9. September 2018

Sommerrückblick 2018

Der nun mehr oder weniger vergangene Sommer war für viele Regionen Europas eine ziemliche Herausforderung. Dabei kam Oberösterreich noch glimpflich davon, denn wir hatten zwar insgesamt schon wenig Niederschlag, aber doch immer wieder einmal und dazu einen sehr nassen Juni, der bis weit in den Hochsommer hinein das Schlimmste verhindert hat. Aber wie so oft gibt es auch hier Gebiete, die, obwohl gar nicht weit entfernt, viel weniger Regen hatten. Ich hoffe, es hat euch nicht zu arg getroffen und die vergangenen Regenfälle haben auch euren Garten erreicht!

Und obwohl wir vor Totalausfällen weitgehend verschont blieben, so ist doch auffällig, dass der Sommer für die Pflanzen anstrengend war und viele Stauden früher eingezogen sind, keine zweiten Blüten geschafft haben oder weit hinter ihrer sonstigen Größe und Blühdauer zurückblieben. Besonders auffällig war das bei Wasserdost (Eupatorium maculatum) und Phlox, beides sehr robuste Stauden: Ersterer blieb mindestens einen Meter unter seiner Endhöhe und verwelkte rascher, zweiterer bekam fast zur Gänze Mehltau und konnte so keine zweite Blüte bzw. einen herbstlichen Blütenaustrieb an den Verzweigungen erreichen. Dazu kommen kürzere Blütezeiten bei Blutweiderich (Lythrum) und Sommeraster (Kalimeris), die im heißen Sommer 2015 besonders gut durchgehalten hatten.

Für mich ist es spannend, die Reaktionen der Pflanzen zu beobachten  - wohl auch, weil wir von wirklich extremer Trockenheit bisher verschont blieben und kaum eine Pflanze komplett eingegangen ist, einige haben einfach ihr Jahr früher beendet oder die Blüte abgebrochen, um es im kommenden Jahr wieder versuchen zu können.

Die folgenden Bilder geben einen Eindruck der vergangenen zwei Monate...

Ungerührt von Trockenheit und Hitze blieb Altheae cannabina, die Hanfblättrige Malve. Sie ist überhaupt eine gute Wahl für Sommerstaudenbeete und blüht von Juni bis September. Weil sie kaum Blätter trägt, sondern vor allem aus Stängel und Blüten zu bestehen scheint, passt sie in jedes Beet und bringt Farbe und Leichtigkeit in Pflanzungen.

Bevor es wirklich heiß wurde, hatten die Phloxe einen herrliche Blühphase. Als Begleiter hat sich heuer Hystrix patula, ein eher selten verwendetes Gras, herausgestellt, da es einen niedrigen Blattschopf hat und sehr ausdauernde, robuste Blüten, die schon Ende Juni erscheinen (es beginnt erst jetzt im September langsam abzufallen).

Kalimeris, Phlox, Pennisetum, Molinia und Eupatorium sind gute Partner, die ein Beet über Jahre hinweg strukturieren und durch die Jahreszeiten führen können. Für kommendes Jahr möchte ich wieder mehr Agastachen hinzufügen, leider habe ich irgendwann zu viele von ihnen gejätet.

Von Frühling bis zum Herbst und auch im Winter ist das Magerbeet (hier im Vordergrund) ein prächtiger Gartenteil. Ich freue mich immer noch jedes Mal über die Pflanzung und auch wenn sie heuer etwas wilder und üppiger ist (Dynamik lässt grüßen!) so ist dieser Gartenteil immer noch geordneter und einheitlicher als Hochstaudenbeete, die, wenn etwas kippt, dann doch größere Eingriffe erfordern.

Hier noch einmal das Magerbeet, im Hintergrund Mamas Glashas. Das einzige Ärgernis heuer war Achnatherum calamagrostis, das Gras in der Mitte: Nachdem es in den vergangenenrn Jahren vom Austrieb bis zum Rückschnitt ein Jahr später ohne Ausnahme, mit jedem einzelnen Halm standfest und stabil war, kippte es heuer gleich im Juni um und zwar zur Gänze. Keine Ahnung, was der Grund war, aber ein Teil liegt heute noch herum. Leider habe ich zu spät gelesen, dass ein Radikalrückschnitt noch im Juni nicht nur einen Neuaustrieb, sondern sogar neue Blüten fördert... ich werde im Frühling mal mit dem Spaten rundherumstechen und den Wurzelraum verkleinern, aber eigentlich hätte ich gehoffe, der magere Stand würde das Problem beheben (ich kenne es von anderen Stellen im Garten).

