9. Februar 2015

Was dieses Jahr im Garten ansteht

Nicht erschrecken, die Bilder sind nicht von heuer - ich habe sie gefunden, als ich letztens (und vielleicht kennen das auch andere, die ab Mitte Jänner langsam Vorfreude auf den Garten bekommen) in den Fotos vom letzten Frühling herumgeklickt habe und innerhalb wenigen Minuten unendlich viele Ideen hatte, was denn nun eigentlich sofort gemacht werden sollte, wenn es denn bloß schon so weit wäre.

Denn genau daran scheitert es: Im Moment liegt Schnee, aber nicht Mengen winterlichen Ausmaßes, die man beglückt fotografieren und zufrieden durchstapfen könnte, sondern grad ein paar langweilige Zentimeter, die Gartenarbeit unmöglich machen und für ein schönes Landschaftsbild zu wenig sind. So graut der Garten langweilig vor sich hin und ich klicke mich durch die letzten zehn Jahre Frühlingsfotos, was die Sache nicht besser macht. So gab es nicht wenige Frühlinge, an denen ich um genau diese Zeit schon den Rückschnitt angehen konnte... was mich natürlich nicht gerade geduldiger stimmt.



Ich habe daher eingelenkt und mir eine kleine Liste erstellt; mit Dingen, die ich im Laufe des Gartensjahrs unbedingt erledigen möchte. Vielleicht erhöht sich so die Chance, dass das wirklich der Fall sein wird und für den Blog ist es ein wichtiger Beitrag ganz im Sinne meiner Ideen vom Beginn des letzten Jahres (ja, auch da habe ich herumgeklickt, diese Wintertage aber auch...), wo ich mir ganz vernünftig überlegt hatte, mehr Authentizität zu bloggen, was bedeuten sollte: Mehr gescheiterte Beete, mehr verunkrautete Flächen, mehr verlorene Gestaltungsideen, mehr Ecken, wo man sich denkt, aber hallo, das soll geplant sein?

Dieses Vorhaben ist, ich erinnere mich noch an die ersten euphorischen Ansätze, an den vielen schönen Motiven, die der Garten zu bieten hatte, gescheitert. Tatsächlich gibt es im Garten eine Menge Ecken, die kein Bild wert sind, nicht einmal ein paar digitale, zur Genüge vorhandene Bits und die ich daher nie, auch nicht in Ansätzen, fotografiert habe. Das ist schade, denn jetzt hätte ich sie brauchen können, aber ich filtere sie offenbar aus, sie üben keine Reiz aus, wenn ich mit dem Fotoapparat - es müssen wohl einige hundert Male gewesen sein letztes Jahr - vorbeitigere.

Daher wirkt das jetzt alles recht unrealistisch und ihr müsst meinen Worten glauben, wenn ich zu verbessern plane, was auf den Bildern irgendwo winzig zu sehen ist. Das Bild oben jedenfalls soll mich daran erinnern, dass ich große Horste von Schneeglöckchen unbedingt teilen sollte; noch öfter, als bisher und noch rascher als zuletzt und überhaupt, Galanthus wachsen prima und vermehren sich sehr viel schneller, wenn man das tut, weshalb das meine erste Tätigkeit sein wird, wenn der Schnee weg ist. Ein realistisches Ziel :-).



Weiters möchte ich - am besten noch im Winter, also bevor es so sprießt wie am Bild - die Hecke links deutlich auslichten. Wie man erkennt, ist das ein ziemliches Gewirr an Ästen unterschiedlichen Alters und auch wenn ich dort Schatten brauche, es wird im Sommer zu finster dort und außerdem gehört die Hecke verjüngt. Ich arbeite nun schon seit Jahren daran, aber heuer könnte ich es schaffen, endlich die gesamte Hecke verjüngt zu haben.



Dieses Beet - oder besser, die Begründung, warum mit diesem Beet etwas passieren muss - ist meinem inneren Bildfilter zum Opfer gefallen. Leichtsinnigerweise habe ich dort erste Anfänge von Giersch unbeachtet gelassen ("Der hat dort zu wenig Licht und wird vergehen. Ganz sicher.") und darauf vertraut, dass er von selbst verschwinden würde (darauf sollte man nun wirklich nicht vertrauen, aber es hätte ja sein können. So dunkel, wie es dort im Sommer ist, zwischen an den hohen Stauden... Das war dem Giersch jedenfalls sehr egal und er durchwandert nun schon mehrere m² des Beets und ich werde ihn nie mehr ganz entfernen können. Aber zumindest eindämmen, das werde ich versuchen.


