladen, kleine und große Schattenblüher zu entdecken. Vielleicht ist uns das Wetter gewogen und auch die ersten Wildtulpen im Schotterbeet erscheinen noch - wir werden sehen.

Wir freuen uns auf zahlreichen Besuch! Wir öffenen den Garten übrigens bei jedem Wetter, hoffen aber natürlich auf Sonnenschein - oder zumindest keinen Schnee.



Was es sonst so im Garten zu sehen gibt? Erstaunlich viel! Bei den Schneerosen hat es leider, so wie in fast allen Regionen Mitteleuropas, die ganz frühen Blüten komplett erwischt. Einige Pflanzen, die also schon im Jänner Farbe gezeigt haben, sind leider heuer total ausgefallen - das ist das erste Mal passiert, seit ich im Garten Fotos mache. Und selbst wenn es schade ist, so überleben die Pflanzen damit doch, da sie einfach später ihr Laub treiben und vermutlich sogar mehr Kraft haben, als sonst, weil sie weder Blüten noch Samen versorgen müssen. Wir werden sehen.


Diese Pflanze hier hat den Frost schadlos überstanden, ebenso wie alle Zwiebelpflanzen, denen ich eigentlich schon schlechte Karten zugestanden hatte, nachdem wir nur wenig Schnee und doch fast -18°C hatten. Als besonders robust haben sich die Schneeglöckchen erwiesen: Seit Jänner haben sie sich dutzende Male komplett platt zu Boden gedrückt und sind immer wieder aufgestanden. Es ist erstaunlich, wie oft sie dieses Prozedere durchhalten!


Erstaundlich ist auch, wie viel Paeonia mairei aushält. Die Art stamm aus Zentralchina und wächst dort angeblich bis auf 3000m Seehöhe in lichten Laubwäldern (wobei dort die Waldgrenze aufgrund der Lage im Kontinent höher liegt als bei uns). Was es aber schon gibt, sind tiefe Fröste im Winterhalbjahr - und hier scheint unsere Päonie recht hart im Nehmen zu sein. Mein Exemplar steht halbschattig und stand bei den Minusgraden schon mehr als 10cm aus der Erde - nix ist passiert.


Wer auch schon erscheint, sind die ersten Zahnwurze, hier Cardamine glanduligera. Ich wollte sie eigentlich auch als sehr robust beschreiben, aber scheinbar sind in Berlin beim letzten Kahlfrost etliche Pflanzen erfroren. Meine hier stand auch schon aus der Erde und ist davon unbeeindruckt geblieben: Ein paar Tage Sonnenschein und sie wird in voller Blüte stehen. Ich freue mich drauf.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern frohe Ostern! Und natürlich erfolgreiches Garteln bei etwas wärmeren Temperaturen als aktuell.

14. März 2018

Schneeglöckchen als erste Massenblüte

Wer diesen Blog schon länger verfolgt, weiß um meine Bemühungen, große Bestände von Schneeglöckchen im Garten zu etablieren. Seit etwa 8 Jahren verfolge ich dieses Ziel nun ganz konkret, indem ich immer mal wieder nach Ablegern frage, teilweise Schneeglöckchen rette, bevor sie bei Bauvorhaben verlorengehen und auch Spenden einfach so per Post erhalten habe (danke an dieser Stelle noch einmal!). Dazu teile ich die Pflanze, die im Garten wachsen, ebenfalls regelmäßig und dünge sie zudem alle kräftig, sodass es teilweise enorme Zuwachsraten zu verzeichnen gibt.

Wer also bei Beeten voller Schneeglöckchen an Ansiedelungprojekten drei Generationen vorher denkt, sollte lieber jetzt im Frühling bei Freunden und Bekannten fragen, ob sie ihnen ein paar Schneeglöckchen abgeben, diese in einige Gruppen teilen und dann gleich einpflanzen. So habe ich es gemacht und in den ersten vier Jahren war der Fortschritt nur sehr mühsam erkennbar, in den letzten Jahren ging es merklich rascher.

Und heuer, ich kann es kaum glauben, habe ich wirklich viele Schneeglöckchen. Nicht, dass es voriges Jahr oder 2016 ganz wenige gewesen wären, aber der Sprung ist schon erstaunlich, es scheint ein bisschen so wie mit der Verdopplung und dem Seerosenteich zu sein - hat man erstmal viele, werden es schnell noch viele, viele mehr (Vergleichsbilder aus dem Jahr 2016).

Meine Sorgenkinder, die Crocus, sind heuer auch recht zahlreich vertreten. Irgendetwas sorgt immer wieder für ihr Ableben, denn obwohl ich jedes Jahr mindestens 200 Stück einlege, werden sie nie auch nur annähernd so schnell mehr wie die Schneeglöckchen, ganz im Gegenteil, an einigen Stellen sind sie sogar schon wieder verschwunden.

Hier ist ein Tuff, der sehr reich blüht - von Sämlingen ist aber noch immer keine Spur. Hilfreich waren jedoch größere Mengen an kleinen Sämlingszwiebeln, die ich vor zwei Jahren bekommen habe. Man erkennt nun deutlich, wo ich diese gepflanzt habe.

