Wir in der Sendung Natur im Garten (---> klick)

28. Juli 2015

Dürre, Regen, Honig - der Garten im Hochsommer

Die längere Trockenheit wurde vergangene Woche und in den letzten Tagen nun unterbrochen und die schon etwas in Mitleidenschaft gezogenen Beete konnten sich nun langsam wieder erholen. Es ist interessant, dass Staudenbeete, wenn sie gut eingewachsen sind, kaum unter Trockenheit leiden - anders sieht es mit Stauden unter Gehölzen aus - eine Gruppe Phloxe hat an so einer Stelle sehr gelitten.

Viele andere Stauden profitieren jedoch von der Hitze und auch ich freue mich ganz unsolidarisch mit all den Pflanzen über ein paar warme Tage - hier sind kühle, verregnete Sommer die Normalität und ein paar Tage hintereinander grillen und baden ist etwas, das man nicht voraussetzen kann. Da unser Garten bis auf die Gemüsebeete kaum gegossen wird, ergab sich kein größeres Problem. Die Beete gegenüber wurden einen Abend gesprenkelt, um die Phloxe zu retten, ansonsten blieben alle Stauden sich selbst überlassen.

Heute Abend gab es einen herrlichen kleine Gewitterguss, bei dem während des Regens noch die Sonne rauskam.

Das Sommerstaudenbeet gegenüber hat eine unerwartete und vor allem ungeplante Aufwertung durch einen angeflogenen Baldrian erhalten. Bestimmt ärgere ich mich kommendes Jahr über die vielen kleinen Baldrians - aber die Wolkenwirkung seiner welken Blütenstände ist beeindruckend.

Im Kiesbeet am Haus fühlt sich endlich auch Stipa gigantea wohl. Klar, sie ist nur winzig im Vergleich zu Exemplaren in England oder den Niederlanden, aber die Blüten schweben über den Pflanzen, immerhin.

In den schattigeren Partien steht der Phlox ohne Probleme - die Hosta 'Heideturm' jedoch leidet. Die Bilder entstanden vor dem Regen und ich habe nur ganz wenige Stellen gewässert. Die Folge davon ist, dass einige Blattschmuckstauden Blattschaden erlitten haben. Aber die meisten waren auch von den Schnecken schon angegriffen und insgesamt keine Pracht mehr - neues Jahr, neues Glück.

Hier sieht man, wie verdorrt alles ist - aber ohne Gehölzkonkurrenz und von den anderen Stauden an den Beinen beschattet schafft es Phlox auch in der prallen Sonne und ohne zusätzliche Wassergaben.

Völlig ungerührt von Trockenheit sind die Agastachen. Es tut mir schon leid, dass ich so viele gejätet habe - sie hätten den Sommer über ein besseres Bild abgegeben als all die Stauden, für die Platz geschaffen habe und die nun nicht in die Gänge kamen.

Was auch anstand, war das Schleudern des Honigs. Ich besitze mittlerweile fünf Bienenvölker, die den Garten und unsere Umgebung fleißig befliegen. Neben der ökologischen Bedeutung interessiert mich die Arbeit mit diesen Tieren. Auf dem Bild sind mein Freund und ich zu sehen, wie wir die Honigwaben entnehmen.
Im Gegensatz zu Erwerbsimkern oder fast allen anderen imkernden Personen, die ich kenne, schleudere ich nur einmal im Jahr, nämlich Ende Juli. Damit habe ich keinen sortenreinen Honig wie "Blütenhonig" oder "Waldhonig" sondern eine Mischung aus allem, was die Bienen dieses Jahr gefunden haben - heuer fast nur Waldhonig, weil die im Frühjahr eingetragenen Vorräte zum Teil von den Völkern selbst verbraucht wurden, als es im Frühsommer so regnerisch war.
Hier sieht man ganz frisch eingetragenen, noch unverdeckelten Honig. Diese Wabe habe ich den Bienen zurückgegeben - nicht jeder Tropfen Honig muss ausgeschleudert werden, zumindest nicht bei meinen Bienen. Danke an dieser Stelle an Lexi für die Fotos - ich bin stets so vermummt und/oder klebrig, dass es von der Arbeit mit den Bienen so gut wie keine Bilder gibt!

Trotzdem bleibt genug für uns und es ist jedes Mal eine Freude, wenn der Honig ganz langsam aus der Schleuder fließt (was da drin schwimmt, sind kleine Teile Wachs, die ich danach abschöpfe, ich bin zu ungeduldig für ein Sieb, wo der Honig nur ganz langsam durchläuft).


