Wir in der Sendung Natur im Garten (---> klick)

3. Mai 2016

Volle Beete Anfang Mai

Die Kaltluft letzte Woche hat in unserem Garten nur ganz geringe Schäden angerichtet. Wie so oft entschieden einige wenige Kilometer zwischen sehr kalten Temperaturen (bis zu -5°C wurden gemessen) und ganz knappem Frost. Die abgedeckten Pflanzen blieben allesamt verschont, besonders die spätblühenden Epimedien. Die Schutzkonstruktion für die Rodgersia hat sich bewährt und nur die Deinanthe und die hohen Dicentras haben ein ganz klein wenig braune Blattspitzen davongetragen. Weniger Glück hatten da die Gärten in Nachbarorten und in anderen Bundesländern, wo der nasse Schnee zu massiven Schneebrüchen führte.

Nun sollten jedoch zumindest vorerst alle ungünstigen Wetterbedingungen Geschichte sein und warmes, regnerisches Frühlingwetter, vielleicht mit ersten Gewittern, steht bevor. Der Niederschlag der letzten Tage hat die Pflanzen zum Austrieb angeregt und die bis dahin noch kaum sichtbaren Sommerstauden haben binnen weniger Tage große Blattschöpfe getrieben.


Der offene Gartentag vergangenen Sonntag war zwar etwas vom Regen geprägt, aber viele ließen sich von etwas Nass nicht abhalten und wir konnten eine Menge interessante Gespräche führen, neue Leute kennenlernen und alle davon überzeugen, dass Gärten auch am 1.Mai schon bunt und üppig sein können. In diesem Zusammenhang passt ein Zitat, das uns - ziemlich zögerlich - von einem Besucher übermittelt wurde: Er hatte in unserem Ort in einem Gespräch erwähnt, unseren Garten besuchen zu wollen, worauf sein Gegenüber gemeint hätte, in diesen Garten müsse er nicht, denn das sei eine Wildnis. Das klingt doch mal gut! :-)

Weil in den letzten Tagen so viele Eindrücke angefallen sind, zeige ich noch einige... es geht im Moment so schnell, dass zwei, drei Tage schon reichen, damit sich alles verändert.

Meine Idee, Lunaria rediviva auch im Prachtstaudenbeet zu integrieren, klappt gut. Die roten Tulpen sind 'Lasting Love', ich werde wohl im Herbst noch ein paar ergänzen.

Mit ähnlichem Farbton, aber schmaleren Blüten und guter Vermehrungsrate präsentiert sich 'Jan Reus', meine Lieblingstulpe. Im Hintergrund mein Schotterbeet.


Das Glashaus wird in den kommenden Tagen mit Gemüse bepflanzt werden. Gut, dass Mama mit den Tomaten und Paprika noch gewartet hat, ihnen hätte das kalte Wetter wohl weniger gut gefallen.

Im unteren Gartenbereich dominiert Anfang Mai wieder die Wolfsmilch. Ich schätze dieses leuchtende Grün.


Endlich hat der Herzerlstock im Beet gegenüber vom Haus eine annehmbare Größe erreicht und erhebt sich über die Lichtnelken.

Die Zufallskombi aus dem rotblättrigen Anthriscus sylvestris 'Ravenswing', Euphorbia polychroma und Tulipa 'Spring Green'/'Flaming Spring Green' wird heuer von einer späten Narzisse ergänzt.

Das Schotterbeet ist drauf und dran, in meiner ganz persönlichen Lieblingsbeetrangliste am Thron der Schattenbeete zu wackeln: Jeden Tag erblüht neues, überall treibt etwas aus und die Wildtulpen mit den Muscaris sind nun schon seit zwei Wochen ein Hingucker.

Das ältere Kiesbeet am Haus, heuer 10 Jahre alt, braucht dringend auch ein paar Wildtulpen!