Etabliert und bewährt hat sich auch die Buchenhecke entlang der Grundgrenze. Nach nun drei Jahren ist regelmäßiger Schnitt notwendig, damit sie meinen Beeten nicht das Licht nimmt.

Erfreut bin ich auch vom Reitgras Calamagrostis x acutiflora 'Karl Foerster'. Es wächst so straff aufrecht, dass ich lange Zeit die Befürchtung hatte, es könnte zu steif und unpassend für meine Beete sein. Wenn man es aber mit Wildwuchs mischt und allerlei anderes dazwischen wachsen lässt, verliert sich die strenge Wirkung und es ist durch und durch schön.

Die Schattenbeete haben sich auch heuer wieder als die pflegeleichtesten Bereiche des Gartens entpuppt. Es hat eben seine Vorteile, wenn Pflanzen von selber einziehen, Kleines von Großem geschluckt wird und kaum eine Pflanze so viel Biomasse produziert, dass man sie im Frühsommer oder danach zurückschneiden müsste. Es reicht also im Grunde ein hochsommerlicher Pflegedurchgang, um ein Schattenbeet in Schwung zu halten - diesen Schnitt schaffe ich in keinem anderen Gartenteil.

Echinacea und Verbena hastata sind gute Partner und sehen auch lange nach der Blüte noch gut aus. An dieser Stelle - der Südseite eines schon lange bestehenden Beetes - habe ich schon ein paar Jahre lang herumgewerkt, bis sich nun endlich ein paar Stauden entwickelt haben. Manchmal klappt es eben nicht gleich, auch wenn es keinen ersichtlichen Grund dafür gibt.

Gut geklappt hat es, wie eingangs erwähnt, mit dem Phlox - zumindest, bis es wirklich heiß wurde, jetzt haben fast alle Pflanzen Mehltau und ich werde sie schrittweise schon jetzt zurückschneiden. Dieses Problem haben wir sonst nie.

Zuverlässig ist der Juli-Effekt des Sommerstaudenbeets, das ich 2011 angelegt habe. In den sieben Jahren, die es nun besteht, hat sich einiges verändert, viele Pflanzen sind verschwunden und andere haben sich als robust und ausdauernd erwiesen. Das sind einerseits die beiden Wasserdost, weiß und rosa, aber auch der Knöterich im Vordergrund. Dazwischen schweben Hanfblättrige Malve, Althaea cannabina, und Weidenröschen, Epilobium angustifolium, in Rosa. Ergänzend kommend Phlox und Rudbeckia nitida im Hintergrund dazu. Leider ausgeschieden sind die Monarden, sie sind hier leider immer recht kurzlebig - und Sanguisorba wäre auch noch da, ist aber am Bild gerade nicht zu sehen.

Und das letzte Bild zeigt etwas Seltenes: Wir gießen ganz, ganz selten die Beete. Aber heuer hat mir der Wasserdost dann doch leidgetan... und während ich in Urlaub war, haben meine Eltern da und dort durstenden Pflanzen etwas geholfen. Ich bin mir nie sicher, ob punktuelles Gießen wirklich hilft - aber es beruhigt zumindest das Gewissen etwas ;-).

Und nochwas: Irgendwie scheints, als ob ich im Sommerhalbjahr nicht mehr so oft an den Computer käme, wie es mir eigentlich gefallen würde... und aus Bequemlichkeit habe ich in letzter Zeit auch eher auf Instagram Bilder gezeigt, weils schneller geht. Wer Vorbehalte gegenüber dieser Seite hat, kann übrigens trotzdem, auch ohne Anmeldung, reingucken (klick).

Mit den kürzeren Tagen wird aber auch hier im Blog wieder etwas mehr los sein. Ein kleiner Vorgriff noch in eigener Sache, es wird auch noch einen Post dazu geben: Am 23. September laden wir zum Tag der Offenen Gartentür. Es ist unser erster Herbsttermin und wir freuen uns auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher!

Kommentare:

  1. Ich liebe Althea cannabina. Eben wegen der Leichtigkeit. Dieses Jahr hatte ich allerdings Pech. Ein sehr kräftiger Regenschauer nach der monatelangen Trockenheit hat sie umgedrückt. Die Triebe liegen immer noch am Boden, ich werde schon schneiden müssen.