Und hier habe ich gesenst und damit den "Grundstein" für das neue Sommerprojekt gelegt... demnächst geht es weiter :-)

14. Juli 2015

Staudensichtungsgarten Weihenstephan im Juli

Vergangenes Wochenende fand in Freising das Forumstreffen von garten-pur statt, das nicht nur interessante Gespräche und leckere Verpflegung bot, sondern auch einige gärtnerische Ausflugsziele. Eines der schönsten führte uns in den Staudensichtungsgarten Weihenstephan, den ich zwar vom Frühling kenne (Bilder vom Mai 2011) und einmal im August gesehen habe, aber noch nie zum Höhepunkt des Jahres im Juli: Und die Mühen - es war sehr heiß und wir waren nachmittags dort - haben sich mehrfach gelohnt!

Besonders die Trockenpflanzungen haben mich so sehr beeindruckt, dass ich mehrfach Sonnencreme nachlegen musste, um alle Bereiche ablaufen und trotz des gleißenden Lichtes Bilder erhalten zu können. Für mein Steppenbeet, das demnächst entstehen wird, gab es Unmengen an Inspiration. Ich zeige euch daher eine kleine Auswahl aus der Fülle von Bildern und versuche, möglichst viele sichtbare Pflanzen zu benennen.

Das Gras ist Achnatherum calamagrostis, die Euphorbia dürfte E. seguieriana ssp. niciciana sein, dazwischen Echinops ritro, Berberis, Salvia nemorosa und Kalimeris, eventuell K. mongolica.

Hier noch einmal die gleiche Pflanzung, hier sieht man außerdem Anthemis tintoria und Heuchera.

Im Kniphofienhang erblühte gerade ganz frisch Crocosmia x 'Luzifer', eine großartige und exotisch anmutende Pflanze, die man am besten als Knolle einlegt (sie sind bei durchlässigem Boden zuverlässig winterhart).

Hier Knophofia, Artemisia ludiviciana 'Silver Queen', Lychnis coronaria 'Alba', Asclepias tuberosa und wieder 'Lucifer'.

Hier ein weiterer Ausschnitt, wo man außerdem Nepeta, Euphorbia griffithi 'Dixter' und Solidago rugosa 'Fireworks' (?) erkennen kann.

Ein weiterer Trockenbereich lebt von den vielen Ein- und Zweijährigen, deren Erhalt in diesem Beet großen Aufwand bereitet und dazu führt, dass dieser so herrlich natürlich erscheinende Bereich jener mit dem größten Pflegeaufwand ist. Hier zu sehen: Linum flavum, Eryngium giganteum, Allium sphaerocephalum, Anthemis tinctoria.

Ein mir unbekannter Doldenblütler, Eryngium planum, im Hintergrund Linum flavum.

Ein Stück weiter ist es noch felsiger und trockener. Dieser Bereich erinnert sehr stark an die Straßenränder im mediterranen Raum, wofür vor allem Eryngium planum verantwortlich ist.

Pennisetum orientale ist ein wundervolles Gras, das hier mit dem Bienenmagneten Allium sphaerocephalum, Eryngium giganteum und E. planum sowie Anthemis tinctoria zum Leuchten kommt.

Hier spielen auch noch Acanthus, Knautia macedonica und Asclepias tuberosa mit - eigentlich grausig bunt, aber aufgrund der kleinen, natürlich Blüten naturnah und sehr harmonisch.

Völlig gegensätzlich und nur wenige Meter entfernt und mit Hilfe einer Hecke aus Gräsern optisch von meinen Traumbeeten entfernt sind die Farbbeete, für die Weihenstephan bekann ist und die zum Teil jedes Jahr neu angelegt und komponiert werden.

Das rote Beet etwa besteht zu einem Großteil aus Anuellen, die vor Ort herangezogen werden.

Klassische Staudenborders gibt es auch...

... sogar in Cremefarben, was viele Ideen für heimische Gärten bietet...

...und altbekannte Pflanzen neu anordnet.

Der Staudensichtungsgarten ist kostenlos zugänglich und täglich von 9:00 - 18:00 Uhr geöffnet. Es wäre spannend, ihn öfter im Jahr zu besuchen und die Entwicklung in den Staudenbeeten festzuhalten - aber auch ein einzelner Besuch lohnt.