Ein kleiner Überblick über die Sommerstaudenbeete zeigt die Tulpendominanz, die gut eingesetzt werden kann, um die grüne Austriebsphase der Sommerstauden um Farbe zu ergänzen.


 
Im Schatten treiben jetzt auch die letzten Stauden aus. Polygonatum 'Betberg' ist im Moment eine der schönsten Stauden.

Und auch die vielen kleinen Pflanzen überzeugen: Hier eine im Austrieb rotlaubige Deinanthe, verschiedene Lathyrus vernus, Adiantum venustum und Dicentra cucullaria.

 

25. April 2016

Nachtfrostgefahr

Auch wenn er zum Frühling in unserer Klimalage dazugehört, ich könnte gerne auf Spätfrost verzichten. Leider kommt es mit ziemlicher Regelmäßigkeit zu Wetterlagen, wie wir sie gerade erleben und heuer ist sie besonders spät dran, was verbunden mit einer deutlicher weiteren Vegetation zu einer unangenehmen Konstellation führt. 

Genauer gesagt, es liegt für die Jahreszeit kältestmögliche Luft über Mitteleuropa, was bei Wolkenbedeckung zu Schneeschauern, bei Aufklaren aber zu einem deutlichen Auskühlen führt, das empfindliche Minusgrade mit sich bringen kann. Wohlgemerkt kann, denn es ist nahezu nicht prognostiziertbar, wie tief die Nacht- und vor allem Morgentemperaturen an den jeweiligen Orten sinken werden, da neben der Großwetterlage und der Wolkenbedeckung, die sich aufgrund ständiger Schauerbildung sehr unregelmäßig und schnell veränderlich präsentiert, auch lokale Gegebenheiten und regionale Luftbewegungen eine große Rolle spielen. Dabei kommt auch dem Garten und den Gebäuden rundherum eine große Bedeutung zu; schon ein Hecke kann die kalte Luft abschirmen oder einen Kaltluftsee bilden, der dann zu noch mehr Frost führt.


Ungünstig ist, dass heuer die Pflanzen schon so hoch gewachsen sind. Unter der Regentonne weilt ein besonders großes und hohes Epimedium, das ich noch nie blühen gesehen habe.

Wer gefährdete Pflanzen draußen hat, sollte zumindest kurz über Schutzmaßnahmen nachdenken. Als gefährdet gelten alle mit frischen, weichen Blättern und eine Menge asiatischer Stauden, die mit Spätfrösten nie zu tun haben und daher sehr empfindlich reagieren. Dazu zählen:
  • Epimedien (Blütentriebe der asiatischen Arten erfrieren bereits bei 0°C)
  • Deinanthe (Absterben der Triebe)
  • Lilium (manche empfindlicher, manche halten mehr aus)
  • Rodgersia (Schäden und Absterben der Blätter)
  • Podophyllum (Schäden am Blatt, Trieb- und Blütenschäden)
  • Farne (besonders feinblättrige, nicht heimische Arten)
  • Funkien (wenn sie schon sehr weit ausgetrieben sind. bei weichen Blättern)
  • Persicaria amplexicaulis (Blattschäden, aber kaum Ausfälle)

Die Konstruktion für die Rodgersia ist ein Versuch.

Wer sich genauer informieren möchte, kann das mit Hilfe der Prognosekarten des Wettermodells GFS tun. Dazu folgt man dem Link, klickt in der grün hinterlegten Spalte (links oben) in der ersten Zeile auf M-Europa und dann in der grau hinterlegten Tabelle auf 2m Temperatur [max/min] - das ist in der vierten Spalte oben. Unter der Tabelle ist nun eine Leiste mit Ziffern, die für die Stunden Abstand von der jeweils letzten Modellrechnung stehen. Neue Modelle erscheinen um 5, 11, 17 und 23 Uhr. Die Ziffer 24 zeigt also die zu erwartenden Werte genau einen Tag nach der letzten Rechnung an, zusätzlich steht rechts oben in der bunten Karte der Zeitpunkt, für den die Berechnung erfolgt. Für meine Region schauts für Donnerstag in den frühen Morgenstunden besonders kalt aus.

