14. Juli 2014

Staudenwiesen im naturalistischen Gartenstil | Der Staudengarten Gross Potrems

Grade noch habe ich das Buch vorgestellt, in dem Jochen Wegner seinen Garten und das dahinterliegende Konzept präsentiert, da konnte ich diese Pflanzungen vergangene Woche schon mit eigenen Augen betrachten. Wer einen Garten besucht, der aus Büchern oder dem Internet schon bekannt erscheint, läuft immer Gefahr, enttäuscht zu werden. Manchmal stellt man sich einen Garten größer vor als er ist, oder malerischer in die Umgebung eingebettet und manchmal lügen natürlich auch die Bilder. Umso größer war meine Freude darüber, dass der Staudengarten in Gross Potrems die Stimmung von wogenden Wiesen und üppigen Staudenfluren nicht nur auf Bildern verspricht, sondern auch in der Wirklichkeit umsetzen kann - weshalb ich jetzt aus unendlich vielen Bildern ein paar aussuchen musste und das hier nun ein Monsterbeitrag wird.

Campanula, Stachys, Aconogonon, Cephalaria gigantea, Veronicastrum

Zum Garten muss man wissen, dass Jochen Wegner seit Jahrzehnten an seinem Garten feilt, unermüdlich Wildstauden aus allen Erdteilen zuerst im Internet sucht, dann aussät oder kauft und sie sogar in einem eigenen Beet testet, ehe sie in den wilden Garten entlassen werden, wo sie sich behaupten und bewähren müssen - zwischen anderen Stauden und auch gegen Spontanvegetation. Diese ist es nämlich, die, vor allem mit Gräsern, in diesem Garten nicht nur exisitieren darf, sondern ganz wesentlich zum natürlichen Eindruck der Pflanzungen beiträgt.

Lilium pardalinum, Nepeta kubanica, Ligularia

Damit Gras zwischen Stauden nicht zum Problem wird, müssen die Pflanzen jedoch gesund sein - und das klappt nur, wenn sie dem Standort entsprechend verwendet werden. Findet man diese Standorte und lässt man den Pflanzen anfänglich Platz, dann ertragen sie leichte Konkurrenz, genauso, wie das in Wiesen, Magerrasen oder in Sumpfwiesen der Fall wäre und es ist nicht notwendig, jedem Gräslein hinterherzujäten, sondern darf dort und da Sämlinge und Stauden, die den Wiesencharakter betonen, sich etablieren lassen.

Lockere Gräser lassen den Blick über den ganzen Garten schweifen

Im Wildstaudengarten gibt es zum Glück etliche Standorte, die vielfältigen Bewuchs erlauben: Trockene Bereiche am Haus, sonnige Flächen mit Sandboden, halbschattige Areale im Schatten und feuchte Böden rund um den Teich. Als verbindendes Element dient die freie Sicht, die in vielen Gärten ja absichtlich unterbrochen wird, um mit Gartenräumen Größe zu suggerieren. Hier wird die freie Fläche und der Blick über eine Fläche mit feingliedrigem Bewuchs dazu genutzt, das Gefühl einer Wiese zu vermitteln.

Blick über die Pflanzungen, unterbrochen nur von Gräsern

Zieht man diese Überlegungen konsequent durch, hat das auch Auswirkungen auf die Anordnung der Pflanzen. Höhenstaffelung, Gruppenpflanzungen und Einfassungen würden hier den Charakter stören und dürfen nur vorsichtig verwendet werden. Da wir das Vorbeigehen an hohen Stauden nicht gewöhnt sind und wohl als unangenehm empfinden würden, muss eine, dafür aber sanfte Art der Staffelung verwendet werden - wobei sich hier höhere Gräser besonders eignen, sowohl Raumeffekt als auch flirrende Leichtigkeit in die Beete zu transportieren.

Deschampsia, Helenium und Oenothera (und ein Fitzelchen Verbena hastata)

Dass manche Besucherinnen und Besucher hier gerne zu jäten beginnen würden, darauf weist Jochen Wegner schon in den ersten Sätzen zu seinem Garten hin. Ich denke, es müssten schon sehr blinde Personen sein, die diesen Reflex verspüren, denn dieser Garten ist so eindeutig kein gelecktes Beet-Ensemble und stattdessen üppige, sich sanft im Wind wiegende Natur, dass man das auch erkennen sollte, wenn man Staudenwiesen noch nie in natura gesehen hat.

Links Polygonum (oder Persicaria oder Aconogonon ;-)) weyrichii, Iris sibirica und weitere Stauden feuchterer Lebensräume

Der naturalistische Gartenstil, dem sich Jochen Wegner mit seiner Art des Gärtnerns verschrieben hat, ist keine neue Strömung. Noch bevor "Naturgärten" mit Bienenfutterpflanzen und Insektenhotels zu gesellschaftstauglichen Konzepten erhoben wurden, machten sich Staudenverwender Gedanken darüber, wie wir Menschen die Natur, von der wir uns ja laufend entfremdet hatten, wieder in unsere unmittelbare Nähe bringen konnten. Interessanterweise sind dabei Wiesen nicht nur die am ehesten umsetzbare Form, sondern auch die, die uns Menschen am stärksten anspricht. Auf der Homepage des Wildstaudengartens gibt es dazu einiges an zusammengetragener Literatur und wer sich noch weiter vertiefen möchte, dem lege ich Jochens Buch ans Herz.