Dieses Beet wird schon seit 8 Jahren mit Galanthus besiedelt. Ausgehend von der Fläche links unter der Korkenzieherhasel habe ich immer weitergeteilt. Bis auf die Pflanzen am rechten Bildrand und ein paar Gruppen in der Mitte, die ich vor zwei Jahren neu ergänzt habe, handelt es sich bei allen um geteilte Exemplare der ersten Gruppen. Im Sommer ist das Beet dicht bewachsen mit Phlox, Persicaria, anderen hohen Stauden und leider auch Zaunwinden. Wenn ich letzteren nachgrabe, finde ich auch im Sommer immer mal wieder Galanthuszwiebel; so vermehre ich sie unabsichtlich auch ein wenig weiter.

Hier erkennt man ganz gut den Masseneffekt. Nun sind es so viele Blüten, dass auch die Bienen in großer Zahl zu beobachten sind und mit tieforangen Höschen die Pollen einsammeln.

Diese Gruppen stehen nun seit zwei Jahren. Ich teile die Schneeglöckchen nicht in einzelne Zwiebel, weil es sonst so lange dauert, bis man sie optisch aus den Beeten herausstechen sieht. Für wirklich große Flächen wäre das aber die effektivere Methode, denn ich muss rascher wieder ran und teilen.

Am frühen Morgen dauert es immer etwas, bis die Blüten in Gang kommen. Nur die Cyclamen sind unverändert, sie halten auch ohne Schutzmöglichkeit oder Schließen der Blüten kalte Temperaturen problemlos aus.

Hier habe ich ein neues Farbschema versucht, das mit wintergrünen Carex, Bergenia, Helleborus und Schneeglöckchen auch im Winterhalbjahr für Farbe sorgen soll. Bisher habe ich Bergenien und Gräser stark vernachlässigt, aber das wird sich ändern, denn diese Kombination, die ich in einem anderen Garten gesehen habe, kann ich mir auch gut in anderen Gartenecken vorstellen.

Meine unermüdlichen Versuche, Crocus anzusiedeln, sehen im ersten Jahr immer etwas mickrig aus.

Üppig ist dagegen der Austrieb von Paeonia mairei, einer Wild-Pfingstrose, die ich hier jedes Jahr zeige, weil es einfach so unglaublich ist, dass sie so früh erscheint und ihr Frost und Schnee nichts anhaben kann! Was schon gelitten hat, sind unsere Lenzrosen und hier leider vor allem die hübschen Sorten aus England, da sie schon am weitesten ausgetrieben waren... ich hoffe nur, der neuerliche Wintereinbruch am Wochenende fällt moderat aus, denn eigentlich könnte ich mich schon gut an den Frühling gewöhnen!

20. Februar 2018

Nun also doch noch Winter

Noch vor drei Wochen hatte alles auf einen sehr frühen Frühling hingedeutet, auf blühende Beete schon im Februar und auf Schneeglöckchenwiesen, so weit das Auge reicht. Seither ist es sukzessive kühler geworden, mit wenigen Ausnahmen jeden Tagen frostiger und kommende Woche scheint es nun, wenn auch etwas spät, doch noch richtig Winter werden zu wollen. Und zwar wirklich, mit etwas Schnee und viel mehr Frost und ich werde wohl weniger mit Frühlingsblühern zu tun haben als mit Eislichtern, Vogelfüttern und Frieren.

Eislichter sind aber ein gutes Stichwort: Wer es noch nie probiert hat, braucht ein paar alte Plastikformen, etwas kreative Ideen und vielleicht noch Luftballons und ein paar pflanzliche Reste, die eingefroren hübsch aussehen (hier mein Beitrag von 2012 zum Thema Eislichter).


Eben 2012, als eiskalte Luft auch genau im Februar zu uns strömte, passierte das alles 3 Wochen früher - und die Frühlingsblüher waren zwar auch schon sichtbar, aber nicht so weit wie heuer. Ich bin nämlich unsicher, ob Frühblüher, deren Blüten wirklich schon aus dem Boden ragen, mit Temperaturen um und unter -10°C klarkommen. Hat dazu jemand Erfahrungswerte? Ich fürchte, sie werden einfach am Boden festfrieren und dann, wenns es wieder warm wird, nicht mehr wirklich hochkommen. Welche Pflanzen dabei robuster sind, darauf bin ich gespannt.


Insgesamt wären Schäden schon traurig - weil es sämtliche Schneeglöckchen, Winterlinge, Crocus und Cyclamen betreffen würde, außer natürlich, es schneit bis zum Wochenende noch kräftig, aber nach mehr als ein paar Flocken sieht es leider nicht aus. An den sonnigen Beetstellen sind sie an vielen Stellen schon so weit raus, dass ein einziger sonniger Tag zur Vollblüte bereicht hätte.


