3. März 2016

Pflanzen am Naturstandort (1) - Leucojum vernum

In den hiesigen Augebieten wachsen - nicht überall, aber doch noch verbreitet - um diese Jahreszeit Frühlingsknotenblumen. Sie sind hier in der Bevölkerung als "Schneeglöckchen" bekannt, wohingegen Galanthus als "echte Schneeglöckchen" bezeichnet werden - und stets als besonderer, weil seltener und weniger wüchsig empfunden werden.

Leucojum vernum bedeckten in unserem Tal früher die Böden aller Auwälder, feuchten Hänge und Streuobstwiesen. Mit der Entwässerung dieser Feuchtwiesen, dem exzessiven Ackern und Düngen, sowie der immer häufigeren und früheren Mahd der Wiesen wurden diese schönen Vorfrühlingsblüher weitgehend verdrängt. Am Rande alter Gärten - wo sie schon immer gerne gehalten wurden - entlang von Hecken, Obstwiesen und eben in den unberührten Bereichen der Au findet man sie da und dort noch immer in großer Zahl.

Erstaunlich ist dabei ihr variantenreiches Auftreten: Exemplare mit gelben Punkten, mit grünen Punkten, mit mehreren Blüten an den Stängeln, mit breitem Laub und schmalen Blüten oder sogar gefüllt wirkende Pflanzen sind zu finden.

Sie schätzen feuchten bis nassen Boden, der zumindest im Frühling nicht zu trocken sein sollte und nahrhafte Böden. In trockenen Lagen halten sie lange durch, werden aber nie so üppig. Sie stehen unter Naturschutz, weshalb man sie zur Ansiedlung besser von Gartenfreunden beziehen sollte oder jemanden mit reichem Vorkommen um Ableger bittet. Die Zwiebeln, die man im Herbst oft bekommt, gehören die Leucojum aestivum, einer anderen Art, die später im Jahr blüht.

Diese lose Serie soll Pflanzen der Region zur jeweiligen Blütenzeit mit Bildern von ihren Naturstandorten zeigen.









Kommentare:

  1. Wie schön!!!! Schade, dass es leider nicht mehr so viele Naturstandorte gibt!!
    Viele Grüße von
    Margit

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  2. Das ist ja eine üppige Vorfrühlingswiese. Wunderschön. Wir sagen zu diesem Frühblüher "Märzbecher" oder "Märzenbecher" - Schneeglöckchen sehen wiederum ein wenig anders aus, schlanker in der weißen Blüte.
    Ich gehe auch auf die Pirsch nach den ersten Frühblühern, da freu ich mich schon auf den Lerchensporn oder auch auf das Scharbockskraut - oder, wenn ich es zeitlich hingekomme auf eine Wanderung zu einer Schachbrettblumen-Wiese. Danke für die schönen Fotos.
    LG Heidi

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  3. Wie wunderwunderschön doch solche Bestände sind, hier in Brandenburg gibt es das wohl leider nicht mehr, aber das ist schon der zweite Bloggerbeitrag aus Austria, der Märzenbecher zeigt.Und du sagst es: Selbst in meinem Garten halten die Tuffs durch, weil ich für sie eine feuchte Ecke des Gartens gefunden haben. Ich bin begeistert über deine Fotos...merci!
    LG
    Sisah

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  4. Das sind aber ganz besonders üppige und schöne Märzbecher-Felder! Ich war am Wochenende auch wieder in einem Märzbecher-Gebiet wandern - es ist einfach zu schön und so kostbar!
    Viele Grüße von Renate

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  5. Üppige Bestände! Freu mich über Deine Bilder. Daß es verschiedene Formen gibt, ist mir bislang noch gar nicht aufgefallen. Darauf muß ich beim nächsten Gang in die Natur mal achten. Bei uns gibt es auch ein größeres Vorkommen des Märzenbechers (https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4rzenbecherwiesen_im_Polenztal). Zu Ostern werden sich wieder Menschenmassen da durchschieben. Aber zum Glück gibt es auch jenseits der Grenze in Böhmen einige stattliche Vorkommen, wo man quasi alleine ist. Schönen Gruß von Tobias

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