Kalimeris, Echanicea, im Hintergrund Heliopsis

Eine Staudenwiese kann dabei ganz bunt sein, oder nur aus wenigen Arten bestehen - auf jeden Fall aber wiederholen sich die Pflanzen, sie sind nicht in gleichen Abständen zueinander angeordnet und sie werden meistens in Drifts angeordnet, in länglichen Gruppen, die im Betrachter das Gefühl von Zufälligkeit und natürlicher Ansiedlung entstehen lassen. Klappt das, dann ist diese Illusion gut gelungen - und die oft sehr detaillierte Planung von Erfolg gekrönt.

Ligularia przewalskii und Sanguisorba, ich vermute mal. officialis 'Pink Tanna'.

Weil ich den naturalistischen Gartenstil zwar außerordentlich schätze, aber meine Art der Gartengestaltung doch (noch?) zu sehr im kompositorischen Bereich der Gestaltung verhaftet ist, war ich im Garten auf der Suche nach Kombinationen, die sich auch in herkömmlichen Beeten verwenden lassen. Von den vielen Funden, die ich dabei gemacht habe, hat mich die Verpartnerung von Ligularia przewalskii und einem rosa Sanguisorba, dessen Namen ich leider vergessen habe; vermutlich ist es S. officinalis 'Pink Tanna', besonders beeindruckt.

Iris sibirica, Eupatorium purpureum, Deschampsia cespitosa und eine grünblättrigen Funkie - hier treffen große Blätter auf feines Laub, eher plumpe Blüten auf flirrende Wolken und später noch Dolden auf feines Gras; alles in allem also eine sehr haltbare, über das ganze Jahr hinweg ansprechende Gruppe.

Veronica longifolia vor Darmera peltata, links im Hintergrund rosa Filipendula, der Trick sind hier die aufstrebenen Kerzen, die im Kontrast zu den großen, horizontalen Blättern stehen. Kerzen sind generell gut geeignet, in ruhigen, harmonischen Pflanzungen wie einer Wiese für Aufsehen zu sorgen, weil sie aus der Umgebung aufragen.

Echinops ritro mit Verbascum chaixii - beides Wildstauden, aber die Kombi könnte im edelsten Blau-Weiß-Beet eines formalen Gartens ebenso bestehen, so kraftvoll ist sie. Zu ihren Füßen, man sieht grad noch ihre "Ohren", steht die Spornblume, Centranthus ruber und links schließt eine Stockrose an. Alle vier kommen mit Trockenheit und Hitze gut zurecht und könnten an Hausmauern oder Mauerkronen gehalten werden.

Der Blick über den Teich wird sich bald wandeln, hier ist es im Gegensatz zum restlichen Garten recht einheitlich grün und dort, wo das Schildblatt steht, könnten so viele schöne Wildstauden, die jetzt im Sommer blühen, einen neuen Platz finden. Aber warum sollte es jemanden mit Staudenwiesen anders gehen als uns! :-)

Wie jeder schöne Garten sind auch die Staudenwiesen nie fertig, denn Gärten beeindrucken - und hier liegt der Unterschied zu Staudenfluren in der Natur - nur dann, wenn sie die Illusion von Natur perfekt beherrschen. Und würde man sie sich selbst überlassen, würden sich einige wenige Pflanzen durchsetzen und die Wirkung wäre dahin. Insofern ist auch eine Staudenwiese ein Beet, eine sorgsam kombinierte Border - auch wenn ich hier mit Jochen durchaus diskutiert habe ;-). Unbestreitbar ist, dass sein Garten viel weniger Arbeit verlangt als eine gestaffelte Border. So schneidet er die Beete alle im Spätwinter maschinell zurück und verbrennt den Schnitt; Rückschnitte während der Vegetationsperiode, auch wenn sie wie im Fall der Rittersporne eine Nachblüte provozieren würden, werden mit Absicht unterlassen.

Blick über den Teich zurück zu den Pflanzungen auf trockenem Boden

Den "Wieseneffekt" fotografisch festzuhalten, ist mir nicht im erwünschten Ausmaß gelungen. Tatsächlich wiegen sich die Gräser ständig im Wind und verschmelzen, da sie in vielen Beeten verwendet werden, zu einem wogenden Teppich, der einzelne Staudengestalten, je nachdem, wo man gerade steht, besonders hervortreten lässt. Daher kann man stundenlang durch den Garten wandern und findet doch immer wieder  neue Ansichten, was auch am Lichteinfall liegt, der sich durch die vielen Nachbarbäume und das Haus ständig wandelt und den Fokus auf neue Stauden legt.

Echinacea vor Nepeta und Lychnis calcedonica / Lilium pardalinum mit der Julisilberkerze (Actaea/Cimicifuga racemosa var. racemosa) vor Ligularien / Ligularia przewalskii, Sanguisorba und Persicaria amplexicaule

Samenstände und trockene Stängel, wie hier vom Geißbart, dürfen stehenbleiben und bilden jetzt im Juli, wo alles noch grünt und blüht, einen reizvollen Gegenpart; reihen sich aber gleichzeitig vom Charakter her in die Formen- und Farbenpalette der Gräser ein und passen so aus einigen Perspektiven ganz hervorragend.