Klar ist, dass man solche Prognosen nicht eins zu eins übernehmen darf, da sie weit in die Zukunft reichen und immer unsicherer werden. Bei Ereignissen, die 3 bis 4 Tage in der Zukunft liegen - also das bevorstehende Frostereignis - darf man die Daten grundsätzlich ernstnehmen, allerdings nicht in aller Schwere - immerhin berechnet das Modell die Temperaturen für ganz Mitteleuropa, kann regionale Gegebenheiten nicht erfassen und zeigt zudem Tiefstwerte, also Worst-Case-Szenarios. Leider muss angemerkt werden, dass die Temperaturen jene in 2m Höhe bezeichnen. Wenn also wirklich alles schiefgeht, kanns auch kälter werden.

Und die Tulpen halten Frost ganz gut aus, sie halten sich bei Kälte auch länger, was zweifellos ein Vorteil ist.

Ich habe meine mir wichtigen Stauden (neue Epimedium, Podophyllums,...) daher mit Kübel und größeren Plastikgefäßen geschützt. Vlies hilft, aber nur dort, wo es einen Luftkörper über den Pflanzen "festhält". Überall dort, wo es die Pflanzen von innen berühren, erfrieren diese bei Frost trotz Vlies. Man sollte es also mit Stöcken oder anderen Konstruktionen über den zu schützten Pflanzen schweben lassen - genauso, wie es bei einem Frühbeet mit gebogenen Ästen gemacht wird, deswegen ist der Salat ziemlich sicher aufgehoben.

Unsicher war ich, was das Belassen der Kübel auf den Pflanzen anbelangt, aber mir wurde von mehreren Seiten versichert, dass dies kein großes Problem sei - und auch wenn es nicht ideal ist, besser als abgefrorene Pflanzen ist es auf jeden Fall. Vorsicht ist dann geboten, wenn es plötzlich wieder warm wird, da sich dann die Luft unter den Kübel rasch stark erwärmen könnte. Diese Gefahr ist bei uns aber in den nächsten Tagen keineswegs gegeben.

18. April 2016

Schattenstauden und was sonst so blüht

bei uns und im Garten Brückl am 1.Mai 2016

Nach dem Regen Mitte der vergangenen Woche gab es im Garten einen spürbaren Ruck im Austrieb. Neben den vielen Schattenpflanzen, die jetzt in voller Blüte stehen, schieben auch die Staudenbeete in der Sonne immer mehr an. Nicht mehr lange, und die Tulpen blühen.

Die Zierkirsche gegenüber vom Haus ist nun schon verblüht und bekommt Blätter - und auch die Anlage um das Glashaus herum ist nun schon weitgehend fertig.

In den Schattenbeeten ist nun alles voller Blüten. Jeffersonia diphylla / Anemone nemorosa 'Bracteata'

Meine Schattenstaudebeete sind nun täglich einen Besuch wert. Wenn es, wie im Moment ein paar Tage regnet, dann ist es danach immer wieder spannend, was sich Neues entwickelt hat, vieles treibt über Nacht aus.


Cardamina heptaphyllos 'Guincho Form' / Anemone flaccida


Ein schon älteres Staudenbeet: Lathyrus vernus, Pachyphragma macrophylla, Podophyllum 'Spotty Dotty' und Helleborus.


Wie kleine Seerosen liegen die Blüten von Sanguinaria candensis 'Multiplex' in den umgebenden Pflanzen / Polygonatum multiflorum 'Ramosissimum'

Die flächigen Staudenbeet sind nun am schönsten, da die Pflanzen einen dichten Teppich bilden, aus denen immer wieder neue Pflanzen auftauchen.

