Herzlich Willkommen!

Diese Internetseite bündelt meine aktuellen und früheren Gartenaktivitäten. Von 2010 bis 2019 stand hier im Blog der Garten rund ums Haus meiner Eltern im Fokus - zahlreiche Beiträge behandelt vor allem die dortigen Schattenbeete und die die Anlage eines Kiesbeets. Dieser Garten existiert nach wie vor - ich wohne aber nun seit sieben Jahren ein Stück weit entfernt auf einer kleinen Landwirtschaft, wo langsam aber sicher ein neuer Garten entsteht. Diesen zeige ich ausführlich auf meiner Instagram-Seite. Daneben gibts es hier Infos über meine Bücher, Vorträge und Infomaterial verschiedenster Art. Stöbern Sie gern auch im Blogarchiv!

18. April 2016

Schattenstauden und was sonst so blüht

bei uns und im Garten Brückl am 1.Mai 2016

Nach dem Regen Mitte der vergangenen Woche gab es im Garten einen spürbaren Ruck im Austrieb. Neben den vielen Schattenpflanzen, die jetzt in voller Blüte stehen, schieben auch die Staudenbeete in der Sonne immer mehr an. Nicht mehr lange, und die Tulpen blühen.

Die Zierkirsche gegenüber vom Haus ist nun schon verblüht und bekommt Blätter - und auch die Anlage um das Glashaus herum ist nun schon weitgehend fertig.

In den Schattenbeeten ist nun alles voller Blüten. Jeffersonia diphylla / Anemone nemorosa 'Bracteata'

Meine Schattenstaudebeete sind nun täglich einen Besuch wert. Wenn es, wie im Moment ein paar Tage regnet, dann ist es danach immer wieder spannend, was sich Neues entwickelt hat, vieles treibt über Nacht aus.


Cardamina heptaphyllos 'Guincho Form' / Anemone flaccida


Ein schon älteres Staudenbeet: Lathyrus vernus, Pachyphragma macrophylla, Podophyllum 'Spotty Dotty' und Helleborus.


Wie kleine Seerosen liegen die Blüten von Sanguinaria candensis 'Multiplex' in den umgebenden Pflanzen / Polygonatum multiflorum 'Ramosissimum'

Die flächigen Staudenbeet sind nun am schönsten, da die Pflanzen einen dichten Teppich bilden, aus denen immer wieder neue Pflanzen auftauchen.

Nun ist auch die Zeit der Elfenblumen. Zwei besonders schöne sind Epimedium epsteinii und Epimedium mikinori.



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Das dichte Gewusel im Schattenbeet leidet leider unterm Picasa-Upload. Der wichtigste Pflegeschritt in diesem Beet ist das Mulchen mehrmals im Jahr. Ich werde in den nächsten Wochen noch einmal gehäckseltes Laub nachlegen.

Was sich auch gut entwickelt, ist das Schotterbeet von letztem Sommer. Die ersten sind, wie zu erwarten war, die Zwiebelpflanzen, aber nach und nach taucht auch der Rest der Pflanzen auf.

Einige Tulpen wurden leider vom ersten Gewitter der Saison geknickt, die Muscari haben keine Schäden davongetragen.

9. April 2016

Einladung zur offenen Gartentür - 1.Mai und 2.+ 3.Juli

Auch in diesem Jahr öffnen wir unsere Gartentür und laden - diesmal an zwei Terminen - zu einem Besuch ein. Es ist nun schon die fünfte Saison, in der wir den Garten öffnen und wie immer möchte ich euch herzlich einladen, durch den Garten zu spazieren, Pflanzen zu betrachten und interessante Gespräche zu führen.

Weil wir bisher immer Zwischen Ende Mai und Anfang Juni geöffnet habt, gibt es diesmal einen früheren Termin, nämlich schon in drei Wochen, am Sonntag, dem 1.Mai 2016. Ich würde mich sehr freuen, Bloggerinnen und Blogger bei uns im Garten begrüßen zu dürfen! Wie immer gibt es Kaffee, Säfte und kleine Imbisse und ich hoffe auf gemütliches Wetter, damit besonders die Schattenstauden, Tulpen und unsere neuen Gartenbereiche bei gemütlichen Gesprächen angeschaut werden können.

Gemeinsam mit uns öffnet am 1. Mai auch ein für unsere Aktion neuer Garten, nämlich der Garten Brückl in Sattledt. Er ist um ein Haus herum angelegt und beinhaltet neben verschiebenen Bereichen eine Menge Tulpen und besondere Schattenstauden, die von Magda, die begeistert Pflanzen sammelt, harmonisch miteinander kombiniert wurden.