Die Gespräche im Garten über den Garten und über unsere Absichten und die Art, einen Garten zu gestalten und auch, wie er genutzt wird, waren für mich interessant und inspirierend. Einige habe ich schon notiert, um im Winter Stoff für Debatten und kontroverse Blogposts zu haben! Was ich an mir schon festgestellt habe, ist mangelnde Konsequenz in der Gestaltungsrichtung. So hat Jochen festgestellt, dass er im April im Garten viel mit Umpflanzarbeiten und Aussaaten beschäftigt ist und für die Betrachtung winziger Blüten und niedlicher Schattenstauden keine Zeit hat. Deshalb baut er den Frühlingsaspekt kontinuierlich zurück, um den so gewonnenen Platz für Sommerstauden nutzen zu können. Hepatica gegen Geranium? Brunnera gegen Hosta? Alleine der Gedanke überfordert mich, aber die klare Wirkung seiner Beete gibt ihm Recht.

Die riesigen Ligularien entlang des Steinwegs, der am efeubewachsenen Haus entlangführt, haben mich schon seit Jahren auf Bilder fasziniert. In Echt sind sie dann noch eine Spur beeindruckender, weil sie so riesig sind! Viel größer als ich jedenfalls. Und so begehrenswert, denn mit feuchtem Boden kann ich hier nicht dienen.

Worin ich ihm auch noch uneingeschränkt beipflichten muss und wer die Bilder aufmerksam betrachtet hat, der weiß, was jetzt kommt: Keine Deko im Garten, nicht ein einziges Element, nicht mal ein Stück Holz! - und keine Rosen. Also generell keine Gehölze in Beeten, weil das ja Wiesen sind, aber eben auch: Keine Rosen. Weil die einfach nicht passen. Und weil ein Garten auch ohne ihnen schön sein kann. Und wie.

Dieses Gras am Teich hat sich von selbst eingefunden und fügt sich harmonisch ins Gesamtbild der Anlage ein.

Ihr merkt schon, mir hat der Besuch sehr gefallen. Das liegt nicht nur am Garten, sondern auch an Gabi und Jochen Wegner, die mich so gastfreundlich empfangen und mir das Land gezeigt und vieles erklärt haben. Wer mal in die Richtung kommt, sollte natürlich alle Produkte probieren, die Gabi Wegner aus der Ernte ihres beeindruckenden Gemüse- und Obstgartens zaubert - dieser liegt auf einem anderen Grundstück und ich hatte meine Kamera nicht mit, was gut war, weil ich so beide Hände frei hatte zum Ernten, aber auch ärgerlich, weil ich euch hier jetzt nicht die riesigen Johannisbeeren und die Brombeerenplantage zeigen kann - aber ganz besonders empfehlen würde ich euch das Holunderblütengelee! Denkt dran :-)

Update: Danke an Jochen für die Verbesserungshinweise, die ich nun mit endloser Verspätung endlich eingetragen habe!

5. Juli 2014

Um die Sonnenwende

So, es muss mal gesagt werden: Die Tage werden zwar schon wieder kürzer, aber der Sommer liegt vor uns und auch im Garten muss noch nicht von Rückschnitt, überschrittenen Blühhöhepunkten und Herbstaspekt geredet werden, denn die üppigste Zeit des Jahres in einem Staudengarten kommt definitiv erst auf uns zu. Wer sich im Garten von Üppigkeit beengt vorkommt, muss diese letzten Wochen noch genießen, ehe Blüten und Wachstum über unseren Köpfen zusammenschlagen. Nein, so schlimm ist es nicht, aber ich freue mich trotzdem schon auf den herrlichen Dschungel, der mein Garten bald sein wird.

Damit ich nicht den Abschluss verpasse, ein kurzer Überblick über die Beete. Wenn es klappt, gibt es in einer Woche Bilder aus dem Norden Deutschlands.

Und wer das mit meinem Buch schon mitgekriegt hat: Auch dazu wird es Posts geben, aber erst, wenn ich ein wenig mehr zeigen darf - und das, obwohl ich selber schon so hibbelig bin!

Im Kiesbeet geht es jetzt erst richtig los. Viele Stauden der trockenen Gartenbereiche haben ihre Blütezeit in den Sommer gelegt, wo die Luft flirrt und viele Insekten unterwegs sind. Den Mohn werde ich demnächst jäten müssen, aber sonst schaut es schon recht gut aus und das Kiesbeet kann im Großen und Ganzen sich selbst überlassen bleiben. Erst im August steht einer erster Rückschnitt an.

In den Sommerstaudenbeeten kommt es jetzt zu den ersten imposanten Blühereignissen. Ende Juni läutet die Blüte der Weidenröschen den Sommer ein. Ja, das ist eine Wucherstaude und ja, ich liebe sie trotzdem. Man muss nur darauf achten, dass sie nicht zu sehr ausufert; ihr schlanker Wuchs bedrängt Nachbarn aber kaum, vorausgesetzt, sie sind robust genug.