Nun ist auch die Zeit der Elfenblumen. Zwei besonders schöne sind Epimedium epsteinii und Epimedium mikinori.



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Das dichte Gewusel im Schattenbeet leidet leider unterm Picasa-Upload. Der wichtigste Pflegeschritt in diesem Beet ist das Mulchen mehrmals im Jahr. Ich werde in den nächsten Wochen noch einmal gehäckseltes Laub nachlegen.

Was sich auch gut entwickelt, ist das Schotterbeet von letztem Sommer. Die ersten sind, wie zu erwarten war, die Zwiebelpflanzen, aber nach und nach taucht auch der Rest der Pflanzen auf.

Einige Tulpen wurden leider vom ersten Gewitter der Saison geknickt, die Muscari haben keine Schäden davongetragen.

9. April 2016

Einladung zur offenen Gartentür - 1.Mai und 2.+ 3.Juli

Auch in diesem Jahr öffnen wir unsere Gartentür und laden - diesmal an zwei Terminen - zu einem Besuch ein. Es ist nun schon die fünfte Saison, in der wir den Garten öffnen und wie immer möchte ich euch herzlich einladen, durch den Garten zu spazieren, Pflanzen zu betrachten und interessante Gespräche zu führen.

Weil wir bisher immer Zwischen Ende Mai und Anfang Juni geöffnet habt, gibt es diesmal einen früheren Termin, nämlich schon in drei Wochen, am Sonntag, dem 1.Mai 2016. Ich würde mich sehr freuen, Bloggerinnen und Blogger bei uns im Garten begrüßen zu dürfen! Wie immer gibt es Kaffee, Säfte und kleine Imbisse und ich hoffe auf gemütliches Wetter, damit besonders die Schattenstauden, Tulpen und unsere neuen Gartenbereiche bei gemütlichen Gesprächen angeschaut werden können.

Gemeinsam mit uns öffnet am 1. Mai auch ein für unsere Aktion neuer Garten, nämlich der Garten Brückl in Sattledt. Er ist um ein Haus herum angelegt und beinhaltet neben verschiebenen Bereichen eine Menge Tulpen und besondere Schattenstauden, die von Magda, die begeistert Pflanzen sammelt, harmonisch miteinander kombiniert wurden.

Der zweite Termin findet am 2. und 3. Juli statt und ich werde euch daran etwas später noch einmal erinnern - an diesem Wochenende ist ebenfalls ein zweiter Garten geöffnet, und zwar der Bienengarten von Aloisia und Alois Schobesberger, die neben einer sehenswerten Gartenanlage mit Steinen, Schotter und vielen Bienenfutterpflanzen Einblicke in ihre Imkerei bieten.

Auf der Seite zur Veranstaltung gibt es eine Karte, in der alle Gärten eingezeichnet sind. Wenn das Jahr nicht zu rasch voranschreitet, könnte es am 1.Mai in unserem Garten so aussehen wie auf den Bildern von letztem Jahr - daher ein paar zum Ködern!

Ich freue mich auf euren Besuch und natürlich auch, wenn ihr unsere Veranstaltung weiterempfiehlt!


Im Gegensatz zu später im Jahr sind Schilf und Gräser noch viel niedriger und erlauben ganz andere Einsichten in die Beete.

Zwischen den Sommerstauden wachsen zahlreiche Tulpen, die so die Blütezeit der Beete nach vorne verlängern.

Am üppigsten ist es aber in den Schattenbeeten!

Etliche zu Unrecht unbekannte Pflanzen blühen jetzt, wie etwa Saruma henryi, die sich erst seit ein paar Jahrzehnten in Gartenkultur befindet.

Die Tulpen erlauben ganz andere Farbkombinationen, als die Beete später haben - und lassen den Garten dadurch ganz anders wirken.

