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22. Februar 2011

Wie dauerhaft sind Staudenbeete?

Der Garten ist, wie für die aktuelle Jahreszeit in unseren Breiten auch zu erwarten, verschneit und eingefroren. Daher nutze ich die hoffentlich nur mehr wenigen Wochen, um Themen und Bilder der vergangenen Jahre zu thematisieren. 


Die Titelfrage nach der Dauerhaftigkeit von Staudenbeeten ist natürlich rhetorisch gemeint, zumindest aus meiner Sicht. Bisher gelang es mir nämlich noch nie, ein Staudenbeete zu anzulegen und ein Ergebnis zu erzielen, das über mehrere Jahre hinweg möglichst ähnlich ausgesehen hätte. Warum das nicht funktioniert, hat vielfältige Gründe: Stauden wachsen schneller als erwartet, sie fühlen sich nicht wohl und verschwinden, sie werden zu dicht gepflanzt (oh ja, ich bekenne mich) und verdrängen sich gegenseitig, sie kümmern oder sie überwuchern ihre Nachbarn.

Aber auch die je nach Jahr unterschiedlichen Witterungseinflüsse verändern das Aussehen von Staudenbeeten – manchmal funktionieren Kombinationen, ein anderes Mal verpassen sich die eigentlich einander zugedachten Pflanzen. So passiert bei einem Staudenbeet, das ich im April 2009 angelegt habe. Die südwestliche Seite, die auf den Bildern in diesem Blogeintrag zu sehen ist, wurde mit Stauden bepflanzt, die ab Ende Juni bis zum Frost blühen: Galega x hartlandii 'Alba', Phlox paniculata, Agastache 'Black Adder', Agastache 'Linda', Boltonia 'Snowbanks', Oenothera speciosa 'Alba', Orlaya grandiflora, Deschampsia caespitosa 'Goldtau', Sedum 'Iceberg', Calamintha nepeta ssp. nepeta, Solidago caesia, Aster laevis 'Arcturus', Monarda 'Ou Charme', Aster ericoides, Coreopsis tripteris, Gaura lindheimerii, Nepeta 'Pool Bank' und andere.


Im Juli 2009 hatten die weißen Galegas ihren großen Auftritt. Gemeinsam mit der weißen Oenothera, der Gaura, ohne mein Zutun aufgetauchtem roten Fuchsschwanz (Amaranth) und den roten Achilleas ergab sich damit ein faszinierend rot-weiß-grünes Gesamtbild. Rosa und Lila kamen erst einige Wochen später mit Phlox, Agastachen und Nepeta.



Ab September übernahmen im Beet Astern und besonders Agastache 'Linda', die ich mit jeweils zwei Pflanzen an zwei Stellen gesetzt hatte (das linke untere Bild zeigt die Pflanzung 5 Monate nach der Anlage, so kräftig können Beete wachsen!). Eindruck machte auch die weiße Boltonia 'Snowbanks', die in den Monaten zuvor einen ruhigen und gleichmässigen Hintergrund für die anderen Stauden ergeben hatte.


Die obenstehenden Bilder des Beets sind alle aus dem Jahr 2009. Natürlich glaubte ich nicht, dass das Beete in der Saison 2010 ganz genauso aussehen würde, aber ich dachte doch, es wäre zumindest ähnlich. Doch weit gefehlt. Agastache 'Linda' kam nur schlecht über den Winter und ihre Reste wuchsen so langsam los, dass ihnen von anderen Stauden das Licht genommen wurde, weshalb sie dann, als ich mal nachschauen wollte, auch einfach verschwunden waren. Aber statt Löchern gab es im Beet trotzdem überbordende Fülle, da die rosa Monarden nach einem Jahr Eingewöhnung plötzlich loslegten. Da fiel auch nicht weiter auf, dass die pinkfarbige Aster nicht mehr im Beet weilte. Schade war, dass sich Orlaya grandiflora zwar ausgesät hatte, aber selbst ausgesät viel früher blüht, als wenn man Pflanzen geschenkt bekommt. Zur Blütezeit der Galegas war sie folglich schon lange welk.


Leider waren auch die Achilleas verschwunden und Fuchsschwänze ließ ich nur im Nachbarbeet aufkommen. Somit war mein toller weiß-roter Juliaspekt völlig demontiert. Dafür blühte nun das Deschampsia in Überfülle und fing - wie man im linken Bild gut sehen kann - Morgentau und Licht in seinen feingliedrigen Blütenbüscheln. Diese verfärbten sich bis in den September hinein golden, sodass ich zusammen mit Coreopsis tripteris und Solidago caesia im Spätsommer das Beet von Lilatönen auf Gelb/Blau/Golden umtönen konnte (nunja, Glück war auch dabei).

Nun habe ich mich in die Phlox-Monarda-Galega-Deschampsia-Agastachen-Kombi verliebt, nur fürchte ich, sie könnte dieses Jahr ganz anders aussehen; womöglich fehlen diesmal die blauen Agastachen, die Monarden spinnen oder der Phlox ist zu groß/zu hoch/zu breit und verdrängt die Galegas - es könnten viele Dinge passieren. Wenn man bedenkt, wie stark das Beet 2009 von Agastache 'Linda' geprägt war, die 2010 völlig fehlte, dann ist es unmöglich vorherzusehen, wie das Beet 2011 aussehen wird - ich warte daher einfach und zeige euch dann, was von meinem Garten besonders schön oder ausgesprochen schrecklich gelöst wurde ;-).