So sieht das Beet von 2011 von Südosten aus. Die Galega hat sich hineingesät, das passt eigentlich ganz gut und ich denke, davon profitiert das Beet. Den dunkelblättrigen Holunder werde ich in Kürze etwas stutzen, ebenso muss ich das Gras rechts eindämmen. Es ist irgendwas aus der Wiese, das im Beet so überdimensional groß und derart absichtlich aussieht, dass ich es gelassen habe. Das silbrige Laub gehört dem Beifuß und den weißen Vexiernelken.

Absichtsvoller geht es im Kiesbeet zu. Die wunderschöne Schafgarbe 'Coronation Gold' bildet mit Federgras und Anthemis im Hintergrund eine schöne Kombination, die ich mir auch großflächig vorstellen könnte. Erstmal hoffe ich auf Ausdauer aller beteiligten Pflanzen und einen schönen Winteraspekt.

Im neuen Garten klappt es gut - bis auf diese gefräßigen Rehe, die meinen vielen Persicaria-Pflanzen derart stark zusetzen, dass ich deren Wirkung in meinen Beeten - immerhin sind es fünf Pflanzen auf 200m² - für heuer eigentlich schon abschreiben kann. Wiese fressen diese miesen Viecher nicht einfach irgendwo rundherum etwas, wo sie doch Wald, Wiese und Felder genug hätten? Die Katzenminze mögen sie jedenfalls nicht, auch nicht Galegas, Vexiernelken und Sedum. Wohl aber Geranium, Mädesüß, Phlox und Goldruten...

30. Juni 2014

Buchtipp: Naturnahe Gartengestaltung mit Wildstauden (von Jochen Wegner)

Sätze mit "alle" und "jeder" sind ja immer gefährlich, aber ich traue mich trotzdem zu behaupten, dass alle, die im Internet auf der Suche nach Staudeninfos waren, schon einmal über die Seite "Wildstaudenzauber" von Jochen Wegner gestolpert sind und sich in den herrlichen Bildern von seinem üppig blühenden Garten oder seinen Reisen nach Nordamerika oder Asien - stets die Stauden im Blick - festgelesen haben.

Mir ist es schon vor etlichen Jahren so gegangen; eigentlich glaube ich, dass ich bereits wenige Wochen, nachdem ich um die Jahrtausendwende Internet bekommen habe, im damals noch übersichtlicheren Gartenseiten-Geflecht auf die Wildstauden gestoßen bin. Daher war meine Freude groß, als ich erfahren habe, dass Jochen ein Buch geschrieben hat, in dem er seine Erfahrungen mit Wildstauden, die er auf seiner Homepage und dem Blog schon länger teilt, in zusammengefasster Form zugänglich macht.


Dabei muss man wissen, dass sein über die Jahre gewachsener Garten keine bloße Sammlung von Wildpflanzen ist, sondern ein Arrangement aus züchterisch nicht veränderten und daher robusten Stauden, die standortgerecht verwendet werden. Wer nicht überlebt - sei es wegen des feuchten Bodens, kalter Winter, Enge im Beet oder sonstiger Faktoren, die im Garten herrschen -, wird auch nicht ersetzt. Stattdessen wird versucht, eine dichte und sich selbst erhaltende Staudenwiese zu schaffen, die nur im Frühling abgeschnitten werden muss. Die Kunst - in meinen Augen! - liegt nun darin, die Pflanzen so anzuordnen, dass sie einander unterstützen und ohne viel Pflegeaufwand gedeihen können.

Der Stil, den Jochen Wegner dabei entwickelt hat, wird von ihm selber als "naturalistischer Gartenstil" bezeichnet. Eine schöne Beschreibung dazu, sie wird auch im Link zitiert, hat Piet Oudolf gefunden. Er meint, Gärten dieses Stils würden nicht die Natur kopieren, sondern mit passender Staudenverwendung das Gefühl heraufbeschwören, man sei in der Natur selbst, man liefe über Wiesen und betrete eine Waldlichtung. Es ist also weniger das Imitieren von tatsächlichen Orten, sondern vielmehr das Anschlagen gewisser Saiten, die im Betrachter dann Gemeinplätze wie Lichtungen, Wiesen, Üppigkeit und Unberührtheit entstehen lassen. Das klingt recht theoretisch und abgehoben, wer aber die Bilder betrachtet - und das Buch ist voll von herrlichen Bildern! - erkennt zurecht, dass hier jemand am Werk gewesen sein muss, der die Natur und ihren Bewuchs am ursprünglichen Standort sehr genau kennt und daher zielgerichtet gestalten kann.

Das Buch zeigt nun im Jahreslauf, wie sich der Garten entwickelt, welche Stauden Schwerpunkte und Akzente setzen und verschweigt auch Probleme nicht, wie etwa Schneckenfraß an Ligularien. Beginnend mit den dichten Teppichen aus Frühblühern geht es weiter zur Irisblüte, dem Auftritt der Ligularien am Teich, der inmitten des Gartens liegt und widmet eigene Kapitel den Spätblühern, den Gräsern und dem Winteraspekt, der bei einem Staudengarten eine wesentliche Rolle spielt. Eingestreut sind zahlreiche Informationen zu den gezeigten Pflanzen und einige Bilder vom Naturstandort liefern Eindrücke, wie es die jeweilige Pflanze mögen könnte. Die vielen Fotos zeigen sowohl Pflanzen im Detail, als auch Beetausschnitte und Überblicke, wodurch ein klarer Eindruck von Garten und Stil transportiert wird.

