3. Mai 2015

Stauden, die zu Tulpen passen

Nachdem die Schattenbeete im Frühling die Stars im Garten sind, gibt es dieses Mal einen Post, bei dem ich mich mit voller Konzentration den Sommerstaudenbeeten gewidmet habe, in denen das Jahr immer etwas verhaltener startet. Das liegt daran, dass viele Stauden, die auf sonnigen Freiflächen vorkommen, ja noch das ganze Jahr Zeit haben und daher keine Eile, im noch kühlen Frühjahr auszutreiben. Einige von ihnen - Wasserdost etwa - sind überhaupt noch nicht zu sehen.

Das ist jedes Jahr so und in diesen Beeten muss man sich für den Frühling etwas ganz anderes überlegen, damit es bis etwa Juli nicht zu langweilig wird. Die einfachste Möglichkeit ist das Einplanen von Zwiebelpflanzen, die ihrerseits zwar auch sonnige Freiflächen mögen, aber nicht den heißen Sommer, sondern den noch kühleren Frühling. Sie haben die ökologische Nische, die ihnen zu Beginn des Staudenaustriebs bleibt, für sich entdeckt und verschwinden dann, sobald die anderen Pflanzen sie überwachsen.

Tulpen 'Spring Green', 'Flaming Springgreen' und im Hintergrund 'Westpoint' (heuer neu), dazu Euphorbia polychroma, Anthriscus sylvestris 'Ravenswing' und im intergrund Silene dioica.

Die bekanntesten unter ihnen sind die Tulpen. Es gibt sie in allen erdenklichen schönen und schrecklichen Farben und viele von ihnen haben - zumindest in meinen Beeten - die ärgerliche Tendenz zu verschwinden. Ich hab daher für mich selbst beschlossen, dass ich Tulpen wie Saisonware behandle und mir einfach jeden Sommer neue leiste, so, wie andere das mit Balkonblumen machen, die ich nicht habe.

Nach mehreren Jahren Tulpeneinlegens haben sich aber einige Sorten herauskristallisiert, die entgegen meiner Erwartungen doch wiederkommen, sich sogar vermehren und dabei auch ins Farbschema meiner Beete passen.

Noch einmal dieses Beet, eine namenlose gelbe späte Narzisse passt hier ebenfalls gut und auch das gelbe Scharbockskraut, das ich sowieso nie wieder von dort wegbekomme.

Daher habe ich Stauden etabliert, die ebenfalls schon früh im Jahr für Aufsehen sorgen: Der purpurblättrige Kälberkropf, der den wunderschönen Sortennamen 'Ravenswing' trägt, sät sich bei mir echt aus und wandert so durch die Beete. Dass die grün-gelbe Euphorbie so gut dazupasst, ist mir erst letztes Jahr eingefallen - diese Kombi könnte ich mir sogar in Serie vorstellen. Die Tulpen passen wohl deshalb so gut, weil die Weißanteile in der Springgreen-Serie sowieso eher cremefarben sind - weshalb das alles besonders harmonisch wirkt.

Silene dioica, Persicaria microcephala 'Red Dragon', Tulpe 'Spring Green' (dahinter in Rot 'Jan Reus')

Die haltbarsten Tulpensorten in meinen Beeten sind zum einen die weiß-grüne 'Spring Green', zum anderen ihre rotgeflammte Version 'Flaming Spring Green' und die dunkelrote 'Jan Reus' sowie eine weiße Sorte, deren Namen ich leider nicht mehr weiß. Das Rot von 'Jan Reus' nimmt der rote Knöterich Persicaria microcephala 'Red Dragon' wieder auf.

'Jan Reus', im Hintergrund - heuer neu und als Test für eine viel größere Pflanzung im Kiesbeet - Tulipa clusiana 'Cynthia'

'Jan Reus' hat als eine der wenigen Tulpen hier im Garten einen deutlichen Zuwachs vorzuzeigen, denn teilweise treiben drei oder mehr Stängel an einer Stelle und ich pflanze Tulpenzwiebeln immer einzeln ein.

