6. Februar 2016

Frühe erste Blüten

Unerwartet früh beginnt heuer die Geophytenblüte. Im Vergleich mit den vergangenen dreizehn Jahren, in denen ich mit der Digitalkamera unseren Garten dokumentiere, konnte ich noch nie schon in der ersten Februarwoche solche Motive einfangen - das bisher eheste Jahr war 2014, als ich die ersten Schneeglöckchen am 18.Februar in ähnlichem Stadium fotografiert habe. Aber nicht nur ich, auch die Biene waren schon unterwegs und haben die Blüten fleißig besucht; es wirkt, als würde es zumindest vorerst wirklich Vorfrühling werden.

Galanthus elwesii ist beinahe doppelt so groß wie das gewöhnliche Galanthus nivalis und hat daher eine enorme Fernwirkung.

Eigentlich blühen sie ja etwas später als die Schneeglöckchen - aber diese Gruppe von Frühlingsknotenblumen konnten es nicht mehr erwarten.

Zwischen meinen einzelnen Galanthus-Herkünften gibt es deutliche Unterschiede. Hier ist eine mittlerweile schon recht umfangreiche Gruppe von selbstaussäenden Galanthus zu sehen, die immer als erstes blühen - oft schon so früh, dass die anderen - tuffbildenden - Schneeglöckchen zum Teil noch gar nicht ausgetrieben sind.

In den letzten Tagen sind die Winterlinge nach und nach erschienen. Einige tauchen aber noch auf, besonders an den schattigen und kühleren Stellen brauchen sie noch ein wenig.

Genauso geht es den Cyclamen coum. An einigen Stellen sind sie schon ganz weit, aber meine dichten Teppiche hinterm Haus und zwischen den Schneeglöckchen warten noch etwas ab.

Hier eine helle Variante - sie scheinen sich noch hinter den Blätter zu verstecken.

Meine Helleborus sind meist viel später dran als die vieler Bloggerinnen und Blogger, sodass ich gefühlte Wochen lang Schalen mit den herrlichsten Helleborus-Blüten bewundere, ehe ich dann endlich mal meine sehe - da blühen woanders dann schon die Narzissen. Heuer aber hat meine dreijährige Gelbe von Ashwood endlich zu blühen begonnen - und ich bin ganz hingerissen - sie guckt einen an!

Recht unspektakulär dagegen die Helleborus foetidus im Kiesbeet - aber die Biene summen schon ganz erwartungsvoll, dass sie endlich zur Gänze aufblühen.

Chrysosplenium macrophyllum, meine frühestblühende Schattenstaude, mag keine heißen Sommer - ihre Verwandte C. davidianum ist gleich komplett verschwunden - und der ganze Bestand hat heuer nur zwei Blüten gebildet.

Nochmal meine Zweigruppe G. elwesii - im morgendlichem Gegenlicht schauen sie noch einmal hübsch aus. Vielleicht sollte ich sie mit Tellima grandiflora umpflanzen, deren Laub wäre jetzt leuchtend rot.

Die tuffbildenden Galanthus nivalis brauchen noch ein paar warme Tage. Nur die gefülltblühende Sorte 'Lady Elphinstone' blüht schon jetzt (davon hab ich erst ein paar, rechts der Mitte, die kurzstängeligen Puschel ;-)).

Und das Kiesbeet schläft noch komplett. Es wird in den nächsten Wochen eine letzte Abdeckung mit feinem Kies bekommen - dann darf es sich ungestört entwickelt. Ich bin schon gespannt!

Kommentare:

  1. Ganz wunderbar was bei dir schon alles blüht! Bei uns geht es gerade erst mit den Schneeglöckchen los. Könntest du mir eine Sorte von selbstaussäenden Galanthus für den Rasen empfehlen?
    Herzliche Grüße,
    Gina

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    1. Ich weiß dazu leider keine Sorte, die bilden auch eher Tochterzwiebel und vermehren sich auf diese Weise. Das heißt aber, man muss sie ständig teilen, damit sie mehr werden.

