6. März 2011

Langsam wird es...


In Gartenforen aktiv zu sein bringt besonders im Frühling – neben interessantem Austausch, vielerlei Information und dem Aufmerksamwerden auf neue Must-Haves – einen hohen Faktor an Verzweiflung mit sich. Wenn einer Schneefreundin, wie ich eine bin, der Winter so böse mitspielt und schon seit Wochen kein nennenswerter Niederschlag (weder Schnee noch Regen) zu verzeichnen ist, neigt man dazu, sich auf den Frühling zu freuen, selbst wenn nach Jahren des Gärtnerns eigentlich klar sein sollte, dass vor Ende März nicht viel los ist. Und da in Gartenforen Menschen aktiv sind, deren Gärten quer durch alle mitteleuropäischen Klimazonen gestreut sind, gibt es beneidenswerte Gartenfreunde, bei denen die Vegetation schon ein gefühltes Monat weiter ist. Während ich als hier in 6b hoffnungsfroh in der Erde bohre, ob denn eh alles da ist, wird dort schon über das Blühverhalten von Pflanzen diskutiert, bei denen ich selber nicht einmal sicher bin, ob es sie noch gibt (was ein dummer Gedanke ist. Es verschwindet nur in den seltensten Fällen eine Pflanze und über Winter schon gar nicht).

 
Daher ein kurzes Gartenupdate, damit ihr euren Stand der Vegetation mit meinem hier vergleichen könnt: Cornus mas öffnet sehr langsam seine Knospen. Die Anfang Februar bereits ausgetriebenen Adonis zeigen Farbe. Wirklich in Blüte befinden sich nur ein paar wenige Crocus im sonnigen Kiesbeet, wohingegen sich die vielen, vielen versenkten Crocus tommasianus zwar überall zeigen, aber noch weit jenseits jeglicher Blüte sind. Eranthis würden hier blühen, aber meine Bestände bewegen sich erst im niedrigen zweistelligen Bereich, weshalb auch hier noch von keinem Blühereignis die Rede sein kann. Die Helleboren sind etwas weiter, warten aber noch vorsichtig ab.

 
Ebenso zögerlich verhalten sich alle Hepaticas – das wundert mich am meisten, war doch eine frühe Blüte dieser netten Schattenpflanzen oft schon ab Mitte Februar zu beobachten (aber oft auch erst ab Ende März). Überrascht hat mich dagegen der frühe Austrieb von Paeonia mairei. Diese schöne Wildform soll leuchtend dunkelrosa Schalenblüten mit gelben Staubgefäßen tragen und das schon Mitte April. Bisher zeigte sich die Staude selbst von – 12°C nicht beeindruckt.


Die Staudenbeete sind nun fast alle zurückgeschnitten. Bis sich frischer Austrieb zeigen wird, dauert es aber sicher noch zwei, drei Wochen. Diesen großen Tuff Schneeglöckchen werde ich gleich nach der Blüte teilen und in mehreren kleinen Stücken in der Nähe pflanzen. Diese Vorgehensweise vermehrt Galanthus schneller als die Aussaat alleine.

Ein verfrühtes Osterhasengeschenk wird mich vermutlich die ganze kommende Woche und auch noch länger beschäftigen: Ich habe einen Schredder geschenkt bekommen! Damit kann der anfallende Strauch- und Staudenschnitt in wertvolles Häckselmaterial zum Mulchen verwandelt werden. Und was übrig bleibt, wird zu wunderbarer Erde. Bestimmt freuen sich die Pflanzen auch :-).

Kommentare:

  1. Das Foto von der Kornelkirschenknospe ist genial schön! Man hat das Gefühl, als würde sie jeden Moment aufgehen, soviel Spannung ist da drinnen. Aber bei der Kälte...
    Ich kann jedenfalls im Moment nicht genug bekommen von Blütenfotos! Bei uns haben es noch nicht einmal Krokus geschafft zu blühen. Nur die Schneeglöckchen halten sich tapfer, obwohl ich auch da das Gefühl habe, es ist ihnen kalt!
    Liebe Grüße aus Wien
    Elisabeth

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  2. Liebe Katrin! Ich lebe direkt in Graz und hier ist das Klima eigentlich sehr mild, allerdings merkt man derzeit davon überhaupt nichts. Im Garten tut sich nur sehr zaghaft etwas - mal hier ein Krokus, mal dort ein Krokus. Gut, ein paar Schneeglöckchen zeigen sich aus. Aber sonst? Nichts! Stauden habe ich noch keine zurückgeschnitten, es erscheint mir noch zu riskant, denn kommende Woche soll es in der Nacht bis zu minus 6°C haben.

    lg kathrin

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  3. Hallo Katrin,

    und ich dachte immer, ihr da im Süden habt es besser? Bei uns im Nordosten ist die gleiche Situation: seit Wochen kein Niederschlag, tagsüber Sonne pur und nachts klirrender Frost. Ich mag schon gar nicht mehr in den Garten gehen. Alle grün überwinternden Rosetten sind schwarz. Aber ich habe ja noch ein Anlehn-Gewächshaus und da werde ich jetzt bei 20°C meine Aussaaten fertig machen.

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  4. Oh, einen Schredder! Das ist ein tolles Geschenk - und so praktisch. Wir hatten im alten Garten keinen, weil wir alles wegfuhren, was für ein Fehler. Wir kannten es halt nicht. Aber seit elf Jahren haben wir einen guten - ohne den ginge hier nix.

    Was schimpfst du? Bei mir blüht Cornus mas noch nicht mal ;)

    Sigrun

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  5. Huhu,
    bei uns im Garten sind auch gerade erst die ersten Crocus aufgeblüht. Mir kribbelts schon unter den Fingernägeln, endlich mit der Gartenarbeit anzufangen. Aber bis dahin muss halt die Voranzucht als Beschäftigung herhalten :)
    Einen Schredder wünsche ich mir auch noch. Im Moment würde der sich in unserem Garten aber noch nicht lohnen.
    Liebe Grüße,
    Thab

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