Dabei kommen natürlich Ideen auf. Eigentlich möchte man sofort seine gefühlten 117 Micker-Sondernsorten sämtlicher Stauden rausreißen und eine Wiese aus bloß 10 Arten anlegen, robust und wüchsig, so sehr überzeugen einige Ansichten!

Ich empfehle das Buch allen, die naturnahe Pflanzungen und üppige Beete schätzen und die Ideen suchen, welche Stauden dauerhaft miteinander kombiniert werden können. Und ich werde schon ganz kribbelig vor Vorfreude, denn kommende Woche schon werde ich den Garten von Jochen Wegner selber erkunden können! Wünscht mir Morgennebel, wie im letzten Blog-Beitrag von Jochen!


Das Buch "Naturnahe Gartengestaltung mit Wildstauden" ist im Juni 2014 in der Schriftenreihe der GdS erschienen.  Es umfasst 144 Seiten mit 275 Fotos vom Verfasser  (ISBN 978-3-9808902-6-7).

Bestellungen richtet man an die Geschäftsstelle der GdS, info@gds-staudenfreunde.de. Dazu sollte man die Empfängeradresse angeben - die Lieferung erfolgt dann nach Eingang der Zahlung von 15 Euro auf das Konto der GdS: DE36 5455 0010 0001 8011 33,  Konto 1801133, BLZ 54550010, Sparkasse Vorderpfalz. 

25. Juni 2014

Gartentage Seitenstetten - Deko, Rosen und ein bisschen Stauden

Voriges Wochenende fanden im Hof des Stifts Seitenstetten in Niederösterreich die alljährlichen Gartentage statt, die bisher meine Gartentagesaison jedes Jahr positiv abschließen und mich trotz voller Beete und Platzproblemen an allen Enden zum Kauf einiger schöner Pflanzen verleiten konnten. Heuer hingegen hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Das liegt nicht etwa daran, dass ich nun besonders wählerisch geworden wäre, sondern am sehr einseitigen Angebot, das nicht für alle Besucherinnen und Besucher gleichermaßen attraktiv war.

Die Rosen in den Beeten der Anlage waren zum Teil schon verblüht, aber einige konnten noch in voller Pracht bewundert werden.

So lag der Fokus heuer eindeutig auf Rosen und Deko, wobei erstere nicht in besonders seltenen Sorten oder außergewöhnlichen Präsentationen angeboten wurden, sondern schlicht als Containerware, zum Teil in sehr kleinen Töpfen, an etlichen Ständen feilgeboten wurden. Begleitpflanzen wie Clematis suchte man dagegen vergeblich, da Clematis Herian heuer nicht am Markt waren und sonst kein einziger Anbieter auch nur eine Clematis anbot (wir hätten für eine Bekannte eine mitnehmen sollen und haben daher zu dritt sehr genau geschaut, uns ist zumindest keine einzige Clematis aufgefallen).


Geschmäcker sind natürlich verschieden... daher nur ein paar Eindrücke, ganz ohne Kommentar

Der Deko - traditionell eine nicht ganz unwichtige Sparte auf den Gartentagen und bisher mit geschmackvollen Keramikarbeiten, dezent Figürlichem und ansonsten mit Handwerksarbeiten wie Korbflechtereien, Insektenhotelbastlern und Rankgerüsten abgedeckt, wurde heuer ein viel größerer Anteil am Markt zugestanden. In diesem Bereich scheiden sich wohl die Geister: Während einige völlig entzückt auf Äste drapierte Zwerge, phallusförmige Rosenkugeln, merkwürdige Wichtel und metallisch-glänzende Tiere vom Marktgelände schleppten, blieb ich enttäuscht zurück.

Für meinen Geschmack ist die Anzahl der Dekostände im Vergleich zu den Pflanzenanbietern viel zu stark gestiegen, dazu kamen verschiedenen Anbieter aus der gleichen Sparte, also gleich mehrere Keramikanbieter auf einmal und viele Stände, die so viel "Kruscht" im Angebot hatten, dass die kreativen, handwerklich anspruchsvollen und fantasievollen Dinge komplett untergingen.

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Tatsächlich fehlten neben Clematis Herian einige interessante Staudenanbieter, die in den letzten Jahren öfters mit von der Partie gewesen waren, etwa die Gärtnerei am Nassachtal, Planwerk vom Chiemsee und einige weitere. Positiv aufgefallen ist mir, dass es an etlichen Ständen Kräuter zu kaufen gab, teilweise in ungewöhnlich vielen Sorten und in guter Qualität - so konnte ich einige Sorten Strauchbasilikum erwerben.

Ruhiger Platz - vermutlich waren alle gerade am Einkaufen

Ein Teil der Anlagen, die sich innerhalb der Klostermauern befinden und von verschiedenen Personen betreut werden (auch das örtliche Gymnasium gestaltet einen Gartenbereich), waren wunderschön wie immer. Das Weidengeflecht beeindruckt mich jedes Jahr und die Sessel laden, obwohl mitten im Markt stehend, zum Verweilen ein. Die Farbzusammenstellung mit Orange- und Grüntönen wirkt sehr ansprechend und vor allem unkonventionell.