    AntwortenLöschen
  2. Dein Garten ist ein absoluter Traum!! Überhaupt das Magerbeet! Genau soetwas möchte ich in meinem Garten auch. :)
    GLG, Andrea
    Pebbles and Blooms

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Katrin,
    Du hast mir in der Bloglandschaft gefehlt. Ich wollte Dir schon schreiben und fragen, ob vielleicht ein kleiner Mensch die Stauden verdrängt hat. Aber nun bist Du ja wieder da. Das mit dem Achnatherum calamagrostis ist mir auch auf armen Standort passiert. Ich habe es rausgeschmissen. Ähnlich sieht Calamagrostis varia aus, und ich bin sehr zufrieden mit der Standfestigkeit.(https://www.wildstaudenzauber.de/Stauden/calamagrostis_varia.htm)
    Liebe Grüße, Jochen

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Katrin,
    endlich ein Lebenszeichen ... und Bilder :-)Hab mir schon Sorgen gemacht!
    Althea cannabina wächst seit einigen Jahren auch in meinem Garten. Aber ich glaube, ich gieße zu viel, denn es liegt flach am Boden. Sollte ich es evtl. an einen trockeneren Standort pflanzen?
    Genauso verhält es sich scheinbar mit Acanthus hungaricus. Er steht in einem Beet mit Pflanzen, die relativ viel Wasser benötigen. Eines Tages lagen seine schönen Blütenstände flach am Boden. Nachdem wir ein paar Tage im Urlaub waren und niemand gegossen hatte, standen sie schon wieder halb aufrecht. Inzwischen fehlt nicht mehr viel und sie sind wieder gerade.
    Viele Grüße
    Beate

    AntwortenLöschen
  5. Es war aber wirklich auch ein klasse Sommer finde ich.Ein toller Urlaub im Wellnesshotel Meran ,super Wetter und Sonne satt.Nur ein bisschen trocken war es, mag es grüner ein bisschen lieber.LG Beate

    AntwortenLöschen
  6. Hallo Katrin,
    ach schön, dass Du vergleichsweise mit etwas gießen ausgekommen bist, und in Deinem Garten trotzdem so wundervolle Bilder entstanden sind!
    Der Wasserdost lebt bei uns sowohl im Schatten auf dem Nordhof, als auch vor der Hecke und auf dem heißen Südhof. Geregnet hat es bei uns kaum, aber diese Stauden haben erstaunlich gut geblüht. Ganz erstaunt bin ich über unsere Wegwarten auf dem Südhof. Die sind zwar kleiner als sonst, blühen aber wohl noch länger nach. Unsere selbstgezogenen Wildrosen, die kaum Erdreich zum Wurzeln haben, hatten trotz des letzten regenreichen Sommers am Totholzhaufen fürchterlich gelitten. In diesem Jahr kamen sie erstaunlich gut ohne wässern mit dem Extremsommer klar. Ich habe nur die Kübelpflanzen sporadisch gewässert. All' die anderen Pflanzen waren sich selbst überlassen. Es wird bei uns noch vieles eingehen - vor allem die Immergrünen Gehölze. Der Schneefelberich kam im hinteren Teil des 'Gartens' so gut wie gar nicht zur Blüte, und fast alle Farne sind vertrocknet. Gut, dass ich in diesem Jahr den ehemaligen Garten noch nicht in Angriff genommen habe. Der Winter bringt es wahrscheinlich erst an den Tag, was eventuell überleben kann …
    Im Garten meiner Mutter ist sogar eine 3m hohe Eberesche vertrocknet, eine ca. 40 Jahre alte Muschelzypresse ist total hin, die Sternmagnolie trägt kaum noch Blätter und die Rhododendren sind an einigen sonnigeren Standorten teilweise vertrocknet. Gärten im Wandel ;-(

    Ich bin gespannt, auf Deine weiteren Berichte und welche Veränderungen sich bei Euch auf Dauer ergeben.

    LG Silke

    AntwortenLöschen
  7. Schöne Impressionen vom Gartensommer 2018. Wir hatten ein tolles Gartenjahr, leider haben wir auch viel verloren durch die Trockenheit. Selbst eine große stämmige Kiefer hat es nicht geschafft. Viele Grüße an alle Gartenfans.

    AntwortenLöschen