17. Juli 2012

Gärtnerei Gaissmayer

Am Sonntag war ich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gärtnerei Sarastro in Illertissen, um die Gärtnerei Gaissmayer zu besuchen. Dort arbeitet zudem einer "unserer" ehemaligen Mitarbeiter, der uns durch das Gelände führte und die vielen Bereiche erklärte.


Wer, so wie ich, vorher noch nie in Illertissen war, wird zuallererst von der Größe der Gärtnerei beeindruckt sein und es ist zum Glück keine sofort überschaubare Größe, sondern zahlreiche Winkel und Ecken, ja ganze Folientunnels und Beschattungshallen entdeckt man erst bei genauerem Hinschauen und ausgedehnterem Spazieren über das Gelände.


Der Eingangsbereich ist mit vielen Schaupflanzen in Töpfen abwechslungsreich und charmant gestaltet und man bekommt sofort Lust, durch die Staudenquartiere zu laufen und sich selber etwas zu suchen. Leider nicht fotografiert habe ich eine kleine Hakonechloa-Sammlung im Topf, die meiner Meinung nach jeder Besitzer von Hostatöpfen nachpflanzen sollte, da sie eine kontrastreiche Ergänzung darstellt.

Unsere Führung hat dann bei den Jungpflanzen begonnen, die nach dem heurigen Winter und den argen Ausfällen auf besonderen Hochtouren läuft. Die Pflanzen, die man auf den Bildern sieht, sind zum Großteil Stecklinge, die aus den Mutterpflanzenbeeten gewonnen werden und in Platten gesteckt langsam Wurzeln treiben.


Wenn die Pflanzen größer und bewurzelt sind, werden sie zum Abhärten ins Freie gestellt, allerdings noch geschützt vor zu starker Witterung. Die Gärtnerei arbeitet auf biologischer Basis. Ich habe mich gewundert, dass in der Topferde trotzdem noch Torf enthalten ist, aber offenbar ist eine Kultur ohne diesem Zusatzstoff leider nicht möglich.


An die Gewächshäuser anschließend gibt es kleine Freiflächen, die für Trockenpflanzen genützt wurden. Die farbliche Beschränkung auf Silber, Blau und Purpur hat mir ganz besonders gefallen: Eryngium planum, Crambe maritima, dunkles Sedum, Stachy byzanthina, Anthericum liliago, Artemisia, Erygnium yuccifolium, Perovskia, Reste von Allium christophii und Eremurus und über allem schwebend Allium sphaerocephalon.


Danach gelangt man in die Mutterpflanzenbeete, die zugleich als Schaubeete dienen, da sie den Bestand der Gärtnerei in ausgewachsenem Zustand präsentieren und so viele Anregungen für Kombinationen bieten, dass man in Gedanken schon ganze Gartenpartien umgestaltet.

Links sieht man eine sehr strange Kombi, bei der ich nicht sicher bin, ob ich sie mag oder nicht: Calamagrostis x acutiflora, Coreopsis und Deschampsia und in eigenartigem Braunrot Phlox 'Empty Feelings', der keine Blütenblätter bildet und für Welk-und-Winter-Fans wie mich diesen Aspekt schon im Hochsommer in Beete bringt. Nur ist das wirklich schön? Ich weiß es nicht. Vielleicht kaufe ich den Phlox doch noch, und sei es nur wegen seines Namens.

Daneben dann gefälligere Kombinationen ohne Diskussionspotential: Eryngium giganteum mit Allium sphaerocephalon und Cephalaria gigantea und Dill mit Lauch.


Durch die Beete verlaufen schmale Pfade und wenn man durch dieses Wegenetz geht, finden sich unendlich viele weitere Perspektiven, die immer neue Ideen für Gestaltungen bieten. Eine ähnliche Anlage existiert bei Hans Kramer in der Gärtnerei Hessenhof. Ligularien mit Farnen und Gräsern sind ein Klassiker und alle benötigen viel Platz, aber wenn sie den haben, ist die Wirkung phönomenal.


Auch eine Gunnera befindet sich im Gelände. Wir hatten sehr abwechslungsreiches und von einigen Gewittern durchbrochenes Wetter, sodass sich ergänzend zu den Stauden einmalige Lichtstimmungen ergaben, wie man auf einigen Bildern am dramatisch dunklen Hintergrund erahnen kann.


Von einem kleinen Hügel für Trockenpflanzen hat man einen guten Ausblick über die Staudenstellplätze und eine der vielen Skulpturen und Bauwerke aus Holz, die - immer von der Vegetation berankt oder zumindest integriert - auf dem ganzen Gärtnereigelände zu sehen sind.