Vielleicht hat das Düngen beim Austrieb geholfen oder der durchlässige Boden in sonniger Lage behagt den Tulpen besonders - obwohl es gerade letzten Sommer recht viel Regen gab.

'Jan Reus' mit Iberis, Silene und Sambucus nigra 'Black Lace'

Wer Tulpen in Beete integrieren möchte und nicht vorhat, sie nach der Blüte auszugraben, zu trocknen und dann im Herbst wieder einzupflanzen (der Aufwand schreckt mich ab und ich käme auch nicht in die Beete rein, wenn die Zeit dazu wäre), der sollte sie so stecken, dass ihr welkendes Laub verdeckt wird. Das gilt zwar für alle Zwiebelpflanzen, aber bei Tulpen sehen die Blätter ganz besonders grausig aus, weshalb es gut ist, wenn blattreiche Nachbarn sie vollends verdecken.

'Spring Green', Silene dioica und jede Menge andere Zwiebelblüher (Allium, Galanthus, Narcissus, Lilium...)  - und, ich seh es grad beim Posten, auch Nichtzwiebelblüher wie Giersch... :-)
Das Schöne an der Sorte 'Spring Green' ist, dass Weiß sich mit allen Farben verträgt und das Grün in der Blüte mühelos eine Verbindung zu Nachbarpflanzen herstellt. So kann man diese Tulpe eigentlich in jedes Beet pflanzen... ich mag die Kombination mit rosa Tönen ganz besonders gern, wie hier mit der in allen Beeten blühenden Silene dioica, dem rosa Dicentra und den blasslila Blütenständen von Lunaria rediviva, die sich in der Versuchspflanzung in der Sonne ganz wacker schlagen.

'Flaming Springgreen' zwischen Wiesenrauten und Lauch
Am Bild oben wirken vor allem die Kontraste zwischen dem feinen Laub der Wiesenrauten und den unglaublich wuchtigen Austrieben des Zierlauchs; dazwischen schwebt dann noch die 'Flaming Spring Green'... eine Kombi, die nun schon seit drei Jahren besteht.

Aber es stehen unendlich viele weitere Möglichkeiten offen und ich möchte alle ermutigen, Tulpen als Staudenpartner zu sehen und nicht reine Tulpenbeete zu pflanzen, die weder halbbar sind noch ohne großen Arbeitsaufwand angelegt werden können.

Kommentare:

  1. Das sind ja traumhaft schöne Gartenbilder, die Tulpen so gekonnt kombiniert und alles schon so hoch gewachsen! Ich kann mich gar nicht an den Bildern sattsehen, habe immer wieder hoch und runter gerollt, mir die Namen 'Jan Reus' und 'Spring Green' sowie diesen Gartenblog notiert. Ich komme nämlich wieder! Hier gefällt's mir. LG Edith

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  2. Die Bilder sind wirklich traumhaft schön und dein Post spricht sogar mich, als bekennende Tulpenverweigerin, sehr an. Das geht sogar so weit, dass ich gerade ernsthaft überlege mir für den Herbst die von dir genannten Sorten zu kaufen.....und das will echt was heißen :)
    GlG aus Sbg.
    LiSa

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  3. Deine Tulpen gefallen mir richtig gut!!! Ob dieses dunkle Rot von 'Jan Reus' oder auch 'Spring Green' und 'Flaming Springgreen'... die sind richtig klasse! Ich habe erst die knallroten Tulpen in meinem Beet ausgegraben, weil mir diese extreme Farbe überhaupt nicht gefallen hat! Deine Vorschläge muss ich mir mal notieren für den Herbst. Die könnte ich mir in meinem Beet auch sehr gut vorstellen!!!
    Viele Grüße von
    Margit

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  4. Hallo Katrin, die Spring Green hat sich bei mir auch als dauerhaft erwiesen. Sogar im relativ schattigen Beet. Mit der T. Clusiana experimentiere ich gerade im Präriebeet. Auf die 'Jan Reus' bin ich schon länger scharf, aber hier ist sie schlecht zu bekommen und die Versandkosten aus Holland haben mich bislang abgeschreckt. Aber wenn ich dein Beet mit ihr und dem 'Black Lace' sehe...ich glaube, ich versuche es dieses Jahr noch mal.
    Lieben Gruß von Heike