5. April 2016

Staudenmarkt Berlin - Nachlese

Der obligatorische Rückblick auf den Staudenmarkt in Berlin hat etwas auf sich warten lassen - obwohl ich wieder einmal äußerst beeindruckt von diesem Wochenende zurückgekommen bin. Dieses Mal blieben mir langwierige Anfahrten oder gar Rückfahrten mit dem Zug erspart, da sich endlich eine Freundin überreden ließ, doch mit dem Auto in den Norden zu reisen. Wir waren also zu viert unterwegs - und zum Glück haben sich meine lockenden Versprechen alle erfüllt, denn tatsächlich ist Berlin unter den mitteleuropäischen Gartentagen eine herausragende Veranstaltung.


Die Stände präsentierten sich in den meisten Fällen bunt und voller Verlockungen, hier etwa der Steingarten- und Schattenraritätentisch von Sarastro, an dessen Stand ich am Samstag mitgeholfen haben. Es hat mich sehr gefreut, dass einige sich tatsächlich bei mir vorgestellt haben - lieben Gruß zurück! Und in manchen Fällen wäre es sicher schön, wenn tatsächlich ein neuer Blog entstehen würde...



Am Markt war ich selber nur in aller Frühe unterwegs, was die unerhört menschenleeren und daher auch noch pflanzenvollen Stände erklärt. Wer schon auf großen Staudenmärkten war und weiß, dass niemals jede Pflanze angeschaut werden kann, obwohl an jeder Ecke und vermutlich in jeder Kiste Schätze lauern, wird das Gefühl kennen - voller Herzklopfen, Freude... und ein kleines bisschen Verzweiflung ist auch dabei.



Der Tomatenstand war zum Glück über Nacht abgedeckt, denn es gab tatsächlich Morgenfrost! Das hat uns vier Österreicherinnen am meisten überrascht, denn die vergangene Woche hat uns mit Temperaturen jenseits der +20°C verwöhnt und da der Wetterbericht für Berlin ähnlich war, sind wir am Samstag ohne wärmendes Jackeninnenfutter, Mütze und sonstige Winterutensilien losgezogen. Das hatte bis etwa halb 11 Uhr äußerst ungemütliche Folgen, denn erst dann stiegen die Temperaturen auf Wohlfühlniveau.



Hier der Beweis: Es gab tatsächlich Reif! Und das war offenbar nicht einmal außergewöhnlich, denn alle österreichischen Smalltalk-Versuche mit Wetterbezug stießen auf Unverständnis, weil das vergangene Wochenende die ersten warmen Tage brachte und unsere Erzählungen von T-Shirt-Wetter wohl ziemlich exotisch geklungen haben. Tatsächlich liegt die Vegetation in Berlin noch mindestens zwei Wochen hinter unserer zurück und bei unserer Fahrt lag auf Höhe Hof wirklich noch Schnee auf den Wiesen. Das hätten wir nicht gedacht, denn diesen Wintereinbruch (es waren sogar Reste der Schneeräumung an den Straßenrändern zu sehen), der am 1. April auch im Radio erwähnt wurde, hielten wir für einen Scherz .


Im Gegensatz zu sonst war das Sortiment der Stände daher ein anderes, vielfach wurden noch Helleborus angeboten, vereinzelt sogar noch blühende Galanthus. Lathyrus vernus, Brunnera und Cardamine waren dagegen bis auf wenige Ausnahmen keine zu finden. Die Zusammenstellung am Stand von Gaissmayer verriet daher die südliche Herkunft der Pflanzen - und hat mir ganz wunderbar gefallen!


Gefallen haben mir auch die japanischen Leberblümchen von Jürgen Peters, aber es hat mir gereicht, sie zu betrachten und zu bestaunen. Kaufen hätte dann wohl das Budget der zukünftigten Dekade an Berlinbesuchen aufgebraucht.