Mit mehr Freude und mit produktiveren Arbeitsschritten verbunden ist mein nächster Plan: Ich möchte viele kleine Sämlinge, die irgendwo aufgehen und freudig begrüßt werden, vom grünen Schlund des Gartens retten und in kleinen Töpfen oder besser - Styroporboxen! - heranziehen zu kräftigen, robusten Stauden, die in meinen Beeten größere Überlebenschancen haben als ihre kleinen Alter Egos.

Was das Bild da oben nun damit zu tun hat? Wer genau schaut, sieht im linken vorderen Bildteil, am Rand des Beets und damit in Klingenreichweite des Rasenmähers, einige kleine Frühlingsplatterbsen aufgehen. Lathyrus vernus sind allerliebste Pflanzen und nachdem ich nun schon Jahre damit verbringe, hübsche Farbvarianten aufzukaufen, sollte ich wirklich mehr Sorge für die winzigen Sämlinge tragen, die ganz sicher in allen Farbschattierungen blühen würden - wenn sie denn je dazu kämen.

Der hiesige Supermarkt jedenfalls hat mit leichtem Befremden den ersten Schritt für mein Vorhaben unterstützt, indem er mir Isoboxen zur Verfügung stellte, in denen der Fisch angeliefert wird ("Könnte ich bitte... *erklär, blabla...*" - "Die haben aber Löcher!" - "Macht nichts." - "Die haben auch keine Deckel mehr." - "Macht nix, brauche ich nicht." - "Wieviele wollen Sie? Eine?" - "Alle, die Sie haben." - "Zwei?" - "Gibts nicht mehr?" - "Naja schon,....").



In der Literatur öfters verschwiegen und auch sonst nicht sehr bekannt - wenn die Winter nicht zu kalt sind und man düngt und öfter mal umpflanzt, können Epimedien sehr gut in Töpfen gehalten werden. Das ist gut für Leute wie mich, die kalkmeidende, asiatische Epimedien sammeln, die in herkömmlichen Staudenbeeten leicht untergehen, überwachsen werden oder den Schnecken zum Opfer fallen und die gleichzeitig einen vollschattigen Innenhof zur Verfügung haben, der asiatische Epimedien mit null Ahnung vor heimtükischen mitteleuropäischen Wintern samt ihren fiesen Warmphasen und ausgeprägten Spätfrostereignissen haben aufgrund des Lichtmangels schön einbremst.

Dort kann ich solche Epimedien  prima aufpäppeln und entweder im Topf lassen oder zur Gänze oder zum Teil auspflanzen, sobald sie groß genug sind. Man muss sie nur rechtzeitig retten und genau das möchte ich mit ein paar von ihnen heuer machen.


Das nächste Vorhaben ist so alt wie meine Gartenteile. Ich weiß nicht, ob ich es jemals werde zur Großteil umsetzen können, dabei wäre es so vernünftig: Pflanze pflanzintensive Stauden, die du eigentlich dort nicht haben willst, die aber trotzdem auftauchen, bezeiten um. Siedle sie aus, gib ihnen schöne Plätze, verschenke sie, rode sie, jäte sie, lege neue Beete für sie an... aber denke nicht, sie hätten Platz. Hoffe nicht, es ginge sich aus und warte vor allem nicht, bis sie so groß sind, dass etwas anderes schon ihretwegen verstorben ist. Greife rechtzeitig ein.

Findet jemand das störende Element am Bild oben? Richtig - jeden Menge Schattenstauden, eine Peltoboykinia, ein hübscher Polystichum setiferum 'Herrenhausen', ein wundervolles Epimedium, sehr hübsches dunkelblättriges Habichtskraut - und dazwischen ein sehr gewöhnlicher, aber natürlich netter Wiesenstorchschnabel, überhaupt, Storchschnabel. So eine schöne Pflanze. Was das Problem ist? Das Bild oben ist von Mai - und im September war das Geranium fünfzehnmal so groß. Ich hoffe, alles rundherum lebt noch. Und ich lerne daraus. Auch andersherum: Pflanze nie ein Geranium in den Schatten. Es wächst dort nicht. Außer natürlich, es ist von selbst dort aufgetaucht.