Nicht auf meinen Bildern zu sehen sind die "richtigen" Sichtungsbeete, wo Pflanzen wie aktuell Heuchera oder Persicaria mit allen erhältlichen Sorten nebeneinander aufgepflanzt und verglichen werden oder die weitläufigen Gehölzbereiche sowie der umwerfend schön gepflegte Nutzgartenbereich mit einer Vielzahl an Obst- und Gemüsesorten.

22. Juni 2015

Schattenstauden Ende Juni

Die Hauptsaison der Schattenpflanzen ist nun vorüber, denn das Blätterdach der Bäume ist geschlossen; deren Blätter sind zum Schutz vor der Einstrahlung nachgedunkelt und nur mehr wenige Sonnenstrahlen dringen bis zum Waldboden vor.

Für Gartengestaltung im Schatten werden nun die Blätter wesentlich, die Laubstruktur, die Laubform und die -farbe und die Wuchsform allgemein wichtiger, denn für die Pflanzen bedeutet das Dunkel, dass sich auch viel weniger Bestäuber zu ihnen verirren und daher setzen nur mehr wenige auf Blüten. Einige Stauden bilden allerdings Ausnahmen.

Anemone 'Wild Swan' ist eine Hybride aus mehreren Anemone-Arten und blüht von Juni bis in den Herbst hinein. Es ist eine sehr neue Pflanze, die vor etwa 15 Jahren entdeckt und 2011 auf der Chelsea Flower-Show ausgezeichnet wurde. Bei mir hat sie es nicht so vornehm und sie gedeiht auch, ich finde sogar, sie sieht recht wildpflanzig aus. Die Rückseiten der Blüten sind jweils abwechselnd ansprechend blau überlaufen und die gesamte Pflanze macht einen ansprechenden Eindruck, da sie einen gleichmäßigen Busch bildet und weder Ausläufer treibt noch Samen entwickelt- weshalb sie auch so lange blühen kann.

Eine weitere Ausnahme ist die Deinanthe, die zu den Hortensiengewächsen gehört und aus Asien stammt. Es gibt zwei Arten, eine aus Japan, eine aus China und einige Sorten, die Anfang Juli von Hellblaue über Weiß bis Rosa blühen. Sie bilden einen gleichmäßigen Busch und lieben feuchte, regenreiche Jahre - nur dann schaffen sie es auch zur Blüte, denn nur wenige Tage Trockenheit führen dazu, dass die Knospen vertrocknen und abfallen - das tut der Pflanze nichts, ist aber immer schade. Heuer war bis jetzt alles perfekt und die Pflanze ist hoch wie nie und voller Knospen.
Eine dunklere Variante der Deinanthe stammt aus dem Botanischen Garten in Graz. Sie treibt rötlich-orange aus, behält diese Farbe an den Stängeln und Knospen und blüht auch insgesamt dunkler. Ich habe meine Pflanze umgesetzt und sie ist wunderschön wie nie zuvor.

Die meisten Maiglöckchengewächse blühen Anfang Mai, nur einige der großen Disporum-Arten brauchen dafür länger, einfach, weil sie während der Blüte weiterwachsen - links im Hintergrund Disporum cantoniense 'Aureomarginatum' / rechts Campanula latifolia var. macrantha 'Alba', eine dankebare und standfese Glockenblumensorten, die auch im Halbschatten gut gedeiht.

Die Boehmeria, in diesem Fall im Hauptmotiv die B. tricuspis, links daneben B. platanifolia ist eine wie ich finde schöne Staude für den Halbschatten - das Argument, sie hätte etwas Brennnesseliges an sich, kann ich aber leider auch nicht von der Hand weisen - wahrscheinlich ist sie mir einfach grundsätzlich sympathisch, weil sie keine Nesselhaare hat. Ihre tief eingeschnittenen Blätter mit dem eigenartigen Zipfelchen am Ende sind jedenfalls ungewöhnlich und ihre Blüten, die erst im August erscheinen werden, sind es ebenfalls.Dazu ist sie robust und schneckenfest - wenn auch nicht sonderlich spektakulär.

Diphylleia sinensis ist wiederum eleganter. Die schönen großen Blätter - mit zwei Einschnitten ist jeweils oben und unten die namensgebende Zweiteilung angedeutet - treiben im Frühling rötlich aus und blühen dann mit hübschen weißen Schirmblüten, aus denen sich danach die jetzt zu sehenden blauen Beeren entwickeln. Diphylleia ist eine kleine Gattung mit lediglich drei Arten, die jeweils in Nordamerika, China und Japan Laubwälder besiedeln und alle mit den Elfenblumen verwandt sind. Sie mögen humosen Boden und kühle Bedingungen - wobei es der viel bekannteren D. cymosa bei mir nicht zugesagt hat.