Die Rosenlaube mit dem Wucher-Anemonenbeet, das bestehen blieb.

Hinter den Rosenbögen im hinteren Teil der Anlage jedoch - ich habe leider kein eigenes Bild von der betreffenden Fläche gemacht - wurden einige sehr schöne Staudenbeete komplett neu angelegt. Da die Pflanzung offenbar erst vor Kurzem erfolgte, wirkte das alles noch recht mickrig. Es wäre interessant gewesen, warum diese gut eingewachsenen (und hervorragend gepflegten) Beetflächen mit Stachys byzanthina, Geranium psilostemon, Alchemilla, Campanula, Astrantia und Allium gerodet werden mussten.


Ein paar Stauden gab es ja doch...

Für mich stellt sich auf jeden Fall die Frage, ob ich kommendes Jahr wieder hinfahren werde oder Seitenstetten als einen an die Deko verlorenen Gartenmarkt abhake und stattdessen in Freising oder schon in Berlin etwas mehr zulange. Weiters ist fraglich, ob man Staudeninteressierten, die bei Gartenbesichtigungen nach Adressen fragen, diese Gartentage noch empfehlen oder sie vielmehr direkt zu einschlägig bekannten Staudengärtnereien wie Sarastro schicken sollte, wo man neben dem Angebot auch Schaubeete geboten bekommt.

Marmeladen und Aufstriche zum Kosten - interessant ja, aber...

Ein weiterer Trend war ebenfalls erkennbar - das offenbar stark erhöhte Interesse an Marmeladen, Säften, Chutneys und anderen kulinarischen Erzeugnissen, die, in vielen Fällen mit Verkostungsmöglichkeit, an etlichen Ständen angeboten wurden. Dass diese Entwicklung der allerorts erkennbaren Sehnsucht nach Land, nach von Omas eingemachten Früchten und massentauglicher Hinwendung zur Natur geschuldet ist, wie sie in mit Gartenzeitschriften thematisch eng verbandelten Zeitschriften in jüngster Zeit immer öfter zu finden ist, vermute ich zumindest.

Als jemand, der selber einkocht, bin ich sehr anfällig für solche Angebote... andererseits sollte hinterfragt werden, ob Gartenmärkte die richtige Plattform für solche Entwicklungen sind und ob solche Veranstaltungen nicht langsam aber sicher von anderen Themenbereichen vereinnahmt werden und am Ende statt anspruchsvollem Pflanzenangebot eine Haus&Garten-Messe übrigbleibt, wo Dekokissen neben glasäugigen Wackelkopfreihern und Rosensirup zu den Highlights zählen. Das wäre schade und sollte dann nicht mehr unter dem Deckmantel eines "Gartenmarkts" daherkommen - damit jemand, der eigentlich Pflanzen kaufen möchte, sich gar nicht erst enttäuschen lassen muss.

Noch ist es aber nicht so weit gekommen und ich würde für Österreich hoffen, dass die Gartentage in Seitenstetten auch in Zukunft für Pflanzenfreunde ein lohnendes Ziel bleiben.

14. Juni 2014

Das Gebirge blüht

Wer heimische Alpenpflanzen an ihren Naturstandorten sehen möchte, sollte im Juni ins Gebirge aufbrechen. Kaum ein Monat bietet mehr Fülle und Blütenreichtum, als die Zeit der längsten Tage, ehe es Hochsommer wird. Dabei lohnt sich jede mühevoller Aufstieg, denn je höher man kommt, desto unwahrscheinlicher und deshalb beeindruckender wird der Reichtum an Pflanzen, der sich auf extremen Standorten wie Felswänden, Geröllhalden und restfeuchten Schneetälchen bietet.

Primula auricula, eine Pflanze, die zur Blütezeit ganze Berghänge dominiert

Was für die Zentralalpen das Edelweiß ist und für Romantiker der blaue Enzian, das ist in der Bergsteigertradition der Nordalpen die Alpenaurikel, die hier den gstandenen Namen "Petergstam" trägt, der viel deutlicher als das zarte "Aurikel" mitteilt, dass wir es hier mit einer robusten, den langen Wintern mit ihren Schneebrettern und damit einhergehenden Problemen trotzenden Pflanze zu tun haben, die inmitten von Felswänden klebt und trotzdem in der Lage ist, überreich zu blühen.

In den Südwesthängen des Nazogl finden sich tausende Aurikel

Aurikel kommen an manchen Abhängen in großer Zahl vor. Das mag man übersehen, wenn man abseits der Blütezeit die oft schlappen Blätter sieht, aber jetzt, in voller Pracht, wirken sie wie angepflanzt, wie sie so farbig und in tollem Komplementärkontrast zum blauen Himmel von jeder Felskante hängen und aus dem braunen Gras herausleuchten.

