5. Juli 2014

Um die Sonnenwende

So, es muss mal gesagt werden: Die Tage werden zwar schon wieder kürzer, aber der Sommer liegt vor uns und auch im Garten muss noch nicht von Rückschnitt, überschrittenen Blühhöhepunkten und Herbstaspekt geredet werden, denn die üppigste Zeit des Jahres in einem Staudengarten kommt definitiv erst auf uns zu. Wer sich im Garten von Üppigkeit beengt vorkommt, muss diese letzten Wochen noch genießen, ehe Blüten und Wachstum über unseren Köpfen zusammenschlagen. Nein, so schlimm ist es nicht, aber ich freue mich trotzdem schon auf den herrlichen Dschungel, der mein Garten bald sein wird.

Damit ich nicht den Abschluss verpasse, ein kurzer Überblick über die Beete. Wenn es klappt, gibt es in einer Woche Bilder aus dem Norden Deutschlands.

Und wer das mit meinem Buch schon mitgekriegt hat: Auch dazu wird es Posts geben, aber erst, wenn ich ein wenig mehr zeigen darf - und das, obwohl ich selber schon so hibbelig bin!

Im Kiesbeet geht es jetzt erst richtig los. Viele Stauden der trockenen Gartenbereiche haben ihre Blütezeit in den Sommer gelegt, wo die Luft flirrt und viele Insekten unterwegs sind. Den Mohn werde ich demnächst jäten müssen, aber sonst schaut es schon recht gut aus und das Kiesbeet kann im Großen und Ganzen sich selbst überlassen bleiben. Erst im August steht einer erster Rückschnitt an.

In den Sommerstaudenbeeten kommt es jetzt zu den ersten imposanten Blühereignissen. Ende Juni läutet die Blüte der Weidenröschen den Sommer ein. Ja, das ist eine Wucherstaude und ja, ich liebe sie trotzdem. Man muss nur darauf achten, dass sie nicht zu sehr ausufert; ihr schlanker Wuchs bedrängt Nachbarn aber kaum, vorausgesetzt, sie sind robust genug.

So sieht das Beet von 2011 von Südosten aus. Die Galega hat sich hineingesät, das passt eigentlich ganz gut und ich denke, davon profitiert das Beet. Den dunkelblättrigen Holunder werde ich in Kürze etwas stutzen, ebenso muss ich das Gras rechts eindämmen. Es ist irgendwas aus der Wiese, das im Beet so überdimensional groß und derart absichtlich aussieht, dass ich es gelassen habe. Das silbrige Laub gehört dem Beifuß und den weißen Vexiernelken.

Absichtsvoller geht es im Kiesbeet zu. Die wunderschöne Schafgarbe 'Coronation Gold' bildet mit Federgras und Anthemis im Hintergrund eine schöne Kombination, die ich mir auch großflächig vorstellen könnte. Erstmal hoffe ich auf Ausdauer aller beteiligten Pflanzen und einen schönen Winteraspekt.

Im neuen Garten klappt es gut - bis auf diese gefräßigen Rehe, die meinen vielen Persicaria-Pflanzen derart stark zusetzen, dass ich deren Wirkung in meinen Beeten - immerhin sind es fünf Pflanzen auf 200m² - für heuer eigentlich schon abschreiben kann. Wiese fressen diese miesen Viecher nicht einfach irgendwo rundherum etwas, wo sie doch Wald, Wiese und Felder genug hätten? Die Katzenminze mögen sie jedenfalls nicht, auch nicht Galegas, Vexiernelken und Sedum. Wohl aber Geranium, Mädesüß, Phlox und Goldruten...

Kommentare:

  1. Wunderschön, es ist einfach wunderschön bei Dir. In Deine Gartenszenen kann man richtig abtauchen.
    Liebgruß, Claudia

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  2. wie das wieder schön ist bei Dir Katrin!
    Evtl. solltest Du für Deine Rehe ein extra Beet mit ihren Lieblingspflanzen zum Fressen anbieten, damit Sie Dein Hauptbeet in Ruhe lassen? Aber evlt. lockt man so noch mehr an? Bei mir im Garten klappt das Ablenkungsmanöver ganz gut gegen Schnecken im Lieblingsbeet - die wandern alle zu den Tagetes und ich kann sie dort gut absammeln.
    Viele Grüße von Renate

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  3. Deine Beete sehen einfach zu jeder Jahreszeit ganz wundervoll aus! Im Sommer, wenn alles üppig blüht, sind sie natürlich besonders schön! Obwohl es hier ziemlich trocken ist, wächst alles ganz gut! Aber ein wenig Regen könnte nicht schaden!!!
    Viele Grüße von
    Margit

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  4. Wieder mal großartige Eindrücke.

    Das Bild mit der Schafgarbe und den Gräsern ist der Hammer.

    Was ist denn die aparte blaue Staude im zweiten Bild im Vordergrund? Und wo ist das im Text beschriebene Weidenröschen zu verorten - sind es die rosa Kerzen im Hintergrund?

    Viele Grüße
    Klaus

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    1. Die blaue Staude ist Campanula lactiflora und die Weidenröschen sind die rosa Kerzen, genau. Es ist aber wirklich nur zu empfehlen, wenn man leichte Böden hat, wo man es gut wieder rausziehen kann. Im Lehm sollte man lieber drauf verzichten.
      LG, Katrin

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  5. Liebe Kathrin,
    die Weidenröschen mag ich auch sehr gerne. Deine Beete sind schön und üppig, alles schaut sehr locker aus und das gefällt mir. Welche Arbeit dahinter steckt weiß man auch wenn man die Beete in Ruhe lässt!

    Herzlichste Grüße Alexandra

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  6. Du hast einen wunderschönen Sommergarten.
    Liebe Grüße von Ingrid

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  7. Wunderschön, deine Blühvielfalt.
    In meinem Garten ist der Höhepunkt schon erreicht, denke ich. Die wilde Malve ist umgekippt vom letzten Gewittersturm, der Honigklee neigt sich zur Seite, aber der Dost und das Herzgespann wie auch der Eibisch stehen wie eine Eins :-)
    Wo wirst du dich denn im Norden aufhalten?
    LG Heidi

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    1. Ich war in Mecklenburg rund um Rostock unterwegs. Nach und nach werden jetzt ein paar Bilder gezeigt werden, zumindest drei Gärten möchte ich im Blog vorstellen.

      LG, Katrin

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  8. Ein Buch? Wie toll! Da musst du mir mehr drüber erzählen! Lieben Gruß Lisa

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    1. Das müssen wir mal ganz unvirtuell machen ;-)

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