1. Juni 2013

Gärtnerei Sarastro

Kommendes Wochenende (8./9.6.) finden die Tage 
der offenen Gartentür statt. 
Weitere Informationen dazu gibt es hier
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Es ist oft so, dass man bei der Suche nach Themen für Blogbeiträge manchmal auf die naheliegendsten Dinge vergisst, und zwar im geographischen, als auch im übertragenen Sinn: Ich habe die Gärtnerei Sarastro von Christian Kreß in diesem Blog schon etliche Male erwähnt, aber noch nie direkt vorgestellt. Auf der Suche nach Elfenblumen, war es ein Tipp von Elfriede Lungenschmied, dem ich folgte und meine Familie überredete, dort einmal vobeizuschauen. Das war im Frühling 2002. Seither war ich viele Male im Innviertel und habe zahlreiche Bilder gemacht, die ich nun endlich einmal zusammengesucht habe.

Der Eingangsbereich der Gärtnerei mit der prächtigen Zierkirsche aus dem Kaisergarten in Japan (Ende April 2013)

Wer die Gärtnerei nur aus dem Internet, von Pflanzenmärkten oder Bestellungen kennt, könnte vielleicht glauben, es handle sie um eine große Gärtnerei, tatsächlich ist es ein kleiner Betrieb mit je nach Saison 4-6 MitarbeiterInnen, der keine endlosen Stückzahlen, sondern bei manchen Pflanzen nur wenige Dutzend Exemplare vermehrt (auf der Homepage der Gärtnerei gibt es eine Luftaufnahme). Das Hauptaugenmerk liegt auf Schattenstauden, Präriepflanzen und bewährten und auch modernen Staudensorten, die in etwa 3000 verschiedenen Arten und Sorten angeboten werden. Dabei ändert sich das Sortiment von Jahr zu Jahr, besonders große Vielfalt findet sich aber bei Anemone nemorosa, Epimedium, Geranium, Aster und Delosperma, aber auch Phlox, Nepeta, Polygonatum und andere sind zahlreich vertreten.

Details vom Stand in Freising 2013 und aus der Gärtnerei, ebenfalls 2013

Die Gärtnerei ist zudem auf zahlreichen Märkten in Mitteleuropa anzutreffen, wo der Jahreszeit entsprechend attraktive Pflanzen präsentiert und verkauft werden. Auf manchen dieser Märkte bin ich als Verkaufshilfe mit dabei (manche haben mich schon getroffen, zum Beispiel in Berlin, Freising oder Seitenstetten).

Der Sarastro-Stand bei den Gartentagen in Freising Anfang Mai 2013

Der Stand in Freising ist jedes Jahr besonders schön, da Anfang Mai so viele Pflanze blühen, dass ein farblichen Arrangement leicht umzusetzen ist. Zudem blüht um diese Jahreszeit bereits eine große Bandbreite an Stauden; sie reicht von Geranium über Aurikel, Allium, Camassia, Viola und Delosperma hin zu sämtlichen Schattenstauden und Steingartenraritäten. Alle in der Gärtnerei verkauften Pflanzen sind winterhart und werden nicht vorgetrieben.

Die Mauerbeete im April 2010

Neben den vielen Pflanzen, die entdeckt werden wollen, sind es in der Gärtnerei aber vor allem die Schaubeete, die einen Besuch zu allen Jahreszeiten lohnen. Seit der Gründung der Gärtnerei im Jahr 1995 werden die Beetflächen ständig erweitert und umgestaltet. Eine einzigartige Gestaltungsidee wurde von Christian Kreß im Herbst 2007 umgesetzt, indem er Ziegel - ein in der Gärtnerei an vielen Stellen eingesetztes Bauelement - zu geschwungenen Mauern innerhalb von Staudenpflanzungen aufmauerte. Er muss heute noch schmunzeln, wenn er skeptische Anwohner und Kunden zitiert ("Hält das denn?" oder "Geht das überhaupt?"), denn die Mauern erwiesen sich nicht nur als wunderschön und durch den warmen Farbton innerhalb von Staudenpflanzungen bemerkenswert verbindend, sondern auch als völlig stabil.