Der zweite Termin findet am 2. und 3. Juli statt und ich werde euch daran etwas später noch einmal erinnern - an diesem Wochenende ist ebenfalls ein zweiter Garten geöffnet, und zwar der Bienengarten von Aloisia und Alois Schobesberger, die neben einer sehenswerten Gartenanlage mit Steinen, Schotter und vielen Bienenfutterpflanzen Einblicke in ihre Imkerei bieten.

Auf der Seite zur Veranstaltung gibt es eine Karte, in der alle Gärten eingezeichnet sind. Wenn das Jahr nicht zu rasch voranschreitet, könnte es am 1.Mai in unserem Garten so aussehen wie auf den Bildern von letztem Jahr - daher ein paar zum Ködern!

Ich freue mich auf euren Besuch und natürlich auch, wenn ihr unsere Veranstaltung weiterempfiehlt!


Im Gegensatz zu später im Jahr sind Schilf und Gräser noch viel niedriger und erlauben ganz andere Einsichten in die Beete.

Zwischen den Sommerstauden wachsen zahlreiche Tulpen, die so die Blütezeit der Beete nach vorne verlängern.

Am üppigsten ist es aber in den Schattenbeeten!

Etliche zu Unrecht unbekannte Pflanzen blühen jetzt, wie etwa Saruma henryi, die sich erst seit ein paar Jahrzehnten in Gartenkultur befindet.

Die Tulpen erlauben ganz andere Farbkombinationen, als die Beete später haben - und lassen den Garten dadurch ganz anders wirken.

5. April 2016

Staudenmarkt Berlin - Nachlese

Der obligatorische Rückblick auf den Staudenmarkt in Berlin hat etwas auf sich warten lassen - obwohl ich wieder einmal äußerst beeindruckt von diesem Wochenende zurückgekommen bin. Dieses Mal blieben mir langwierige Anfahrten oder gar Rückfahrten mit dem Zug erspart, da sich endlich eine Freundin überreden ließ, doch mit dem Auto in den Norden zu reisen. Wir waren also zu viert unterwegs - und zum Glück haben sich meine lockenden Versprechen alle erfüllt, denn tatsächlich ist Berlin unter den mitteleuropäischen Gartentagen eine herausragende Veranstaltung.


Die Stände präsentierten sich in den meisten Fällen bunt und voller Verlockungen, hier etwa der Steingarten- und Schattenraritätentisch von Sarastro, an dessen Stand ich am Samstag mitgeholfen haben. Es hat mich sehr gefreut, dass einige sich tatsächlich bei mir vorgestellt haben - lieben Gruß zurück! Und in manchen Fällen wäre es sicher schön, wenn tatsächlich ein neuer Blog entstehen würde...



Am Markt war ich selber nur in aller Frühe unterwegs, was die unerhört menschenleeren und daher auch noch pflanzenvollen Stände erklärt. Wer schon auf großen Staudenmärkten war und weiß, dass niemals jede Pflanze angeschaut werden kann, obwohl an jeder Ecke und vermutlich in jeder Kiste Schätze lauern, wird das Gefühl kennen - voller Herzklopfen, Freude... und ein kleines bisschen Verzweiflung ist auch dabei.



Der Tomatenstand war zum Glück über Nacht abgedeckt, denn es gab tatsächlich Morgenfrost! Das hat uns vier Österreicherinnen am meisten überrascht, denn die vergangene Woche hat uns mit Temperaturen jenseits der +20°C verwöhnt und da der Wetterbericht für Berlin ähnlich war, sind wir am Samstag ohne wärmendes Jackeninnenfutter, Mütze und sonstige Winterutensilien losgezogen. Das hatte bis etwa halb 11 Uhr äußerst ungemütliche Folgen, denn erst dann stiegen die Temperaturen auf Wohlfühlniveau.



Hier der Beweis: Es gab tatsächlich Reif! Und das war offenbar nicht einmal außergewöhnlich, denn alle österreichischen Smalltalk-Versuche mit Wetterbezug stießen auf Unverständnis, weil das vergangene Wochenende die ersten warmen Tage brachte und unsere Erzählungen von T-Shirt-Wetter wohl ziemlich exotisch geklungen haben. Tatsächlich liegt die Vegetation in Berlin noch mindestens zwei Wochen hinter unserer zurück und bei unserer Fahrt lag auf Höhe Hof wirklich noch Schnee auf den Wiesen. Das hätten wir nicht gedacht, denn diesen Wintereinbruch (es waren sogar Reste der Schneeräumung an den Straßenrändern zu sehen), der am 1. April auch im Radio erwähnt wurde, hielten wir für einen Scherz .