(das Bild mit Phlox im Morgenlicht reiche ich beim Fotowettbewerb im gardening-gone-wild-Blog zum Thema 'Genus Loci' ein, da dieses Beet im vergangenen Jahr ganz sicher eine der schönsten Stellen im Garten war)

Kommentare:

  1. Liebe Katrin,
    Bin sehr fasziniert von deiner Schilderung! Dass das Eigenleben von Pflanzengemeinschaften so heftig variiert, wenn man ihnen auch gewisse Freiheiten einräumt, hätte ich mir nicht vorstellen können. Irgendwie auch ein schönes Beispiel dafür, wie lebendig ein Garten sein kann! Voller Überraschungen, so dass es nie langweilig wird. Ich habe solche Erfahrungen natürlich auch schon gemacht, mit dem Unterschied, dass ich die Neigung habe, dem "Gewinner" des Beets freie Hand zu lassen und die Fülle einiger weniger Stauden zu genießen. Ich glaube, ich könnte viel schlechter mit der !Enttäuschung", dass manches verschwindet, umgehen ;-(
    Ganz liebe Grüße
    Elisabeth

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  2. heute habe ich deine Seite entdeckt und bin fanziniert, wei genau du planst,
    das Verändern jedes Jahr, deckt sich auch mit meinen Erfahrungen; denn es ist auch sehr von dem Standort und dem Wetter abhängig, wie sich die Stauden entwicken, ein warmer trockner Sommer und der Phlox ist eine Pracht, aber so genau kenne ich nicht die genauen Sortennamen meiner Stauden.
    Ich überlasse es auch der Natur , wie sich entwickeln und setze je nach Aussehen einfach um;
    so habe ich viele Selbstaussaten wie Agatasche, Muskatellersalbei, Cosmea, Fingerhut, Weberkamille, dazwischen,
    der Rittersporn ist vom Schneckenbefall abhängig und Lücken fülle ich mit Dahlien und Sommerblumen, die den Herbst noch füllen,
    Hingucker im Staudenbeet, sind auch einzelne Strauchrosen, die auch sehr unterschiedlich je nach Sommer blühen
    Frauke

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  3. Die Linda und die Ayala sind bei mir gar nicht über den Winter gekommen, Katrin. Mach doch nochmal Helenium dazu, das hab ich so gern in der Kombi! Meine Beete ändern sich genau wie deine, weil mir einfach was nicht gefällt oder mal was kaputtgeht. Eigentlich räum ich den Garten wie das Haus ständig um!

    Sigrun

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  4. Das mit dem Staudenbeet ist bei mir auch immer so eine Geschichte. Mittlerweile habe ich locker schon drei Versuche hinter ein ordentliches Staudenbeet anzulegen. Entweder kommen die Pflanzen nicht über den Winter oder sie können sich nicht gegen die bereits vorhandenen durchsetzen. Ein Trauerspiel.

    lg kathrin

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  5. Elisabeth, bei mir verschwinden auch immer wieder Stauden. Oder ich muss sie regelmässig evakuieren, weil sie so langsam wachsen und zart sind, dass es einige Anläufe braucht, den adäquaten Platz für sie zu finden. Ich bin ziemlich inkonsequent, was Staudenteilung anbelangt: Ich lasse immer alles wachsen und im Frühling freut mich jeder Triebe und spätestens im Juni merke ich, die Hälfte der jeweiligen Pflanze hätte locker auch gereicht... aber etwas (*gg*) schütterer pflanze ich schon! Bilde ich mir zumindest ein.

    Frauke, freut mich, dass du hierher gefunden hast! Sämlinge lasse ich leider auch viel zu oft stehen, weil im Frühling alles so klein aussieht. Heuer bin ich wirklich radikaler, ich habe letztes Jahr einige Geranium beinahe verloren, weil Cosmea und Rudbeckia hirta sich über sie gelegt haben. Aber ich reiße Sämlinge natürlich nicht aus, sondern verpflanze sie (mir ist immer leid um alle Pflanzen... auch wenn ich sie bereits x-mal habe) - oft auch in Lücken, wie du sagst.

    Sigrun, Helenium hatte ich im Beet gegenüber (bei den Bildern oben rechts außerhalb) und zwar in Gelb, das war etwas zu schrill. Ich werde sie umsiedeln und mit Dunkelroten ersetzen, das könnte schöner sein (das Beet gegenüber ist eher in Lilatönen gehalten - wobei eher heißt, ich versuche, es in Lilatönen zu halten, aber es funktioniert nie *gg*). Und klar räume ich immer wieder rum, das macht ja gerade Spaß.

    Kathrin, die einzigen Staudenbeete, die bei mir gut funktionieren, sind die, die ich komplett neu angelegt habe. In bestehende Beete neue Pflanzen zu ergänzen kann funktionieren, aber leider tut es das nicht, weil die Pflanzen verschiedene Ausgangssituationen haben und die Neuen meist unterliegen oder in den alten Pflanzen noch Unkraut ist,... ist es bei dir so feucht, dass die Pflanzen den Winter nicht überleben?

    LG, Katrin

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  6. Hallo Katrin,

    Deine Bilder gefallen mir sehr gut und am schönsten finde ich die Einbindung von Galega. Bei mir habe ich sie wieder rausgeschmissen, weil sie die anderen Pflanzen niederdrückte und verblüht sehr unordentlich aussah. Nun bereue ich es schon und erst recht nachdem ich Deine Bilder gesehen habe. Hast Du eine besondere Sorte oder hast Du sie angebunden oder kann sie sich auf andere Pflanzen stützen?
    LG, Jochen

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  7. Der Lauf der Natur....mir macht es nichts aus, wenn die Beete jedes Jahr wieder etwas anders aussehen, im Gegenteil, ich lasse mich gerne überraschen!
    Allerdings sind deine Beete auch viel ausgeklügelter als meine. Sieht richtig profimässig aus...UND....traumhaft schön!
    LG Carmen

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