16. Januar 2016

Das war 2015 - Herbst

Das herrliche Sommerwetter, das wir wegen der Glashausbaustelle und meinem Kiesbeet im Grunde doch sehr begrüßten, hatte leider zur Folge, dass viele Hochsommerblüher im Spätsommer keine Zierde mehr waren und der Garten schon ab September reichlich herbstlich wirkte.

Nach einigen Tagen Regen trat aber rasch Erholung ein und der Oktober hielt noch einige Blüten bereit. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre weiß ich, dass die verwelkten Stauden alle wieder austreiben werden - aber im Herbst war es trotzdem in manchen Beeten schon ziemlich leer.

Der Abgang zum Teich ist mit Gräsern gesäumt, die sich von der Trockenheit nicht beeindrucken ließen. Das große Achnatherum calamagrostis war noch nie so prächtig wie heuer und vor allem war es auch standfest.

Die Halbschattenbeete vor der Hecke im unteren Gartenteil litten dagegen sehr: Wo normalerweise Phloxe blühen und eine große Rodgersie von Astilben und Hosta unterwachsen ist, war heuer ab August nur welkes Laub zu sehen. Bei den Funkien konnte ich ein interessantes Detail beobachten: Obwohl ihr Laub noch nicht zur Gänze welk war, knickten durch das ständige Schlappmachen und Wiederaufstehen die Stängel, wodurch die Pflanzen alle am Boden lagen.

Das gleiche Beet einige Wochen später war zwar noch mehr welk, aber Solidago rugosa 'Fireworks' konnte den Gesamteffekt - in Verbindung mit der Buche im Hintergrund - doch noch etwas retten. Generell aber liegt die attraktivste Zeit dieser Beete im Frühling. Daher werde ich auch nicht viel ändern, da ich sonst Schneeglöckchen und andere Frühblüher zerstören würde.

Die Sommerstaudenbeete in der Wiese vorm Haus erlebten mit der Asternblüte und den Laubverfärbungen nach den ersten kalten Nächten eine deutliche Aufwertung. Wo schon alles vergilbt war, habe ich ausnahmsweise noch im Herbst zurückgeschnitten und damit die Schneeglöckchenfläche (im Traufbereich der Zierkirsche) schon frühlingsfit gemacht.

Hinter dem Haus, in den bewusst vegetationsarm gehaltenen Trockenschattenbeeten trieben im Oktober dann die Cyclamen aus und bildeten zusammen mit den herbstblühenden Cyclamen hederifolium, den gelb welkenden Blättern von Hosta 'Titanic' und dem schwarzen Schlagenbart einen leuchtenden Teppich.

Mit dem ersten Frost setzte die Blattfärbung voll ein. Der Schattengartenbereich unter der Hecke, eigentlich jetzt nicht mehr so besonders, wurde durch die unterschiedlichen Herbstfarben noch einmal zum Hingucker. Weil die Salomonssiegel-Blattwespen meine Polygonatums heuer verschont haben - sonst wurden die Blätter dieser schönen Schattenstauden Jahr für Jahr schon im Frühsommer von blaugrauen Raupen bis auf die Blattrippen aufgefressen - konnte ich eine wunderschöne Herbstfärbung erleben.

Mit dem ersten Nachtfrost fielen Anfang November alle Nussbaumblätter auf einmal zu Boden. Ich habe einen Teil auf den Beeten gelassen, den Großteil aber mittlerweile ausgerecht, weil die großen Blätter des Nussbaums gerade bei Leberblümchen oft zu dicht sind und verkleben. Weil ich genug Buchenlaub hatte, habe ich mit diesem gemulcht.

Die Sommerstaudenbeete sahen im ersten Frost schöner aus als in den Hochsommermonaten. Interessant ist, dass der Wasserdost allen trockenen und vor allem heißen Tagen zum Trotz zur Blüte kam und mit seiner Silhouette noch bis jetzt den Garten schmückt.

Bei den letztjährigen Bedingungen optimal gewachsen und daher hervorzuheben sind einmal mal die Pfeifengräser, hier Molinia arundinacea 'Transparent' - kompakter Blattbusch, durchscheinende Blüte, straff aufrecht und bis lange in den Winter/Frühling hinein stabil.

Das Ende des Jahres gestaltete sich dann ungewöhnlich warm und angenehm. Trotz vorangegangenem Frost blieben die Schattenbeete grün und der Garten sieht bis jetzt noch nicht leer aus. Die Bereiche, die auf dem letzten Bild zu sehen sind, werden jedoch die ersten sein, in denen im Frühling - also in eineinhalb bis zwei Monaten - das Leben wieder erwacht. Daher habe ich dort schon mit dem Rückschnitt begonnen und werde, sobald es das Wetter zulässt, weitermachen. Auch die Hecke wurde bereits ausgelichtet und muss nur noch etwas gekürzt werden - dann steht den Frühlingsblühern nichts mehr Wege!

Vielen Dank an dieser Stelle für eure positiven Kommentare zu den letzten beiden Beiträgen zum Frühling und zum Sommer. Den Winter werde ich zeitnah dokumentieren, aber im Moment liegt noch zu wenig Schnee - aber zumindest ist nun wirklich einmal Pause im Garten.

Kommentare:

  1. Hallo,
    irgendwie kann man im Nachhinein dann doch auch dankbar für diese "trockenen" Erfahrungen sein und was man alles so daraus lernt. Die Stauden werden sich bestimmt alle gut erholen und heuer alles nachholen, was sie im letzten Jahr verpasst haben.

    Dein Garten ist wunderwunderschön, es macht eine tierische Freude Deine Beiträge zu lesen und die Fotos anzuschauen. Kompliment!

    VG Sabine

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  2. Auch Dein Herbstgarten ist ein Traum! Die Stauden erholen sich relativ gut auf die lange Trockenheit. Bei meiner neuen Beeteinfassung kann ich nur hoffen, dass meine Gießaktionen erfolgreich waren!!!!!!
    Viele Grüße von Margit

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  3. Liebe Katrin,
    bin ja nicht so der Winterfan, dein raureifiger Garten ist allerdings absolut wunderbar anzuschauen!!! Aber auch alle anderen jahreszeitlich unterschiedlichen Ansichten sind wunderschön! Danke fürs zeigen, dein Garten ist eine Inspiration...
    Liebe Grüße nach Oberösterreich
    Elisabeth

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  4. Liebe Katrin! Das sind wieder mal herrlichste Lichtbilder aus deinem Garten!
    Dieser Sommer war auch bei uns komisch. Viele euchtugkeitsliebende Stauden ( allen voran der Blutweiderich) hielten die Trockenheit bestens aus. Die Herbstfärbung habe ich noch nie so intensiv erkebt, hat also alles auch ein Körnchen Gutes dran. Für 2016 wünsche ich mir aber viele ( nächtliche) Sommerregen.
    Lg Carmen

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