4. März 2012

Die ersten Tage im Garten

Nach den ersten richtigen Gartenarbeitstagen des neuen Jahres fühlen sich wohl GärtnerInnen ähnlich: Müde, mit Muskelkater an den unmöglichsten Stellen und vor allem eins, glücklich. Das etwas rauere Klima am Alpenrand hinkt dem Durchschnittswetter meiner BlogleserInnen wohl hinterher, denn ich freue mich im Moment nur über Blüten von Galanthus, Eranthis und Hamamelis, wobei die Winterlinge noch immer in sehr geringer Anzahl vertreten sind. Fast alle anderen Stauden stehen aber schon deutlich in den Startlöchern, manche wagen gar die ersten zaghaften Austriebe. Für viele Fotos war aber nicht Zeit, denn es galt, die Staudenbeete zurückzuschneiden.


Ich mag den Anblick der trockenen Äste, der fahlen Stängel und alten Samenstände ausgesprochen gerne und es gibt kein aber: Ich mag ihn auch jetzt im Frühling und immer, wenn die Stauden abgeschnitten sind, erscheinen mir die Beete leer und tot. Meine Mutter ist da ganz anderer Meinung, daher hat sie die Arbeiten vorangetrieben und mir beim Staudengeschnitt geholfen. Die drei großen Staudenbeete haben wir in etwas weniger als zwei Stunden geschnitten und noch am gleichen Nachmittag die anfallenden Stängel geschreddert und wieder auf den Beeten verteilt. Leider hat der Schnitt nur für zwei Beete gereicht, denn auch wenn es nach viel aussieht, das meiste der vielen Stängelmasse ist Luft.


Das Beet in der rechten Spalte hat deswegen Kiesflecken, weil ich die Iris, um sie vor Fäule zu schützen und für mich zu markieren, mit feinem Kies umgeben habe. Sie mögen das, ich weiß, dass ich dort besonders jäten muss und bald wird man nicht mehr viel von den Flächen sehen können (und vielleicht scharren dann auch die Katzen beziehungsweise Kater Oskar weniger dort).

Um die Staudenbeete nicht einfach nur abzuschneiden, möchte ich hier jene Pflanzen anführen, die sich als besonders standfest und auch heute noch aufrecht erwiesen haben. Diese könnte man auch in Gärten stehen lassen, in denen es winters ordentlicher aussehen sollte:
  • Vernonica crinita
  • Eupatorium purpureum
  • Leucanthemella serotina
  • Sedum in Sorten
  • Phlox paniculata
  • Agastache foeniculum
  • Phlomis tuberosa
  • Caryopteris divaricata
  • Aster (besonders A. laevis 'Arcturus')
  • Verbena hastata
  • Sanguisorba
  • Artemisia lactiflora 'Elfenbein'
  • Monarda in Sorten
  • Thalictrum rochebrunianum
  • ...sowie sämtliche Gräser (die stehen aber noch) 


Und dann haben wir noch sämtlichen Strauchschnitt weggeschreddert, der den Winter über angefallen ist, jede Menge Stauden begrüßt und in den Schattenbeeten etwas verklebtes Laub weggerecht/zerbröselt.

Weitere Arbeiten der nächsten Tage sind das Vereinzeln von Frühblühern, da ich möglichst schnell große Mengen von ihnen haben will. Viele Galanthus, Crocus oder andere vermehren sich nämlich weniger durch Samen, sondern vielmehr durch Tochterzwiebel, die sich zahlreicher bilden, wenn Platz vorhanden ist. Zu diesem Zweck nehme ich größere Gruppen auf, ziehe sie vorsichtig auseinander und pflanze sie sogleich wieder ein. Wenn man die gleiche Pflanztiefe erwischt, merkt man den Pflanzen nichts an - sie blühen einfach weiter - und im kommenden Jahr sind es viele Blüten mehr!

Man kann das auch mit kleinen Gruppen machen und die Zwiebeln einzeln pflanze, ich gruppiere meist vier bis fünf Zwiebel, dann sehen sie nicht so alleine aus. Bisher habe ich das nur mit Schneeglöckchen gemacht, aber mir wurde versichert, auch mit Krokus und Narzissen ginge es; daher werde ich demnächst zur Tat schreiten und meine auf einigen kleinen Stellen viel zu eng gepflanzten Crocus tommasinianus vereinzeln.

Kommentare:

  1. Da wir umziehen, bin ich gerade dabei alle in den letzten Jahren gesetzten Blumenzwiebel ausgraben - ich werde bei der Neupflanzung Deinen Tipp beherzigen und die Zwiebeln nicht mehr so eng zusammenpflanzen.

    lg kathrin

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  2. Danke für die Tipps mit den hohen Stauden. Vernonia cirinita hatte ich auch, sie blühte im November. Da sah sie keiner mehr, ich hab sie wieder rausgemacht.
    Genau wie du will ich auch Schneeglöckchen und Krokusse vereinzeln, damit sie sich vermehren.

    Sigrun

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  3. Du hast recht: Schmerzen überall aber als Belohnung gibt's sauber gejätete Beete. die Kiesmarkierungen sind ein toller Tipp. Ich vermisse manchmal auch das eine oder andere Pflänzchen. vielleicht ausersehen gejätet?
    viel
    Spaß am Frühling. Grüsse Pascale

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  4. Hallo Katrin,

    eine Detailfrage: Wie gestaltet sich konkret der Winteraspekt der Leucanthemellas und von Thalictrum rochebrunianum? Welche Farben nehmen die Stängel an?
    Andere Thalictrum-Wildarten sind bei mir leider oft schon im September abgeknickt, dabei hätte ich die hellen oft gelblich färbenden Reste gerne vor dem dunklen Gehölzrand.
    Und die Blütenreste der Leucanthemellas, sind die Chrysanthemen-ähnlich?
    Da hab ich so gar keine Vorstellung.

    Danke & Gruß
    Danilo

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  5. Gut, dass Du mich an das Teilen der Blumenzwiebeln erinnerst. Später im Jahr wird es ja doch nichts. Schneeglöckchen habe ich schon "in Green" verpflanzt. Dann werde ich es jetzt auch mal mit Krokus u. a. versuchen.

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