12. Juni 2011

Allium - Zierlauch

Zeitlich ist mein Artikel nicht ganz passend gewählt, da die ersten Vertreter der Gattung Allium, die in unseren Gärten verwendet werden, bereits vor ein paar Wochen verblüht sind. Allerdings zieren ihre verblühten Kugeln unsere Gärten von Anfang Mai bis weit in den Herbst hinein, gesetz dem Fall, man lässt sie stehen. Und im Laufe des Sommers folgen noch etliche weitere Allium-Arten, die für unsere Blumenbeete wie geschaffen sind.


Besonders hübsch ist Allium siculum ssp. bulgaricum, der vor einigen Wochen in Vollblüte gestanden hat. Wie viele Verwandte Arten treibt er im Frühling etwa zeitgleich mit den Tulpen mit kräftigen Blattschöpfen aus, die bis zur Blüte schon wieder fast eingezogen sind. In einem unterscheidet er sich allerdings von den bekannteren anderen Arten: Er hat keine Sternchenblüten, sondern einzelne Glöckchen, die attraktiv gestreift nach unten hängen. Kaum ist diese Art verblüht, richten sich die einzelnen Blütenbestandteile auf und bilden in Beeten sehr abstrakt aussehende Samenstände (linkes Bild).

Anders verhält es sich mit Allium purpureum, dem üblichen Kugellauch. Bei ihm wachsen die Knoten (?) der Blüten etwa um das Vierfache an und trocknen dann langsam aus. Jedes der kleinen Kügelchen, das Mittelpunkt einer einzelnen Blüte war, enthalten nun vier (?) Samenkörner. Schneidet man die Samenstände noch im grünen Zustand (rechtes Bild), fallen weder die Samen aus, noch die Einzelteile ab und man kann den Zierlauch als lange haltbare Deko verwenden.



Die Verwendungsmöglichkeiten von Allium in unseren Gärten sind vielfältig. Allium atropurpureum und sämtliche großblütige Sortent wie 'Gladiator', 'Globemaster' und 'Mount Everest' / 'Mont Blanc' schätzen normale Gartenböden in sonnigen bis halbschattigen Lagen. Durch Tochterzwiebel und längerfristig auch durch Aussaat vermehren sie sich allmählich. Wer seine Bestände rasch vergrößern will, greift im Spätsommer bei den vielen Discountern zu, die Allium 'Purple Sensation' oft ziemlich günstig anbieten. Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, ob man wirklich die genannten Sorten erhält, aber kugelige Blüten hatten die Pflanzen allemal, wenn auch manchmal in verwaschenem Lila statt dunklem Purpur.

Das linke obere Bild zeigt die optische Wirkung, die von großblütigem Kugellauch erzeugt wird. Durch die Blütenfülle eine Etage über den restlichen Pflanzen ergibt sich luftiger, lockerer Effekt, der räumliche Tiefe suggeriert. Gemeinsam mit Tulpen, deren Blüten eine Etage tiefer stehen, ergibt sich ein spannender Kontrast, der sich bei mir zufällig durch die wuseligen Blütenwolken von Crambe cordifolia und Silene dioica noch zusätzlich verstärkt hat. Je größer die Lauchbestände sind, umso beeindruckender ist die Wirkung. Später im Jahr wachsen die Samenstände ein und bieten noch immer ansprechende Kombinationen.



In der ersten Zeile sieht man Allium schubertii, den Riesenkugellauch. Er möchte sonnig und trocken stehen und bildet bei genügend Nährstoffen und wenn der Platz ihm behagt Blütenstände mit bis zu 30cm Durchmesser aus. Die welken Kugeln halten sich bis in Herbst, sofern sie nicht vom Wind weggerollt werden können.

Allium sphaerocephalon hat in den letzten Jahren aufgrund seiner Verwendung zusammen mit Ziergräsern einen Bekanntheitsschub erfahren. Die Art möchte möglichst trocken und sonnig stehen, dann kommt sie zuverlässig wieder und sät sich auch aus. Leider habe ich kein Bild während der vollen Blütezeit, sondern nur von den knospigen Pflanzen aktuell und den verblühten Pflanzen im vergangenen August. Die Blüte selbst ist eher oval, sehr dicht und dunkel purpurfarben - und die Bienen lieben sie.



Eine Art für den trockenen, sonnigen Kiesgarten ist das weißblühende Allium nigrum .  Es ist heuer schon das zweite Mal wiedergekommen und war, wohl aufgrund des trockenen Frühjahrs, etwas niedriger als sonst. Seine Samenstände, die man oben in der zweiten Reihe sieht, halten ebenfalls bis zum Herbst und geben im Kiesbeet interessante Blickfänge ab.


Eine nette, in ihr zusagenden Habitaten aber sehr ausbreitungsfreudige Art ist Allium flavum. Auch diese Art ist ein klassischer Bewohner trockener, sandiger Beete in der Sonne. Er ist in Österreich sogar heimisch und man findet ihn in Heidelandschaften. Allium flavum blüht im Hochsommer und hat silbriges, schnittlauchartiges Laub und gelbe, büschelige Blüten.

Zuletzt zeige ich noch eine sehr bekannte Art, nämlich Allium christophii, den Sternkugellauch. Seine Blütenstände setzen sich aus vielen besonders großen Sternen zusammen, die in einem silbrig schimmernden Lila erblühen, wodurch die Pflanze einen sehr luftigen Eindruck hinterlässt. Aufgrund seiner geringen Höhe sollte man diese Art im Vordergrund von sonnigen Beeten verwenden, wo ihre Blätter, die knapp am Boden aufliegen und bald wieder einziehen, von anderen Pflanzen verdeckt werden.

Neben den hier vorgestellten Arten gibt es noch viele, viele weitere, die zum Großteil problemlos in unseren Gärten zu halten sind. Es lohnt sich, bei eigenen Zwiebelpflanzenanbietern die Rubrik "Allium" genauer zu durchforsten und einige der selteneren Arten auszuprobieren, sofern man ihnen passende Bedingungen bieten kann. Meine Zwiebel stammen vom Blumenzwiebelversand Bernd Schober. Bisher war ich mit der Qualität der Pflanzen stets sehr zufrieden! Praktisch sind auch die auf den papierenen Zwiebelsäcken aufgedruckten Hinweise zu Standort, Boden und sonstigen Bedürfnissen der Pflanze. Das macht das herbstliche Platzsuchen im Garten etwas leichter ;-).

Kommentare:

  1. Liebe Katrin,
    eine wundervoller Beitrag über Allium. Der Fruchtstand von Allium siculum sieht ja ganz besonders interessant aus!
    Ich liebe Allium und werde nächstes Jahr ein paar mehr in unsere Beete pflanzen.
    Vielen Dank und viele Grüße
    Renate

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  2. und ich lasse auch im Gemüseland Porree und Steckzwiebeln stehen und sie blühen wunderschön und ziehen viele Insekten an
    ebenso dekorativ ist die Etagenzwiebel , die obenauf kleine Zwiebeln bildet
    Frauke
    Danke für den Link

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