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  5. Was soll ich sagen, wie immer traumhafte Kombinationen. Wie schön, wenn man sich auf großer Fläche so richtig austoben kann. Die 'Jan Reus' harmoniert erstaunlich gut mit den Violetttönen, vielleicht wäre das auch eine Sorte für unseren Garten. 'Spring Green' habe ich auch in den Beeten und kommt zuverlässig wieder, genauso wie 'Greenstar'. Mein 'Ravenwings' habe ich im letzten Jahr etwas voreilig entsorgt, wo er Wuchs unterdrückte er alles. Jetzt ärgere ich mich, vielleicht hätte ich doch etwas intensiver nach einem anderen Standort suchen sollen.

    Liebe Grüße, Vera

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  6. hallo Kathrin so gelungen sind deine Kombinationen und
    immer wieder ein Hingucker .
    Wenn ich sehe wie du alles durchdenkst und wie du es zusammenstellt, kannst stolz auf Dich sein und deine so gelungenen Staudenbeete!
    Freue mich immer sehr bei dir einzuschauen und zu staunen und sich mal das eine oder andere zu merken
    Grüße von Frauke

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  7. Einfach umwerfend, deine Beete, Kathrin! Ich staune jedesmal wieder, wenn ich deine Bilder sehe, über die schönen Kombinationen und die Vielfalt. Schon öfter ist mir aufgefallen, dass du Lichtnelken in den Beeten hast. Eine schöne Idee, ich glaube, die werde ich dir mal klauen. Denn ich liebe die Lichtnelken, sie bringen einfach die "echte" Natur mit in die Beete, sehr schön. "Ravenswings" kannte ich nicht, was für eine schöne Pflanze!
    Tulpen auszugraben und im Herbst wieder zu verbuddeln, naja, wer so viel Zeit hat... Ich könnte mir das nie vorstellen, bei aller Liebe zu meinen Beeten. Deinen Zugang finde ich wesentlich besser!
    Liebe Grüße, Margit

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  8. Deine Beete sind einfach wundervoll! Und du hast recht, Tulpenblätter sehen einfach schrecklich aus nach der Büte. Bei mir wuchern sie durch Umpflanzaktionen auch noch teilweise zwischen den Stauden hervor, wie mühsam sie dort wieder wegzukriegen. Bei mir kann von einer Farbharmonie nicht die Rede sein, da sich früher oder später alles zu rot oder gelb verfärbt. Ich beobachte dies nun schon lange, teilweise sieht man zartgelbe Tulpen, die plötzlich halbseitig rot gesprickelt sind und im nächsten Jahr ganz rot erscheinen. Hast du eigentlich nie Fehlfarben, dh falsche Farben die aus der Packung kommen? Gräbst du die aus?
    Lg Carmen

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  9. Schön, wenn euch Tulpen auf diese Weise auch gefallen! Ich haben auch lange überlegt und jahrelang überhaupt keine Tulpen gesteckt, weil ich mit vielen Farbkombis nicht klarkomme. Aber so ins Staudenwerk integriert kann ich mich gut mit ihnen anfreunden.

    Interessant, dass ihr ähnliche Beobachtungen zur Haltbarkeit der Tulpensorten habt, das spricht dann dafür, dass sie wirklich robuster sind oder mit Beetsituationen besser klarkommen als andere.

    Fehlfarben habe ich nur ganz selten, ich bestelle immer bei Großhändlern und da passt das farblich meistens. Ein paar grelle Tulpen sind trotzdem im Garten zu finden, aber ich schaffe es nie, sie auszugraben... ;-)

    Liebe Grüße,
    Katrin

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  10. ach...ich bin ja wieder hin und weg von deinen schönen Bildern. Die dunkelroten Tulpen 'Jan Reus' habe ich mir notiert die Farbe ist einfach toll. Mal schauen ob ich diese Sorte im Herbst finde. Lieben Dank fürs zeigen.
    herzliche Grüsse Eveline

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