Klassische Schattenstauden wie Hosta mag ich natürlich auch - aber ihnen fehlt die subtile Wildheit und die Stimmung, eben weil sie so sehr nach Garten aussehen, dass man sie sich nie in Wäldern vorstellen würde. Die anderen Schattenstauden hingegen, unscheinbar und meist einfach grünblättrig, zeigen die Anpassung an ihren Lebensraum ganz unmittelbar, mit großen, grünen Blättern und kleinen, unscheinbaren Blüten. Sie erzeugen die Stimmung von Wald - Funkien sind dafür uneingeschränkt schön. Beide gemeinsam klappen in Beeten optisch nur bedingt - bei mir sind sie daher bis auf wenige Ausnahmen getrennt verwendet.

16. Juni 2015

Rückblick - Tage der offenen Gartentür 2015

Nun sind sie vorbei und auch wenn viel Aufwand (nein, keine Arbeit) dahintersteckt und einiges organisiert werden will und das Wetter im Vorfeld meist nicht so ist, wie man es gut brauchen könnte, so überwiegt doch das Positive so eindeutig, dass ich schon ganz vorsichtig im Kalender auf den kommenden Frühling geblättert und auf die möglichen Daten geschielt habe. Vorerst aber gilt es einmal durchzuatmen, die vielen Komplimente sitzen zu lassen und sich zu freuen: Über eine gelungene Veranstaltung, eine Vielzahl an Gartenbegeisterten und das Wetter, das uns ein so angenehmes Gartenwochende beschert hat.

Wir möchten uns aber auch bei den vielen freundlichen Besucherinnen und Besuchern bedanken, für die freundlichen Worte, die informativen Gespräche und die vielen Ideen, die auch wir mitgeteilt bekommen haben!

Die Beete waren schon sehr hoch und wiesenhaft, aber zum Glück nicht umgekippt - daher machte sogar der Mohn einen guten Eindruck und passte gut zur hohen Glockenblume (Campanula lactiflora).

Sehr spannend finde ich jedes Jahr, welche Stauden erfragt und am häufigsten betrachtet und fotografiert werden. Manche lenken zuverlässig viel Interesse auf sich, so wie jedes Jahr unser lieber 'Spotty Dotty' oder die Hostas in den Töpfen - es erscheint noch immer vielen höchst erstaunlich, dass wir mit den Hostas im Winter wirklich nichts tun, sie einfach stehen lassen und sie trotzdem gut gedeihen.

Vom Leinkraut wussten wir schon von letztem Jahr, dass es vielen auffällt- aber heuer war auch mein überdimensional großes Mutterkraut, ewig im Garten vorhanden und für mich eine ganz  gewöhnliche Staude, oft Grund für eine Frage.


Klatschmohn, Geranium x oxonianum, Thalictrum minus ssp. minus, Calamagrostis ex. Korea

Andere Stauden, die ich als besonders eingestuft hätte, wurden weniger beachtet. So die Gillenia - sie hat wunderbar geblüht  -, die Deinanthe, die vielen Wiesenrauten und einige Blattschmuckstauden, die sich eigentlich gut präsentiert haben. Was dafür offenbar wieder mehr im Kommen ist, sind Geranium: Besonders die pinkfarbigen Sorten von Geranium psilostemon wurden von vielen bewundert.

Sehr beeindruckt waren auch alle von den Rosen, obwohl es hier eh kaum welche gibt. Ich bekam - und musste schmunzeln - einige sehr wohlwollende Kommentare zu meiner hin und wieder anklingenden Rosenkritik, aber leider wurde meine Autorität in dieser Hinsicht just in diesen Tagen von einer gigantischen rosa Rose untergraben, die mitten in einem meiner Beete steht und leider - wenig glaubwürdig für mich - gesund, wüchsig und reichblütig alle meine Vorwürfe, was an Rosen so ärgerlich sei, Lügen straft. Dass sie ausgerechnet zur offenen Gartentüre so unerhört hübsch blüht, darf nicht ungestraft bleiben: Ich habe ihren Namen noch immer nicht recherchiert und sie kann deshalb nicht mit Namen angesprochen werden (man sieht sie am Bild unten rechts... ).


