Nachdem die Schattenbeete im Frühling die Stars im Garten sind, gibt es dieses Mal einen Post, bei dem ich mich mit voller Konzentration den Sommerstaudenbeeten gewidmet habe, in denen das Jahr immer etwas verhaltener startet. Das liegt daran, dass viele Stauden, die auf sonnigen Freiflächen vorkommen, ja noch das ganze Jahr Zeit haben und daher keine Eile, im noch kühlen Frühjahr auszutreiben. Einige von ihnen - Wasserdost etwa - sind überhaupt noch nicht zu sehen.
Das ist jedes Jahr so und in diesen Beeten muss man sich für den Frühling etwas ganz anderes überlegen, damit es bis etwa Juli nicht zu langweilig wird. Die einfachste Möglichkeit ist das Einplanen von Zwiebelpflanzen, die ihrerseits zwar auch sonnige Freiflächen mögen, aber nicht den heißen Sommer, sondern den noch kühleren Frühling. Sie haben die ökologische Nische, die ihnen zu Beginn des Staudenaustriebs bleibt, für sich entdeckt und verschwinden dann, sobald die anderen Pflanzen sie überwachsen.
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| Tulpen 'Spring Green', 'Flaming Springgreen' und im Hintergrund 'Westpoint' (heuer neu), dazu Euphorbia polychroma, Anthriscus sylvestris 'Ravenswing' und im intergrund Silene dioica. |
Die bekanntesten unter ihnen sind die Tulpen. Es gibt sie in allen erdenklichen schönen und schrecklichen Farben und viele von ihnen haben - zumindest in meinen Beeten - die ärgerliche Tendenz zu verschwinden. Ich hab daher für mich selbst beschlossen, dass ich Tulpen wie Saisonware behandle und mir einfach jeden Sommer neue leiste, so, wie andere das mit Balkonblumen machen, die ich nicht habe.
Nach mehreren Jahren Tulpeneinlegens haben sich aber einige Sorten herauskristallisiert, die entgegen meiner Erwartungen doch wiederkommen, sich sogar vermehren und dabei auch ins Farbschema meiner Beete passen.
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| Noch einmal dieses Beet, eine namenlose gelbe späte Narzisse passt hier ebenfalls gut und auch das gelbe Scharbockskraut, das ich sowieso nie wieder von dort wegbekomme. |
Daher habe ich Stauden etabliert, die ebenfalls schon früh im Jahr für Aufsehen sorgen: Der purpurblättrige Kälberkropf, der den wunderschönen Sortennamen 'Ravenswing' trägt, sät sich bei mir echt aus und wandert so durch die Beete. Dass die grün-gelbe Euphorbie so gut dazupasst, ist mir erst letztes Jahr eingefallen - diese Kombi könnte ich mir sogar in Serie vorstellen. Die Tulpen passen wohl deshalb so gut, weil die Weißanteile in der Springgreen-Serie sowieso eher cremefarben sind - weshalb das alles besonders harmonisch wirkt.
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| Silene dioica, Persicaria microcephala 'Red Dragon', Tulpe 'Spring Green' (dahinter in Rot 'Jan Reus') |
Die haltbarsten Tulpensorten in meinen Beeten sind zum einen die weiß-grüne 'Spring Green', zum anderen ihre rotgeflammte Version 'Flaming Spring Green' und die dunkelrote 'Jan Reus' sowie eine weiße Sorte, deren Namen ich leider nicht mehr weiß. Das Rot von 'Jan Reus' nimmt der rote Knöterich Persicaria microcephala 'Red Dragon' wieder auf.
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| 'Jan Reus', im Hintergrund - heuer neu und als Test für eine viel größere Pflanzung im Kiesbeet - Tulipa clusiana 'Cynthia' |
'Jan Reus' hat als eine der wenigen Tulpen hier im Garten einen deutlichen Zuwachs vorzuzeigen, denn teilweise treiben drei oder mehr Stängel an einer Stelle und ich pflanze Tulpenzwiebeln immer einzeln ein.
Vielleicht hat das Düngen beim Austrieb geholfen oder der durchlässige Boden in sonniger Lage behagt den Tulpen besonders - obwohl es gerade letzten Sommer recht viel Regen gab.
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| 'Jan Reus' mit Iberis, Silene und Sambucus nigra 'Black Lace' |
Wer Tulpen in Beete integrieren möchte und nicht vorhat, sie nach der Blüte auszugraben, zu trocknen und dann im Herbst wieder einzupflanzen (der Aufwand schreckt mich ab und ich käme auch nicht in die Beete rein, wenn die Zeit dazu wäre), der sollte sie so stecken, dass ihr welkendes Laub verdeckt wird. Das gilt zwar für alle Zwiebelpflanzen, aber bei Tulpen sehen die Blätter ganz besonders grausig aus, weshalb es gut ist, wenn blattreiche Nachbarn sie vollends verdecken.
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| 'Spring Green', Silene dioica und jede Menge andere Zwiebelblüher (Allium, Galanthus, Narcissus, Lilium...) - und, ich seh es grad beim Posten, auch Nichtzwiebelblüher wie Giersch... :-) |
Das Schöne an der Sorte 'Spring Green' ist, dass Weiß sich mit allen Farben verträgt und das Grün in der Blüte mühelos eine Verbindung zu Nachbarpflanzen herstellt. So kann man diese Tulpe eigentlich in jedes Beet pflanzen... ich mag die Kombination mit rosa Tönen ganz besonders gern, wie hier mit der in allen Beeten blühenden Silene dioica, dem rosa Dicentra und den blasslila Blütenständen von Lunaria rediviva, die sich in der Versuchspflanzung in der Sonne ganz wacker schlagen.
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| 'Flaming Springgreen' zwischen Wiesenrauten und Lauch |
Am Bild oben wirken vor allem die Kontraste zwischen dem feinen Laub der Wiesenrauten und den unglaublich wuchtigen Austrieben des Zierlauchs; dazwischen schwebt dann noch die 'Flaming Spring Green'... eine Kombi, die nun schon seit drei Jahren besteht.
Aber es stehen unendlich viele weitere Möglichkeiten offen und ich möchte alle ermutigen, Tulpen als Staudenpartner zu sehen und nicht reine Tulpenbeete zu pflanzen, die weder halbbar sind noch ohne großen Arbeitsaufwand angelegt werden können.