Im Gegensatz zu sonst war das Sortiment der Stände daher ein anderes, vielfach wurden noch Helleborus angeboten, vereinzelt sogar noch blühende Galanthus. Lathyrus vernus, Brunnera und Cardamine waren dagegen bis auf wenige Ausnahmen keine zu finden. Die Zusammenstellung am Stand von Gaissmayer verriet daher die südliche Herkunft der Pflanzen - und hat mir ganz wunderbar gefallen!


Gefallen haben mir auch die japanischen Leberblümchen von Jürgen Peters, aber es hat mir gereicht, sie zu betrachten und zu bestaunen. Kaufen hätte dann wohl das Budget der zukünftigten Dekade an Berlinbesuchen aufgebraucht.


Nachdem ich einige schöne Pflanzen erbeutet hatte, machte ich leider kein einziges weiteres Foto vom Markt, was auch daran lag, dass er rekordverdächtig reich besucht war und man sich schon wenige Minuten nach der Öffnung durch die Massen quetschen musste. Doch auch wenns manchmal eng wird: Ich kann den Besuch in Berlin nur immer wieder weiterempfehlen. Kaum ein Markt bietet so viele Pflanzen, so viele Pflanzenbegeisterte und ein derartig großes Angebot.

Man wird allerdings müde... Denn alleine der Weg, den man zurücklegen muss, um alle Stände gesehen zu haben, beträgt einen Kilometer - und meistens trägt man ja auch einige Kilo Beute mit sich ;-).

1. April 2016

Dieses Wochenende - Staudenmarkt in Berlin

Dieses Mal nur eine ganz kurze Meldung - dieses Wochenende sind bei vermutlich großartigem Wetter die Staudentage im Botanischen Garten in Berlin Dahlem und ich werde, nach einem Jahr Pause, wieder einmal mit dabei sein.

Wer also am Samstag am Stand von Sarastro (gleich der zweite Stand am südlichen Eingang "Unter den Eichen") die Frau mit Bergschuhen anspricht, wird mich treffen - und ich freue mich, Leserinnen und Leser des Blogs zu treffen.

Allen anderen, die zu weit von Berlin entfernt wohnen, wünsche ich ein schönes Gartenwochenende!



29. März 2016

Pflanzen am Naturstandort (2) - Hepatica nobilis

Von den heimischen Wildpflanzen gehören die Leberblümchen für mich zu den schönsten. Trotz ihrer zarten Gestalt können sie selber unter widrigsten Bedingungen blühen und warten den halben Winter auf Erdniveau, verborgen in einer dicken Triebknospe, auf ein paar warme Tage - und dann ist es soweit: An den Hängen der Kalkalpen sitzen sie an Abgründen, säumen Wege und Pfade und blühen in großen Mengen. Dabei öffnen die Blüten erst ab etwa 8°C und ab einer gewissen Helligkeit, da nur dann Bestäuber unterwegs sind.

Ob sie ihr Laub behalten, hängt vom Standort ab und kann von Jahr zu Jahr verschieden sein. An sehr heißen, sonnigen Standorten verlieren sie es, im tiefen Schatten bilden sie einen dichten Teppich und sind damit wintergrün. Meistens blühen sie helllila oder violett, häufig variieren die Schattierungen an den einzelnen Standorten enorm. Hin und wieder finden sich weiße Exemplare, seltener welche in Rosa oder Fliederfarben.

Als Boden schätzen sie kalkhaltigen, durchlässigen Untergrund mit Laubauflage und gleichzeitig freiem Stand, dazu ausreichend Feuchtigkeit im Frühjahr. Sie sind aber hart im Nehmen und kommen auch auf Schotter, lehmigen (nie aber staunassen) Böden und an ungedüngten Wiesenrändern zur Blüte.

Ihre Blüten sind nicht nur unterschiedlich gefärbt, auch die Anzahl der Blütenblätter variiert von 6 bis zu 12 oder mehr.

Wenn es schattiger wird, bauen die Pflanzen langsam ab - sie mögen Helligkeit, ohne direkt besonnt zu werden.