Nachdem ich einige schöne Pflanzen erbeutet hatte, machte ich leider kein einziges weiteres Foto vom Markt, was auch daran lag, dass er rekordverdächtig reich besucht war und man sich schon wenige Minuten nach der Öffnung durch die Massen quetschen musste. Doch auch wenns manchmal eng wird: Ich kann den Besuch in Berlin nur immer wieder weiterempfehlen. Kaum ein Markt bietet so viele Pflanzen, so viele Pflanzenbegeisterte und ein derartig großes Angebot.

Man wird allerdings müde... Denn alleine der Weg, den man zurücklegen muss, um alle Stände gesehen zu haben, beträgt einen Kilometer - und meistens trägt man ja auch einige Kilo Beute mit sich ;-).

1. April 2016

Dieses Wochenende - Staudenmarkt in Berlin

Dieses Mal nur eine ganz kurze Meldung - dieses Wochenende sind bei vermutlich großartigem Wetter die Staudentage im Botanischen Garten in Berlin Dahlem und ich werde, nach einem Jahr Pause, wieder einmal mit dabei sein.

Wer also am Samstag am Stand von Sarastro (gleich der zweite Stand am südlichen Eingang "Unter den Eichen") die Frau mit Bergschuhen anspricht, wird mich treffen - und ich freue mich, Leserinnen und Leser des Blogs zu treffen.

Allen anderen, die zu weit von Berlin entfernt wohnen, wünsche ich ein schönes Gartenwochenende!



29. März 2016

Pflanzen am Naturstandort (2) - Hepatica nobilis

Von den heimischen Wildpflanzen gehören die Leberblümchen für mich zu den schönsten. Trotz ihrer zarten Gestalt können sie selber unter widrigsten Bedingungen blühen und warten den halben Winter auf Erdniveau, verborgen in einer dicken Triebknospe, auf ein paar warme Tage - und dann ist es soweit: An den Hängen der Kalkalpen sitzen sie an Abgründen, säumen Wege und Pfade und blühen in großen Mengen. Dabei öffnen die Blüten erst ab etwa 8°C und ab einer gewissen Helligkeit, da nur dann Bestäuber unterwegs sind.

Ob sie ihr Laub behalten, hängt vom Standort ab und kann von Jahr zu Jahr verschieden sein. An sehr heißen, sonnigen Standorten verlieren sie es, im tiefen Schatten bilden sie einen dichten Teppich und sind damit wintergrün. Meistens blühen sie helllila oder violett, häufig variieren die Schattierungen an den einzelnen Standorten enorm. Hin und wieder finden sich weiße Exemplare, seltener welche in Rosa oder Fliederfarben.

Als Boden schätzen sie kalkhaltigen, durchlässigen Untergrund mit Laubauflage und gleichzeitig freiem Stand, dazu ausreichend Feuchtigkeit im Frühjahr. Sie sind aber hart im Nehmen und kommen auch auf Schotter, lehmigen (nie aber staunassen) Böden und an ungedüngten Wiesenrändern zur Blüte.

Ihre Blüten sind nicht nur unterschiedlich gefärbt, auch die Anzahl der Blütenblätter variiert von 6 bis zu 12 oder mehr.

Wenn es schattiger wird, bauen die Pflanzen langsam ab - sie mögen Helligkeit, ohne direkt besonnt zu werden.

Am üppigsten wachsen sie, wenn sie von Norden indirektes Licht erhalten, gegen Süden aber von der Sonne abgeschirmt sind.

Auch die Farbe der Staubgefäße ist unterschiedlich.

Und häufig finden sich weiße und violette mit hellen Exemplaren gemischt.

Manche zeigen auch ganz schmale Blütenblätter.


Wo es etwas feuchter wird, werden sie von Anemone nemorosa und Cardamine enneaphyllos, der Neunblättrigen Zahnwurz, begleitet.

Die Blütezeit erstrecht sich über die wenigen Wochen, in denen es am Waldrand hell genug ist, dass Bestäuber zu den Blüten fliegen. Danach treiben sie ihr Laub und warten wieder ein Jahr auf ihre Chance.