      Am einfachsten ist es, in der Nähe jemanden mit vielen, eher locker und einzeln stehenden Schneeglöckchen um ein paar Pflanzen zu bitten (vielleicht gleich was zum Tauschen mit dabeihaben - ein Glas gute Marmelade geht sicher auch :-)). Dann hast du eine regionale, robuste Variante, die mit deinem Klima gut klarkommt.

      Im Rasen wachsen Schneeglöckcen bei mir übrigens gar nicht so gut, unser Boden ist zu trocken und im Rasen kann ich ja schlecht mulchen. Daher sind alle meine Galanthus in Beeten.

      Liebe Grüße,
      Katrin

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  2. Hui, da bist du ja noch weiter als unsere Gärten in Berlin! Gelbe Matten an Winterlingen kann ich auch vorweisen, aber die Elwesii zieren sich noch etwas. Verständlich.

    Beste Grüße
    Xenia

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    1. Die Winterlinge kamen bisher überhaupt noch nie so wirklich in die Gänge. Ich blicke immer neidisch auf dichte Teppiche und adoptiere alle, die irgendwo gejätet werden. Keine Ahnung, worans da hapert.

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    2. Könnten es eventuell Schnecken sein? Ich hatte früher wahnsinnig viel Saat von meiner Mutter mitgenommen. Die lief auch wunderbar auf, aber es wurden kaum große Winterlinge daraus. Und auch die großen alten kommen kaum noch zur Blüte, da sie schon früh abgeknabbert werden. Leider sind gemulchte sonnig-warme Böden im zeitigen Frühjahr ideal für die Schleimer. Bei mir machen sie sich jetzt vorzugsweise über die sehr frühen wasserblauen Scilla vor der Magnolie her. Da sind alle Blüten & Blätter oben angeknabbert. Aber die kommen trotzdem durch. Und dafür lassen sie jetzt die dahinter befindlichen Schneeglöckchen etwas mehr in Ruhe.
      Auch im Garten meiner Mutter, die früher ganze Winterlingfelder hatte, werden es immer weniger. Da bei ihr in den letzten Jahren sogar Märzenbecher angefressen oder gekappt wurden, habe ich da auch die Nacktschnecken in Verdacht ...

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  3. Oh, da ist Dein Garten schon um einiges weiter! Bei mir erscheinen zwar stellenweise auch schon ein paar Glöckchen unter der Magnolie und am Wiesenrand, aber die Nivalis sind wohl wirklich etwas später dran.
    Und an Deinen aussagefähigien Elwesii-Fotos erkenne ich meine jetzt neu hinzugekauften Elwesii eher wieder, als bei denen, die ich im letzten Jahr im Topf gekauft hatte. Die kamen mir kleinwüchsiger und wesentlich schwächer vor. Doch leider haben die getopften Galanthus elwesii vom Vorjahr unter dem zweiten Wintereinbruch gelitten, so dass ich sie nicht richtig mit den neuen vergleichen kann. Aber mir scheint, in diesem Jahr habe ich 5 Töpfe mit kraftvollen energiegeladenen Zwiebeln erwischt :-)

    Zunächst musste ich schlucken, als ich las, dass Du schon 13 Jahre Deinen Garten & Pflanzen digital fotografierst. Doch beim Nachrechen stellte ich fest, dass wir ab Sommer 2014 auch schon zweigleisig unsere weiße Rosensammlung etc. mit Bildern festhielten. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht und was sich seitdem an Digitalfotos angesammelt hat ...

    Ich kann mich zwar nicht mehr an das Jahr erinnern, aber ich weiß ganz genau, dass unsere Krokuswiese Mitte Februar schon mal in voller Blüte stand. Das muss nach 2001 gewesen sein, da ich quasi auf Augenhöhe aus dem Küchenkeller in die Wiese blickte, als ich das Katzenklo säuberte. Ob ich das Jahr noch herausbekomme ist fraglich, da wir bei den Papierbildern leider noch sehr nächlässig mit den Aufnahmedaten waren, und meist noch schöne Blütenfotos im Vordergrund standen.

