11. Mai 2016

Smaragdeidechsen, Wein und Sonne - Anfang Mai in der Wachau

Wie schon vergangenes Jahr im Burgenland, nutzen wir die freien Tage im Mai für die Erkundung einer weiteren österreichischen Region. Dieses Mal waren wir in der Wachau unterwegs, genauer zwischen Spitz und Dürnstein, in den Weinbergen, auf Magerrasen und in erstaunlich felsigen Abhängen hinab zur Donau.

Blick von den Weinbergen hinab auf Weißenkirchen. Ganz links im Hintergrund leuchtet das Stift Göttweig im Abendlicht.

Die Gewöhnliche Pechnelke (Silene viscaria) hatte ich bisher nie wahrgenommen. Dabei würde sie bestens ins neue Schotterbeet passen!

Hoch über den Weinbergen von Spitz finden sich auch einige Magerrasenflächen, auf denen im Moment Wiesensalbei und Zypressenwolfsmilch, später auch die Federgräser blühen, die namensgebend für eine Qualitätsstufe Wachauer Weine sind.

Die Mauern auf den schon seit langer Zeit kultivierten Weinbergen werden noch immer von Hand geschlichtet; manche hängen schon etwas durch und werden wohl demnächst geflickt werden.

Im Gegensatz zu anderen Regionen in Österreich ist der Weinbau in der Wachau zumindest in den begehrten Hanglagen zur Donau noch kleinräumig und nicht besonders großflächig strukturiert.

Auf den sanften Hügeln nach Norden hin werden die Anbauflächen dann größer.

Auch dort gibt es Magerwiesen, hier mit vermutlich Holunder-Knabenkraut (Dactylorhiza sambucina)und Knöllchen-Steinbrech (Saxifraga granulata), eine großartige Pflanzengesellschaft!

Ich habe mich sehr gefreut, diese Wiese entdeckt zu haben.

Wer lieber wandern möchte und vor kleinen Abgründen nicht zurückschreckt, sollte in Dürnstein den Vogelbergsteig in Angriff nehmen. Durch eine vorerst kühle Schlucht führt er einen nördlich gelegenen und bis weit zur Donau vorspringenden Bergrücken hoch, der mehrmals schöne Ausblicke auf Dürnstein und die Donau bietet.

Man befindet sich hoch über dem Tal und die Vegetation ist mit Steinkraut, Pechnelken und anderen Polsterpflanzen Anfang Mai ein Genuss.

Wenn man sich leise auf eine der Felsnasen hinausschleicht kann man Äskulapnattern (für ein Bild war ich leider zu langsam) und erstaunlich vielen Smaragdeichsen begegnen. Jetzt im Frühling herrscht Paarungszeit und die prächtig gefärbten Männchen umwerben im blauen "Balzkleid" ihre Weibchen.

Diese sind weniger auffällig gefärbt, eher froschgrün mit brauner Zeichnung, und sitzen meist etwas abseits auf einem warmen Stein.

Der Steig folgt der Bergflanke und ist an seiner schönsten Stelle richtiggehend alpin und ausgesetzt.

Ein Blick zurück zeigt neben der Wegführung auch die Ruine Dürnstein, über die man wieder zurück in den Ort gelangt.


Durch Eichenwälder gelangt man schließlich wieder in tiefere Lagen.

Schon die Ruine alleine ist eine kleine Wanderung wert, da sie auf eigene Gefahr vollständig betret- und erkletterbar ist. In ihr wurde König Richard Löwenherz gefangen gehalten, aber auch abseits dieser Geschichte fasziniert die Lage so knapp über dem Ort und über der Donau.


Wer Glück hat - und ich hab mich so gefreut! - trifft auf die beinahe zahmen Ruineneidechsen, von denen etliche durchs Gebüsch huschen. Weil Smaradgeidechsen keine glatten, sondern ziemlich raue Schuppen haben, hört man ihre Kriechgeräusche im ganzen Wald, aber so von Nahem sind sie trotzdem, und dann noch dazu ein Pärchen!,nur selten zu sehen. Im Gegensatz zu anderen heimischen Eidechsen bilden sie häufig eine Partnerbindung, die ein Leben lang hält.

Wer in Österreich also früh im Jahr wandern möchte und keinen Schnee mehr sehen möchte, kann durchaus die Wachau in Erwägung ziehen!

Kommentare:

  1. Wunderschön ist es in der Wachau!
    Danke für´s Zeigen, VG Sabine

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  2. Hallo Katrin,
    sehr schöne Bilder hast Du uns da in der Natur gezeigt. Die Orchideenwiese ist ein Traum. Wenn ich so etwas Schönes in der Natur gesehen habe, kann ich meinen Garten gar nicht mehr leiden. Alle Pflanzen und Blüten sind so groß und mastig. Es ist für mich ein ständiges Bestreben die Schönheit der Natur im Garten zu erleben.
    Im Mai sind das die Bilder am Teich mit Sumpfdotterblumen und seit letztem Jahr die Silene von Dir. Beide zusammen sehr schön. Werde die Bilder demnächst posten.
    Gruß in den Süden,
    Jochen

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  3. Danke für die schöne Beschreibung! Hätte auch Lust darauf, vielleicht zu Pfingsten bei Regen?

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