Aurikeln reichen selbst winzige Spalten im Fels, um zu großen Pflanzen heranzuwachsen

Eine Besonderheit des Warscheneckmassivs (letzten Juni war ich direkt am Warscheneck unterwegs, Beitrag gab es auch dazu), eines Teils der nördlichen Kalkalpen, der sich im Süden von Oberösterreich bis knapp über die Grenze zur Steiermark erstreckt, ist die deutliche Bänderung. Damit meint man eine waagrechte Schichtung der Kalkblöcke, die an den Kanten Humusablagerungen und damit verhältnismäßig üppiges Wachstum selbst in Höhen um 2000m Seehöhe ermöglicht. Während man als Wanderin mühsam diese Stufen erklimmen muss, bieten sie zahlreichen Pflanzen Platz für Wurzeln und dauerhafte Ansiedlung, da innerhalb der steilen Wände Lawinen keine Gefahr darstellen; sie rutschen einfach über alles Bewuchs hinweg und donnern ohne Pflanzen mitzureißen ins Tal.

Aurikel mögen im Garten absonnig stehen. Das wissen die im Gebirge nicht; sie hängen in gleißend hellen Felswänden und kriegen zum Teil von früh bis spät Sonne ab.

Aber Aurikel sind nicht die einzigen Pflanzen: Auch das stängellose Leimkraut (Silene acaulis) hat jetzt seinen Auftritt. Alle Pflanzen des Gebirges müssen die Zeit vor und nach der Sonnenwende nützen, um die wenigen Wochen, die ihnen mit zumindest hoher Wahrscheinlichkeit durchgehende Plusgrade und keinen Schnee und somit viele Bestäuber bescheren, mit Blüten auszunutzen. Wirklich freundliche Monate gibt es auf 2000m nur wenige, im Mai schneit es oft noch und im August kann das leicht wieder passieren.

Der Alpen-Hahnenfuß, Ranunculus alpestris, ist ebenfalls unerschrocken, was Extremstandorte anbelangt: Ein kleiner Spalt im Kalkgestein, hier "Karren" (das sind Erosionsformen in Rinnengestalt) reichen, und schon kann er sich ansiedeln.

Die Alpen-Troddelblume (Soldanelle alpestris) ist eine sehr niedrige, winzige Staude, die ihren Platz rund um Stellen hat, an denen Schneeflecken lange liegen bleiben, also bei Senken oder hinter Felsen. Dort, im bei Frühsommertemperaturen vom langsam schmelzendem Schnee ständig durchfeuchteten Areal, blüht sie dann in großer Anzahl, aber nur wenige Zentimeter groß. Sie ist wirklich klein, viele bemerken sie vielleicht gar nicht, vor allem, wenn sie einzeln auftritt. Diese dichte Fläche hat auch mich sehr beeindruckt, die Bedingungen müssen ideal sein.


Hier wachsen Frühlinsenzian (Gentiana verna) und Katzenpfötchen (Antennaria rubra)

In den kleinen Nischen im Kalkgestein finden die Pflanzen nicht nur Humus, sondern auch Feuchtigkeit und Kühle. Weil es so kleine Stellen sind, bleibt die Gemeinschaft oft auf wenige Arten begrenzt und sieht daher aus wie angepflanzt. Im ersten Bild wachsen Viola bifolia mit Primula auricula, im zweiten Anemone narcissifolia und im dritten meine Lieblingsgemeinschaft aus dem großblütigen Gentiana clusii, Primula auricula und dem großblüten Windröschen, Anemoen alpina.

Ausblick vom Angerkogel auf die Hauptgipfel Warscheneckgruppe. Unter den meisten Wolken links ist der Dachstein zu sehen, ganz rechts Pyhrgas und Bosruck (am Pyhrnpass gelegen). Es ist eine wunderschöne, aber weil als Rundweg gegangene, deshalb sehr lange Wanderung. Wir waren 9 Stunden zu Fuß unterwegs, Pausen abgezogen ;-).

5. Juni 2014

Eindrücke von Anfang Juni

Mit der Wärme schreitet die Vegetation noch schneller voran; entgegen meiner Überzeugung musste ich schon einige Stauden zurückschneiden, weil sie haltlos in Nachbarn herumlungerten, einfach zu groß wurden oder - ein Problem mangelnder Fürsorge im Vorfeld - kippen und lagern. Davon abgesehen ist das aktuelle Vegetationsschub eine Freude, denn er leitet weiter zum Frühsommer und damit zur schönsten Zeit in hohen Staudenbeeten. Die Vollblüte steht bevor und viele bislang noch langweilig grüne Büsche verheißen Herrliches!

Das Kiesbeet wird im Moment von den Mohnpflanze bestimmt. Den Klatschmohn im Vordergrund muss ich aber bei aller Liebe rechtzeitig jäten, damit ich nicht überall Samen habe.

Auch beim Mutterkraut war ich inkonsequent. Es sieht aber auch zu herrlich aus und ist, im Gegensatz zu einer Menge anderer Stauden, gut standfest.

Absolut empfehlenswert sind Kultursorten des Holunders, hier der großartige Sambucus nigra 'Black Lace', der mmit rosa Blütentellern, fein geschlitztem Blattwerk und generell grazilem Aussehen beeindruckt. Und nochdazu schnittverträglich ist! Daher kann man ihn gut in Staudenbeete integrieren.