Wo es schattiger ist, konnte sich aus den paar Flocken der letzten Tage eine leichte Schneeschicht bilden, die natürlich schon Schutz bietet. Es würde bei mir auch nur die wirklichen Frühblüher betreffen, denn alle anderen Stauden sind noch brav in der Erde geblieben, bis auf ein paar Taglilien, die schon ausgetrieben sind.


Schneeglöckchen sind ja sonst recht robust: Nächtliche Kälte oder auch stärkerer Kahlfrost lassen sie zwar  flach am Boden liegen wie Spinat, aber mit der Sonne tauen sie auf und können ihre vermeintlich schon gematschten Stängel wieder aufrichten und blühen oft tagelang weiter. Ich bin aber eben nicht sicher, ob das auch bei tiefen Temperaturen und längeren Phasen des Nicht-Auftauens funktioniert.

Und das gerade heuer, wo ich so unglaublich viele Schneeglöckchenblüten erwarte! Ich teile ja schon seit Jahren unermüdlich und dünge und bekomme auch immer mal wieder neue Pflanzen und die letzten Jahre scheinen meinen Galanthus gut bekommen zu sein. Sogar jetzt, wo noch Schnee liegt, schaut der Garten schon recht voll mit ihnen aus.


Und er auch schon da und dort rausragt, sind die ersten Leberblümchen. An einer sonnigen Stelle blühen die ersten heimischen Hepatica nobilis, dieses hier ist Hepatica trannssilvanica 'Blumenstadt Erfurt', das eigentlich schon an Weihnachten blühen sollte - aber das hat es bei mir noch nie geschafft.


 Das gartenunfreundliche Wetter hat aber auch positive Seiten: So konnte ich, was schon seit Jahren überfällig war, die Skizze unseres Gartens erneuern und um die Glashausbereiche im Beet gegenüber vom Haus erweitern. Der Plan steht nun am Blog in der Rubrik "Über den Garten" und man hat eine bessere Vorstellung, was sich wo befindet. Allerdings fehlen noch die Maße und mit den Farben bin ich auch nicht ganz zufrieden... vielleicht dauert der Winter ja noch lang genug, dass ich mir den Plan noch einmal vornehme!

31. Januar 2018

Frühling schon im Jänner?

Neidvoll habe ich immer nach England geblickt, Blogs durchwühlt und stundenlang in den Frühlingsfotos vergangener Jahre herumgeklickt. Ende Februar 2016 habe ich sogar einen Beitrag daraus verfasst, in dem ich die Zeitpunkte der Hochblüte der Frühlingsblüher notiert habe. Und auch wenns heuer schon drauf und dran ist zum Blühen: So früh wie das Jahr 2007, mit einer Schneeglöckchenvollblüte am 9. Februar, wird es heuer wohl doch nicht werden - obwohl schon einiges recht weit rauslinst und blühen will.

Galanthus woronowii / Galanthus elwesii
Sieger unter den aufgeblühten Schneeglöckchen waren vergangenes Jahr Galanthus woronowii, die mit ihren glänzend grünen Blättern am 22. Februar ihre geöffneten Blüten präsentierten, knapp gefolgt vom Tuff Galanthus elwesii auf dem rechten Foto. Heuer haben ihnen ein paar ganz normale, aussäende Schneeglöckchen den Rang abgelaufen; sie waren schon letzte Woche in Blüte, allerdings nur einzelne Exemplare.

Galanthus nivalis / Galanthus elwesii
Diese tuffbildenden Glöckchen sind noch tiefer versteckt, sie stehen auch ziemlich schattig und werden noch einige Zeit brauchen, bis sie blühen. Sind sie an sonnigeren Stellen, nur wenige Meter entfernt, schaut es schon ganz anders aus. Aber auch hier haben die größeren Kollegen, Galanthus elwesii, die Blüten eindeutig vorne - und schauen schon jetzt imposanter aus.

Bildunterschrift hinzufügen
Recht überraschend blühen auch schon einige Frühlingsknotenblumen, Leucojum vernum, mit denen ich eigentlich noch nicht gerechnet hätte. An anderer Stelle im Beet sind sie noch sehr weit zurück, bisweilen noch nicht einmal sichtbar, und auch direkt neben diesen blühenden Pflanzen spitzen einige erst knapp aus dem Boden.

Die Frühlingscyclamen zeigen auch im Schatten schon erste Blüten, aber von massenhaftem Erscheinen kann man auch hier noch nicht sprechen. Der Garten wartet also noch ein wenig. Mit ihm tun das viele Pflanzen wie Winterlinge, Crocus und Leberblümchen, die zwar schon recht weit, aber doch noch in winterlichen Zurückhaltung in den Beeten lauern. Angesichts der Wetterprognosen ist das auch gut so.

Trotzdem bin ich froh, viele Beete schon abgeräumt zu haben. Denn sollte doch Schnee kommen - sobald er wegschmilzt, wird es heuer sehr schnell gehen! Seien wir gespannt. Im Februar 2012 kams nach diesem Post, mit Schneeglöckchen am 24. Jänner, dann noch ganz dicke...