Blick auf eines der Sommerstaudenbeete

Was uns besonders beeindruckt hat, waren die in vielen Fällen sehr weiten Anfahrtswege der Besucherinnen und Besucher: Wir unterhielten uns unter Staunen mit Gartenfreunden aus Niederösterreich, Kärnten und sogar Osttirol, sowie mit Begeisterten aus Deutschland, die es auf der Durchfahrt nach zwei Jahren Verpassen heuer so eingerichtet hatten, genau zu unserer offenen Gartentür hier auf halbem Weg Quartier zu beziehen.


Orlaya, Papaver, Stachys macrantha, Melica ciliata und Campanula lactiflora

Viele bekundeten Interesse an Staudenbeeten, fragten zu Anlage und Pflege und hatten Listen mit, auf denen sie Pflanzennamen notierten. Ich freue mich immer, wenn jemand im Garten neue Pflanzen kennenlernt und neue Pflanzmöglichkeiten entdeckt.

Etliche kannten auch schon den Blog und nahmen in ihren Fragen ganz gezielt Bezug auf Beiträge oder Fotos - das hat mir ganz besondere Freude bereitet, weil ich es so schön finde, wenn jemand vom anonymen Leser, vom Klick auf dem Blog, zu einer richtigen Person wird, die selber einen Garten hat und sich bei mir vorstellt. So habe ich beim Schreiben Gesichter vor mir und es motiviert mich, hier Inhalte zu verbreiten.



Der Inhalt des heutigen Beitrags dreht sich daher sehr einhellig ums Freuden - und ich möchte damit auch allen Mut machen - oder vielmehr Zweifel nehmen  - die überlegen, ihren Garten zu öffnen. Wer hin und wieder schon darüber nachgedacht hat und sich dann doch nicht entschließen konnte: Es macht Freude, es bringt neue Bekanntschaften, es macht müde... und es macht glücklich :-).

Auf einen schönen Gartensommer und viele Ideen... hier wird es heuer einige interessante Projekte geben!


Anthemis tinctoria 'Sauce Hollandaise', Linum perenne, Orlaya grandiflora

11. Juni 2015

(Offener) Garten im Juni

Kommendes Wochenende ist es wieder soweit: Unser Garten wird für zwei Tage geöffnet und meine Familie und ich sind zwei Tage auf den Beinen, um Leuten das Gärtnern mit Stauden näherzubringen. Die letzten Wochen habe ich mit dem Jäten von Winden, teilweise mit Herausnehmen zu üppiger Pflanzen und mit dem Bewundern der Beete verbracht. Und ein klein wenig Neues geplant haben wir auch... der Sommer wird im Garten einige Veränderungen bringen!

Als kleinen Überblick über die letzten zwei Wochen ein paar Bilder. Die Hitze hat den Staudenmohn leider schon weitgehend verblühen lassen und auch die Paeonien sind schon fast alle wieder durch.

Ich freue mich auf zwei sonnige Tage mit schönen Gesprächen und hoffe, einige von euch am Wochenende begrüßen zu dürfen :-).


Das Kiesbeet hat mit der selbstausgesäten Hesperis eine ungeplante Aufwertung erfahren.

Nun stehen die Storchschnäbel in Vollblüte, wie hier das dankbare und langlebige Geranium psilostemon.
Hier wurde vergangenes Jahr umgestaltet. Der rotblättrige Knöterich ist der Star der Ecke, aber auch die anderen Stauden rundherum stehen ihm um nichts nach. Das Beet liegt direkt gegenüber vom Haus und sollte daher rund ums Jahr schön sein - bis jetzt klappt es mit diesem Vorhaben.
Die Schattenbeete vertiefen jetzt ihr Grün; Blüten kommen nur mehr selten vor. Auch die weiße Pfingstrose ist nun schon verwelkt.
Das Dschungeleck wurde freigerodet und man kann die Farne nun aus der Nähe bestaunen. Der Anblick ist mir das jährliche Entfernen der Ausläufer wert.
Mamas Gemüsegarten - einer von vier oder fünf, ich weiß nicht, wie die Zählung im neuen Abschnitt beim Kompostplatz weiterläuft - präsentiert sich im Juni von seiner besten Seite - alles sprießt, vieles kann geerntet werden und einiges darf auch einfach nur blühen.
Ob die Gillenia bis zum Wochenende durchhält, weiß ich nicht - ich finde sie so wunderschön und würde hoffen, sie würde in mehr Gärten verwendet werden.
Im Schatten blüht nun das riesige Disporum cantoniense 'Aureovariegata'. Es ist eigentlich nicht sehr winterhart, aber das weiß mein Exemplar nicht. Wer Disporums nicht kennt: Sie sind so ähnlich wie Polygonatum, also Maiglöckchengewächse, und blühen eher unscheinbar mit kleinen, grünlich-gelben Glöckchen - links oben im Bild - und wachsen überhängend/aufrecht. Sehr aufsehenerregend sind sie nicht, aber aus der Nähe mag ich sie sehr.