An dieser Stelle zieht weniger der durch den Regen umgefallene Klatschmohn, noch die seltsame Kombi mit den verbliebenen Silenen (Blütezeit nun schon zwei Monate!) die Blicke auf sich, sondern Orlaya grandiflora, eine Einjährige mit fulminanter Fernwirkung, die viel zu selten verwendet wird.


Ein weiterer Einblick aus dieser Gartenecke; das frische Grün der Thalictren ist auch ohne Blüten hübsch.

Hier der Überblick über die Sommerstaudenbeete. Die Mohnwildnis muss ich dringend jäten, damit die Beetkonturen wieder hervortreten. Ansonsten bin ich recht zufrieden; das wird im Sommer wunderschön werden!

Innerhalb einer Woche hat die Iris pseudacorus, die ich heuer blütenlos wähnte, Unmengen an Stängeln getrieben und blüht auch schon. Sie hat sich dort selbst ausgesät, ich hätte nie eine Sumpfiris in einem normalem Beet probiert...

Im Schatten sind Blüten rar. Umso mehr freue ich mich über diese nette Kombination aus einem rosa Geranium x oxonianum-Sämling, der sich mit einem niedlichen, aber wuchernden Helmkraut (Scutellaria) verwebt hat. Dahinter kann man meinen Schattenstar erkennen, das Podophyllum 'Spotty Dotty', dessen blutrote Blüten gemeinnisvoll unter dem Laub hervorschimmern.

1. Juni 2014

Ein aufregendes Wochenende geht zu Ende...

...., denn im Zuge der offenen Gartentüre besuchten am Samstag und Sonntag etwa 450 Interessierte unseren Garten, der sich bei großteils angenehmen - bis auf ein wenig Geniesel zwischendurch gab es nur am Samstag am späten Nachmittag einen ordentlichen Regenguss - Wetter von seiner besten Seite präsentierte. Mittelpunkt des Interesses war dabei in vielen Fällen der Teich, der mit seinen vielen Kaulquappen nicht nur Kinder faszinierte, aber auch die Schattenbeete mit den vielen Blattschmuckstauden wurden oft betrachtet.

Allium 'Gladiator' mit Iris pseudacorus, Alchemilla mollis, Gillenia, Actaea und weißer Iris sibirica

 Die am häufigsten nachgefragte Staude war ganz sicher wieder der Maiapfel, Podophyllum 'Spotty Dotty', dessen Blüten heuer schon weit entwickelt waren. Großes Interesse genossen auch das Leinkraut (Linaria purpurea), da es gerade aufblüht und momentan an vielen Stellen des Gartens zu finden ist und Orlaya grandiflora, die heuer in einem so riesigen Pulk am Beetrand auftritt, dass mir sicher nicht alle geglaubt haben, dass das eine einjährige Pflanzen ist.

Papaver 'Patty's Plum' hat es leider ziemlich verregnet

Erfreulich war, dass viele Besucherinnen und Besucher offenbar ernsthaft in Erwägung ziehen, Staudenbeete anzulegen und sich genau über den Pflegebedarf erkundigten. Mir blieb nur immer wieder zu betonen, dass Staudenbeete weniger Arbeit machen als Gemüseflächen und Rasen - auch wenn das nicht in allen Fällen vollends überzeugt hat.

Der untere Gartenbereich mit Hosta 'Heideturm', Geranium psilostemon, Rodgersia podophylla 'Rotlaub' und dem herrlich roten, wenn auch verregneten Staudenmohn 'Beauty of Livermere', der wirklich als einzige Sorte blutrot blüht.

Heute am späten Nachmittag stieg dann mein Puls nochmal etwas, als die Sendung 'Natur im Garten' mit einer Ausgabe aus unserem Garten auf Sendung ging. Mama und ich waren mit dem Ergebnis ganz zufrieden, auch wenn ich es schade fand, dass man den Gesprächsteil über Mulch und Lauberde dann doch nicht gebracht hat. Wer die in den vergangenen beiden Tagen von mir durch den Garten geführt wurde, kam jedenfalls sicher am Kompostplatz vorbei und ich habe mich sehr bemüht, ihn nicht nur als wichtigen, sondern auch als schönen Gartenteil zu präsentieren.

Im Kiesbeet beginnt nun die eigentliche Blütezeit.

Wer die Sendung vom 1.6. auf ORF 2 verpasst hat, kann sie entweder in der MediaThek des ORF noch eine Woche lang ansehen oder auf der Seite von Natur im Garten, wo auch eine ausführliche Beschreibung zu finden ist, spätestens ab morgen einsehen.

Die Sendung wird außerdem am 21. Juni um 18:00 Uhr auf 3Sat ausgestrahlt (Wiederholung am 24. Juni um 11:45 Uhr).

Ich möchte mich im Namen meiner Familie bei allen Besucherinnen und Besuchern bedanken - wir haben uns über die vielen freundlichen und anerkennenden Worte sehr gefreut und natürlich auch über die vielen Anregungen, die auch wir aus Erzählungen mitbekommen haben. Wir wünschen euch allen ein frohes Garteln und Erfolg bei den vielen Projekten, von denen uns erzählt wurde!


Und den gemütlichen Sitzplatz am Teich werden wir jetzt wieder öfter nützen können ;-)