Am üppigsten wachsen sie, wenn sie von Norden indirektes Licht erhalten, gegen Süden aber von der Sonne abgeschirmt sind.

Auch die Farbe der Staubgefäße ist unterschiedlich.

Und häufig finden sich weiße und violette mit hellen Exemplaren gemischt.

Manche zeigen auch ganz schmale Blütenblätter.


Wo es etwas feuchter wird, werden sie von Anemone nemorosa und Cardamine enneaphyllos, der Neunblättrigen Zahnwurz, begleitet.

Die Blütezeit erstrecht sich über die wenigen Wochen, in denen es am Waldrand hell genug ist, dass Bestäuber zu den Blüten fliegen. Danach treiben sie ihr Laub und warten wieder ein Jahr auf ihre Chance.

26. März 2016

Der Moment, wo es grün wird...

Vermutlich hat jeder so seinen Augenblick, mit dem auf einmal klar wird, dass nun der Frühling wirklich beginnt. Eigentlich gibts für sowas ja mehrere Anzeichen: der erste singende Amslerich, vielleicht der erste Frosch, wohl auch der letzte Schnee (nur wie soll man sich da sicher sein?), der Beginn der Leberblümchenblüte und auch die erste blühende Zierkirsche. Für mich habe ich aber einen weiteren Zeitpunkt festgelegt, der unmissverständlich zu erkennen ist: Der Frühling beginnt für mich, wenn der Hintergrund auf Gartenfotos überwiegend grün ist. Und ich würde mal sagen, ja, das ist nun soweit.

Paeonia mairei, die erste Pfingstrose des Gartenjahrs. Sie stammt aus dem Yunnan und blüht dort in Gebirgslagen im Frühsommer. Offenbar sind die dortigen Sommertemperaturen nicht so wirklich warm, denn sie treibt Jahr für Jahr schon im Februar aus und lässt sich weder von Frösten beeindrucken noch von nachfolgender Hitze (was mich immer wieder erstaunt).

Cardamine glanduligera, eine frühe Zahnwurzart, bildet im Halbschatten lockere Teppiche. Und das tun viele Pflanzen: Meine Halbschattenbeete sind schon komplett dicht, dabei ist sicher erst ein Drittel aller Pflanzen sichtbar!

Diese Helleborus wächst außergewöhnlich hoch und üppig. Auf ihre Sämlinge bin ich gespannt, aber sie werden erst nächstes oder übernächstes Jahr blühen.

Nun macht es auch wieder Freude, mit dem Makro Details aufzuspüren: Ob der zartrosa Rücken einer eigentlich schneeweißen Anemone blanda, der Austrieb von Euphorbia dulcis 'Chamäleon' oder ein Epimedium, das so rasch aus der Erde getaucht ist, dass es noch Erde im Pelz trägt - es lohnt sich, genau hinzuschauen.

Dieser dunkle Corydalis solida mag und mag sich nicht aussäen. Dabei hätte ich gerne einen kleinen düsteren Dunkel-Corydalis-Fleck im Garten.


Was dafür endlich klappt, ist die Selbstaussaat von Winterlingen. Wer ebenfalls denkt, das wird niemals-jemals etwas, muss einfach nur weiterwarten... nach einigen Jahren ungeduldigen Herumzappelns meinerseits tauchen nun Sämlinge unterschiedlicher Altersstufen auf: Links die Saat von letztem Jahr, rechts ein Sämling von vorletzter Saison. Er wird wohl in zwei Jahren blühen.

Das Schattenschaumkraut, Pachyphragma macrophylla, kann nicht oft genug gezeigt werden: Selten findet man eine langlebigere, robustere Frühlingsstaude!
Die weiße Helleborus ist von letztem Jahr und ich freue mich jedes Mal, wenn sie aus dem Beet leuchtet. Helle Blüten sind im Frühling etwas ganz besonderes. Manche davon sind auch sehr zart, wie die von Isopyrum thalictroides, dem Muschelblümchen.

Wo es noch weitaus wüstenähnlicher aussieht, und das ganz nach Plan, ist im neuen Kiesbeet. Fast alle Stauden zeigen schon Lebenszeichen, vor allem die vielen Zwiebelpflanzen treiben schon aus - daher musste ich mich sputen und habe ich letzten Tage die finale Schotterschicht aufgebracht. Nur mehr ein kleiner Teil fehlt, dann muss das Beet nur mehr wachsen!

Ich wünsche euch ganz herzliche frohe Ostern und einen schönen Start in den Frühling!