Vom linken Bild aus gesehen liegen die Mutterpflanzenbeete rechts daneben und hinter dem Betrachter, die Staudenflächen direkt davor und vorne, nur mehr an den Dächern erkennbar, sind die Folientunnels, Gewächshäuser und Verkaufsflächen. Insgesamt ist die Gärtnerei etwa drei Hektar groß.


Danach ging es ans Staudendurchstöbern. Im Bereich Schattenstauden fand sich für mich nicht so viel, denn durch die enorme Größe der Gärtnerei ist es schwer, kleine Nischenprodukte, nach denen geringe Nachfrage herrscht, in kleinen Megen bereitszustellen. Trotzdem wird jeder bei den ungefähr 3000 angebotenen Pflanzen das eine oder andere zu finden.

Besonders schön stelle ich es mir vor, wenn man mit einem leeren Beet zuhause zu Gaissmayer fährt und dort mit Hilfe des Mutterpflanzenbeets Kombinationen zusammensucht und diese Pflanzen dann gleich kauft. Aber auch so habe ich ein paar Pflanzen gefunden - nicht zuletzt wegen der umfangreichen Kräuterauswahl.

Einen Besuch der Gärtnerei kann ich also auf jeden Fall empfehlen.

Kommentare:

  1. Danke für den Rundgang. Ich bestelle so manches bei Gaissmayer,aber zum Hinfahren ist es leider zu weit weg.
    LG - Elke

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  2. Hallo Katrin, ein sehr interessanter Gärtnerei Rundgang! Wenn ich irgendwann mal im Süddeutschen Urlaub mache, muss ich auch unbedingt zu Gaissmayer, bis dahin begnüge ich mich wie Elke mit den Internetbestellungen dort ;-)
    Lieben Gruß von Heike

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  3. Das war bestimmt ein interessanter Ausflug.

    lg kathrin

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  4. Oh, ... WOW! Bei meinem heutigen Blog-Spaziergang hast Du eindeutig "den Vogel abgeschossen". DANKE! DANKE! DANKE! ... für's Mitnehmen in die Gärtnerei meines Herzens ... :)

    Schwuppdiwupp habe ich auch schon recherchiert, wie weit Ede von uns entfernt ist. Juchuuu, ... das ist eine Reise wert! Auch dafür lieben Dank, denn von der Staudengärtnerei De Hessenhof hatte ich vorher noch nicht gehört: ♥

    Eines Tages - das weiss ich mit gaaaaanz grosser Sicherheit - wird der Trommelstocklauch in meinem Garten anklopfen. Hmmm , ... und dieses Mammutblatt finde ich auch SEHR genial ... :)

    Aloha & einen entspannten Tag,
    Petra

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    1. Das ist schön, wenn ich dir eine tolle Gärtnerei näherbringen konnte! De Hessenhof ist traumhaft, plane genug Zeit ein! Wenn du auf der Autobahn von Osten kommst, ist es besser, nicht erst in Ede, sondern schon bei der Abfahrt 25 abzufahren (Osterbeek), dann muss man nicht durch die ganze Stadt.

      LG!

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  5. Zu Gaissmayer will ich unbedingt einmal - und nachdem ich dein Blog lese erst recht!

    Ein schöner Spaziergang durch die Gärtnerei! Vielen Dank!

    Liebe Grüsse Rosana

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  6. Also Gaissmayer ist 1x pro Jahr Pflicht. Ich studiere immer vorher schon den Onlinekatalog und bestell mir alles zum Abholen. Sonst nimmt das mit mir dort kein Ende :-)

    Grüess Pascale

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  7. Schön, daß man aus Illertissen mal hochaufgelöste Weitblicke zu Gesicht bekommt. Ich betrachte immer intensiv die kleinen Vorschaubildchen im Shop, um zu erkennen, was drumherum wächst, weil da oftmals botanisch wie ästhetisch vielversprechende Kombinationen zu erahnen sind.

    Was mich interessieren würde, ob ältere ausgepflanzte Horste von Saccharum ravennae und Muhlenbergia rigens zu finden sind (auf den Bildern hab ich keines entdeckt) und wie weit die in der Entwicklung sind. Aber da hast Du sicher nicht bewusst drauf geachtet. ;)
    Dennoch: sehr aufschlußreiche Bildserie. :)

    LG Danilo

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    1. Ist Muhlenbergia behaart? Ich bin etwas ratlos vor dem einzigen unbeschilderten Gras gestanden, das Pennisetum-artig ausgesehen hat und mir sehr begehrenswert erschien. Den Bildern nach könnte das eins gewesen sein. Saccharum weiß ich leider nicht. Freut mich, wenn du mit den Bildern etwas anfangen kannst!

      LG, Katrin

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  8. Danke für eure Kommentare. Gerade bei so einer bekannten Gärtnerei wie Gaissmayer ist es spannend, einmal vor Ort zu sehen, wie es aussieht!

    LG, Katrin

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