8. August 2011

Hochsommer im Schatten

Auch wenn es im Moment weder heiß noch sonnig ist, so wäre doch im Augenblick Hochsommer. Da um diese Zeit des Jahres vor allem sonnige Staudenbeete in Blüte stehen, sind die Schattenbeete, deren Blütenhöhepunkt im Frühling liegt, nicht unbedingt der attraktivste Teil des Gartens. Viele Pflanzen sind schon eingezogen, vergilben langsam oder werden unschön, da Schnecken nun schon mehrere Monate Zeit haben, Löcher in Blattschmuckstauden zu knabbern.



Eine wunderschöne Ausnahme sind dabei Cyclamen. Sowohl die einheimischen Cyclamen purpurascens als auch Cyclamen hederifolium, das im nördlichen Mittelmeerraum von Frankreich über Italien bis in die Türkei wild vorkommt, schieben ihre weißen, rosa oder pinkfarbigen Blüten aus dem Mulch. Auch die im Frühling blühenden Cyclamen coum, wachsend vom nördlichen Israel über die Türkei bis in die Ukraine, tauchen langsam auf, wenngleich auch nur mit ihrem Laub. Links oben ist C. purpurascens zu sehen, rechts ein weißes C. hederifolium.


Eine kleine Rarität ist die winterharte Begonia grandis var. evansiana, deren Blattunterseite leuchtend rot geadert ist. Die kleinen rosa Blüten erscheinen jetzt im August. Da die Pflanze erst im Juni austreibt, muss ihr Platz mit Bedacht gewählt werden, um sie nicht versehentlich zu überpflanzen. Hübsch sieht dazu Athyrium nipponicum 'Pictum' aus, ein wunderschöner Farn in einer sehr ungewöhnlichen Farbkombination.


Sehr ungewöhnlich ist der Samenstand der Einbeere, Paris quadrifolia, der aus einer giftigen blauen Beere besteht. Obwohl meine Pflanze heuer etliche Blüten hervorgebracht hatte, haben es nur drei bis zu einer Beere gebracht. Schon bald wird die Frucht abfallen und die Blätter werden vergilben und einziehen. Schön sind auch die Blüten etlicher Hostasorten, die nun Farbe in den Schatten bringen. Hier sieht man die Sorte 'Deanes Dream'.


Links sieht man die Blätter von Saruma henryi, auf denen jeweils eine welke Blütenknospe liegt. Das liegt am Wuchs der Pflanze, denn die Blüten tauchen immer oberhalb eines Blattes auf. Rechts sieht man eine Schnecke, die auf einem Maiglöckchenblatt sitzt und am Laub von Corydalis cheilantifolia knabbert. Momentan sind so viele Schnecken unterwegs, dass es kaum Sinn machte, sie zu sammeln. Viel können sie ohnehin nicht mehr auffressen ;-).

Kommentare:

  1. Die Alpenveilchen liebe ich auch.
    Mein C. hederifolium treibt gerade Knospen und hat Unmengen an Samenkapseln produziert.
    Ich bin gespannt, ob ich es an andere Stellen aussäen kann.
    VG
    elke

    AntwortenLöschen
  2. mit Alpenveilchen habe ich es noch nie versucht, dabei reizt es mich schon, nur vertragen sie -20 Grad, hier nicht selten im Winter !
    Allerdings kommen die Gladiolen , die ich im Garten vergaß, wie auch die Montbretien immer wieder. Meine Mutter buddelte immer alles heraus vor dem Winter und es kam in unseren Keller, füher war ein Keller wirklich dafür super geeignet, kühl und etwas feucht.

    Und zum Thema : macht ein Garten nicht viel Arbeit!
    entgegne ich sofort: ich arbeite nicht im Garten, sondern ich gärtnere !!, so wie man auch kocht, näht und Männer tischlern.
    Wo gehobelt wird, fallen nun mal Späne!
    Dazu gehören nun auch mal viele Tätikeiten
    Dann habe ich Ruhe und Nachdenken---
    Frauke

    AntwortenLöschen
  3. Bislang habe ich nur die Cyclamen coum, obwohl mich die Herbstalpenveilchen auch sehr reizen. Gerade gestern sah ich sie im Arboretum Ellerhoop bei Hamburg...einfach entzückend!

    Katrin ich hab dir übrigens einen Preis für deinen wunderbaren Blog verliehen :-) ich hoffe du nimmst ihn an und guckst mal auf meiner Seite....Lieben Gruß von chagall

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Katrin, Dein Cyclamenbild ist wunderschön!
    Viele Grüße von Renate

    AntwortenLöschen