Die Mauern Ende Mai 2009

Hier betrachtet man die Mauern aus dem gleichen Winkel wie im Bild oben. Die Bergenien sind zwischen den anderen Stauden verborgen, etwas Narzissenlaub sieht man noch und längliche Staudenpflanzungen aus Salvia nemorosa, Alchemilla mollis und Geranium x magnificum werden ergänzt um größere Gruppen spezieller Solitärpflanzen. Über allem schweben die Kugeln von Allium. Die schattigen Nischen, die sich unmittelbar hinter den Mauern ergeben, ermöglichen die Kombinationen mit Pflanzen, die im Normalfall andere, schattigere Standorten verlangen. Dadurch kann die Spannung der Pflanzung deutlich erhöht werden. Mir hat gefällt besonders die Kombination aus dunklem Salvia-Lila mit dem samtigen Rot von Cirsium rivulare 'Atropurpureum'.

Weitere Bilder von den Mauern, Mai 2009

Was an den Mauern wohl so schön wirkt ist die unregelmäßige, geschwungene und natürliche Form, ergänzt um kleine Hingucker wie die mitgebogenen "Fenster", die wie in die Pflanzung versinkend wirken. An zwei Stellen der Gärtnerei gibt es diese Mauern - im Staudenbeet mit den Salvias und als Abschluss nach den Staudenstellflächen hin zur Grundstücksgrenze (mit Fenstern). Zwischen den Mauern wachsen Brunnera sibirica, Astrantia und auch Campanula 'Sarastro', eine eigene Auslese von Christian Kreß, die mittlerweile weit über Europa hinweg bekannt ist.



Weitere Eindrücke von Ende Mai 2009
Natürlich sind nicht nur die Mauern sehenswert. In zahlreichen weiteren Schaubeeten wird versucht, möglichst viele Pflanzen in möglichen Kombinationen mit anderen zu zeigen, um Anregungen zu geben, um für Fragen nach den Ausmaßen der oftmals kleinen Pflanzen im Topf ein gutes Beispiel zu haben und auch, um Besucherinnen und Besucher zu ermuntern, unkonventionell zu gärtnern, Neues auszuprobieren und keine Scheu vor ungewöhnlichen Gestaltungsideen zu haben.


Die Mauern noch etwas neuer, nämlich Ende August 2008

Ich persönlich empfinde die Mauern im Spätsommer als besonders schön, wenn die Begleitpflanzung die warmen Farbtöne des Ziegels aufnimmt und die Mauern wie Buckel aus der sanft gewellten Pflanzung aufragen. Verwendet werden unter anderem Agastachen, Astern, Verbenen, Sedum, Echinacea und Bergminze.



Weitere Eindrücke von Ende August 2009
Zwischen den Mauern winden sich langgezogene Pflanzungen aus Deschampsia, die der Pflanzung mit ihren goldbraunen, dichten Blütenständen eine besondere Leichtigkeit verleihen. Für mich sieht es aus, als ob die Pflanzen schweben würden, da man den Boden zwischen ihnen nicht erkennen kann und kaum Pflanzen mit großem Laub verwendet wurden - es ist ein einziger flirrender Teppich aus Farben und Licht. Diesen Effekt verstärken die Blüten der Verbenen und die von Gaura; besonders im Gegenlicht verschmelzen die Farben von Mauern und Agastachen.


Details aus den zahlreichen Stein- und Scherbengärten, Frühling 2007
Ich kenne die Gärtnerei aber schon viel länger, dementsprechend viele auch ältere Fotos besitze ich. Hier habe ich bei einem Besuch im Frühling den Scherben- und Tongarten näher betrachtet und mit ihm die vielen Steingartenzwerge, die mit ganz wenig Erde und kleinstem Platz auskommen, solange sie nur genug Sonne abkriegen.

Die Zierkirsche Anfang April 2007
Etwas Besonderes ist die mittlerweile ausladende Zierkirsche gleich am Eingang der Gärtnerei. Sie stammt aus dem Kaisergarten in Japan und blüht im Frühling überreich. Weil sie ungefüllt ist, wird sie von vielen Insekten besucht.

Die weiteren Bilder sind meine ältesten und würden noch mit der alten Kamera aufgenommen.

Überall finden sich künstlerische Details: Die Aurikelgalerie (leider habe ich kein Bild während der Blüte) und eine Insektenunterkunft mit unterschiedlichen Materialien, Frühling 2007



Das Gräserbeet im Jahr 2004 (rechts unten und beide oben), links unten der Teich im Sommer 2006 mit den noch neuen Staudenbeeten an seinem Ufer

 
Harmonische Beetkombinationen, Sommer 2004. Das Beet mit dem Rasenkreuz gibt es heute nicht mehr, an seiner Stelle befindet sich die Anlage mit den Mauern.