    Deine Gelbe von Ashwood könnte mir auch noch gefallen. Statt einer Yellow Lady, die dann plötzlich immer irgendetwas anderes war, habe ich nun endlich eine gelbblühende Sally. Und zwischen all' den weißen & grünen Helleboriblüten wäre so eine gelb-rote Variante noch ein interessanter Blickfang. Ach ja, diese Sammler ;-))
    LG Silke

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  4. wie weit es bei Dir ist, großartig die Frühblüher.
    Bestimmt ist es auch der Mulchschutz, der den Boden nicht so auskühlen lässt.
    Grüße von Frauke

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  5. @ Silke - wir hatten öfter schon frühe Blüten (wengleich auch nicht SO früh), aber dann auch häufig wieder Schnee und erst im April dann wirklich warmes Wetter. Und bis zur Vollblüte dauert es hier noch einige Zeit. Allerdings können die Pflanzen in diesem Stadium recht lange aushalten, sie sind wie konserviert, und es kann durchaus sein, dass die Galanthus bis Ende Februar blühen. Kommen sie erst im März raus, dann ist es so warm, dass sie innerhalb weniger Tage verblühen.

    Die gelbe Helleborus hat ja auch so gelbes Laub, das leider immer etwas krank aussieht... ich fände dunkelgrüne Blätter mit gelben Blüten ja viel! schöner.

    Viel Freude im Frühlingsgarten :-)

    @ Frauke, das habe ich auch schon gedacht. Dazu haben wir keinen Lehm, sondern eher lockere, fast schon sandige Erde, die erwärmt sich auch viel schneller.

    Liebe Grüße,
    Katrin

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    1. Guten Morgen Katrin,
      danke für den Hinweis mit dem Laub. Da sie bei mir dann ziemlich dicht am Wegesrand stände, wäre das zwischen all' den frischgrünen Blättern wirklich kein schöner Anblick. Komisch, beim Cornus Florida ist uns das vor Jahren passiert, dass wir so von der üppigen Blüte fasziniert waren, dass wir doch nie im Leben dabei an panaschierte Blätter dachten. Und vor einigen Tagen kaufte ich meiner Mutter im Übereifer eine reduzierte Tellerhortensie - versehentlich auch mit panaschiertem Blatt für ihr neues Beet. Bei Deiner Ashwood hätte ich auf solche 'Nebensächlichkeit' jetzt tatsächlich auch nicht geachtet, da ich viel zu begeistert von der Blüte war ;-)

      Bei uns ist es noch matschig und grau. Und im Gegensatz zu Dir hinke ich leider fürchterlich mit den Flächen hinterher. Das ist immer die Tücke, wenn der Winter zu mild ist, muss man sich im großflächigen Frühlingsgarten wirklich sputen …
      Schön sieht es bei Dir aus!
      VG Silke

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  6. Hallo Katrin,
    bei uns siehts ähnlich aus. Ich bin ja durch das Weinbauklima einiges gewöhnt, aber dieses Jahr ist alles schon so früh am blühen, sogar die Traubenhyazithen! Mal sehen wie es weiter geht?
    LG Dagmar

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  7. Hallo Katrin
    wunderschön deine Bilder. Ich staune was bei dir schon alles Blüht. Bei uns im Garten (NordwestSchweiz) zeigen sich nun auch vereinzelt zu unserer Freude die ersten Schneeglöckchen Köpfe.
    Liebe Grüsse Eveline

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  8. Auf dein Kiesbeet bin ich auch sehr gespannt, und aufs Gewächshaus. Der Helleborus hat schöne stehende Blüten, ich muss meine immer hochheben.

    Sigrun

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  9. Wie schön!!!!! War auch gerade im Garten... aber so viel blüht in meinem alten Garten noch nicht!!!
    Deine Bilder sind immer großartig!!!
    Viele Grüße von
    Margit

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