31. Mai 2015

Staudenbeete Ende Mai

Unterstützt von Regenwetter, warmen Temperaturen und unbemerkt, weil man bei triefnasser Vegetation nicht so häufig im Garten unterwegs ist  - zumindest nicht ich - hat sich in den Beeten eine großartige Entwicklung vollzogen: Es wird langsam Sommer, der Boden ist unter mehreren Schichten Pflanzen versteckt und alles blüht und wächst und duftet und, auch das, zieht schon wieder ein. Die ersten Frühlingsblüher, begeistert begrüßt und mehrmals hier dokumentiert, sind schon wieder spurlos verschwunden und komplett fertig vorbereitet, um im Februar (das sind noch mindestens 8 Monate!) blitzschnell zu erscheinen.

Weil alles so geschwind geht, daher nur ein kleiner Überblick über die verschiedenen Bereiche des Gartens. In zwei Wochen sind die Tage der offenen Gartentür und eigentlich wäre der Garten jetzt schon ganz schön :-). Ich ziehe bis dahin also Winden und steche noch die Kanten - den Rest dürfen die Pflanzen erledigen... und das machen sie sicher gut.

Heuer ist Astilboides tabularis so spät ausgetrieben, dass ich schon dachte, es wäre verschwunden. Dabei hat es offenbar nur richtig tief Luft geholt und ist riesig geworden! Ich muss ein paar Stauden, die sich darunter befinden retten, denn sie bekommen nun kein Licht mehr.

In den Sommerstaudenbeeten herrschen noch Silene, Allium und Polemonium; bald werden aber andere Stauden übernehmen. Ich lasse dann immer nur ein paar Silene stehen und jäte die anderen, damit ich nicht zu viele Sämlinge jäten muss (oder aus lauter Begeisterung alle kleinen stehen lasse und dann nur mehr Silenen habe. Eher deswegen...).

Dass der rote Knöterich nicht winterhart sei, hört man immer wieder. Ich war schon ganz skeptisch, aber mein Persicaria microcephala 'Red Dragon' ist wieder so herrlich wie letztes Jahr - dabei steht er erst jetzt, Anfang Juni, ein Jahr hier! Mit den weißen Iris sibirica schaut es klasse aus und bald wird die Gillenia dazukommen.

Der Schattenbereich unter Nuss- und Apfelbaum wurde rechts von mir ein Stück erweitert. Der viele Regen der letzten Wochen hat sehr gut gepasst und alles so gut einwurzeln lassen, dass ich nicht damit rechne, jetzt sehr oft gießen zu müssen.

Der Blick über die Sommerbeete zeigt, dass sie im Moment wie Wiesen wirken. Ihre eigentliche Struktur und vor allem die Höhenstaffelung ist bis jetzt noch nicht sichtbar und wird erst erscheinen, sobald ich die Silenen jäte.

Eine herrliche Grün-in-Grün-Kombination ist dort entstanden, wo wir vor eineinhalb Jahren eine Hortensie 'Annabelle' gerodet haben: Trichterfarn, Geißbart und rotblättriger Felberich. Ersteren und letzteren muss ständig Einhalt geboten werden, aber die Optik ist das Zupfen wert!

Im Kiesbeet, wo die großen Buchse gerodet wurden (kein, kein Zünsler, auch kein Pilz, schlicht: zu großer Buchs) entwickeln sich die Iris nun viel besser und auch alles andere legt in der helleren Situation nun besser zu.

Und dann ist heute noch mein Lieblingsstaudenmohn aufgeblüht: 'Patty's Plum', eine Erscheinung von einem Mohn, seltsamfarbig und wunderbar gedeckt, ich könnte ihn immerzu betrachten :-). Ich hoffe, eure Gärten machen euch im Moment auch so viel Freude!