Mit diesen Eindrücken möchte ich euch empfehlen, dieser Gärtnerei selbst einmal einen Besuch abzustatten. Sie liegt direkt an der A8, der Innkreisautobahn und daher am Weg vieler, die von Nordwesten kommend über Passau in den Urlaub im Süden fahren und auch wenn im Auto kein Platz für Pflanzen ist, so ist ein kurzes Schlendern über die zu jeder Jahreszeit eindrucksvollen Schaugärten bestimmt interessant!

Kommentare:

  1. Danke für den Tipp! Gärtnerei Sarastro sagte mir bis heute nichts... aber ist ja gar nicht so weit weg! Die Photos sind wunderschön. Ich hoffe sehr, dass sich das Wetter nächste Woche bessert...und werd auf alle Fälle eure Gärten besuchen.Ich wünsch´euch viel Erfolg!
    LG Petra

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  2. Ach ja...da wäre ich auch so gern einmal hingefahren...tscha...ist nur leider nicht um die Ecke...Zum Glück kann man die Pflanzen mit der Post schicken lassen...LG Lotta.

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  3. Interessanter Beitrag, doch leider ist die Gärtnerei für mich viel zu weit weg. Ich kenne aber Sarastro von Maikammer her und auf den monatlichen Rundbrief freue ich mich immer, denn der ist wirklich sehr informativ und zugleich auch unterhaltsam

    Schönes Wochenende, trotz Dauerregen

    LG Lis

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  4. Sehr schön!!! Die Beete mit den Mauern sind der Hit!!! Ich kenne die Gärtnerei von Besuchen in Freising und aus dem Internet! Vor Ort war ich aber noch nicht!!!
    Viele Grüße von
    Margit

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  5. Liebe Katrin, ein wunderschönes Portrait der Gärtnerei, vielen Dank, dass du uns mitgenommen hast!
    Ich liebe solche Gärtnereien, wo man auch Anregungen für Pflanzungen bekommt und neue Ideen für Kombinationen, auf die man gar nicht gekommen wäre. Zum Glück gibt es ein paar solcher Staudengärtner auch in Deutschlands Norden ;-)
    Lieben Gruß von Heike

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  6. Toller Post! Danke für die schönen Bilder und die spannende Zusammenstellung. Es sieht zum schwelgen aus! Schade, schade dass ich nicht zu eurer Offenen Gartenpforte kommen kann. Es gäbe unendliche Motive. Ich drücke euch die Daumen für trockenes Wetter und Sonnenschein!

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  7. Wow was für ein toller Post, das sind fantastische Bilder die ein ganz tolles Bild von der Gärtnerei zeichnen! Leider ist die Gärtnerei dann doch zu weit weg sonst würde ich ganz bald dort vorbei fahren! LG Steffi

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  8. Wow, was für traumhafte Eindrücke.
    Wäre das nicht so weit von mir entfernt, würde ich sofort hinfahren.
    Einfach wundervoll angelegt, das lädt zum Einkaufen ein.


    LG Alex

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  9. Vielleicht kommt ja doch einmal jemand im Süden vorbei ;-) und falls nicht, so kennt ihr wenigstens die Bilder. Von Sarastro zu mir sind es übrigens dann nur mehr 45min.
    LG, Katrin

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  10. Hallo Katrin, was war das für ein Genuss bei so einem tollen Wetter durch eure drei Gärten zu schlendern und sich inspirieren zu lassen.
    Ich hab´euch in meinem Blog verlinkt und ein paar Fotos hinzugefügt (ich hoffe für dich ist das okay?).
    Liebe Grüße, Petra
    Mein Blog: kleinkram-petraklein.blogspot.com

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  11. Hallo Katrin,

    ein wirklich toller Beitrag mit jeder Menge beindruckender Bilder. Die selbstgemauerten und geschwungenen Wände der Gärtnerei gefallen mir dermaßen gut, dass ich diese Idee glaub ich kopieren werde (falls ich das auf eigene Faust schaffe ;) ).
    Wirklich toll!

    Viele Grüße,
    Steffi

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