Hier gibt es nicht viel zu berichten. Der Acanthus hat meinen Filter überbrückt und ich habe ein Bild geschossen, von einem Beet, das voller Unkraut ist. Der Dreiklang Acanthus - Hemerocallis - Phlomis ist fast unsichtbar und was wie eine charmante Wiese aussieht, ist ein Chaos aus allem, was so von selber aufgeht. Dort werde ich schlicht renovieren müssen, dann wird es wieder ein schönes Beet.


Und mein bislang letztes Vorhaben für heuer ist ein Plan, den ich wohl leichter umsetzen kann: Verwende mehr Astern! Astern sind schön und jeden September und Oktober bemerke ich, dass alle mehr Aster haben als mein Garten, überall wachsen sie, die Bienen freuen sich und ich sammle Namen und Sortenbezeichnungen von schönen Exemplaren.

Pflanze sie schon im Frühling!

Und lege neue Beete an.

Aber dazu später im Jahr mehr.

Guten Start in den Frühling! Kommende Woche geht es los :-).

Kommentare:

  1. Guten Morgen,

    ich fand Deinen Eintrag jetzt wirklich sehr authentisch - vermutlich hat jeder Ecken im Garten, wo man noch einiges tun müsste und die man dann zugunsten der gelungeren Flecken ausblendet. Die Hoffnung, irgendetwas würde sich *von selbst* erledigen, kenne ich gut (und auch die später einsetzende Enttäuschung und den Ärger auf sich selbst, wenn das natürlich nicht einritt...).

    Ich lebe im Allgäu, hier hat es derzeit 50 cm Schnee und in diesem Winter war der Garten innerlich so weit weg von mir wie noch nie. Aber jetzt wird jeder Morgen etwas heller und ich spüre schon, wie es in den Blumenzwiebeln, Wurzeln und Stauden unter Schnee, Eis und Erde arbeitet. Ich freue mich auf das kommende Jahr und Deinen Blog!

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  2. Ach tut das gut ;-) Ich kann mich noch an meine Vorhaben erinnern, die ich wohl nahezu zeitgleich im letzten Jahr für mich formulierte …
    Allerdings ich habe diese schaurig-'schönen' Bilder von unserem Garten. Muss aber auch gestehen, dass die verdammt schwer zu fotografieren sind. Im Vergleich zu anderen Ecken brauche ich dafür diverse Anläufe, bis ich überhaupt mal auf dem Foto ansatzweise erkennen kann, was mir das Foto eigentlich verdeutlichen soll.
    Doch meine Pläne schraube ich nun immer weiter zurück, denn sie bleiben oftmals sehr ähnlich. Und meist bewege ich mich dann leider nur in Babyschritten durchs Gartenjahr, da es immer wieder genug Umstände gibt, die das Erhalten der vorhandenen Pflanzen bzw. das in Form halten der Gehölze oftmals schon zu einer fast unlösbaren Aufgabe machen.
    Aber trotzdem gibt es im Frühjahr immer wieder den besonderen Kick, dass das und das und vor allem auch das in Angriff genommen werden sollte ;-)
    Na dann viel Spass beim Pläne schmieden!
    LG Silke

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  3. Das klingt nach einem tollen Plan, den ich mit Freude auf deinem Blog verfolgen werde. Vielleicht bietet sich ja auch die ein oder andere Gelegenheit, ein paar deiner Tipps bei uns zu zeigen, da würde ich mich sehr freuen. Liebe Grüße, Maral von "Mach mal"

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  4. Hallo, liebe Katrin,
    das hast Du, wie immer sehr schön geschrieben und viele Deiner Gedanken sind auch die meinigen. Bisher habe ich mir immer während der Blütezeiten aufgeschrieben, was ich verändern möchte und dann im nächsten Frühjahr manchmal nicht mehr gewußt, warum eigentlich. Deine Idee, da mal Bilder zu machen, werde ich in diesem Jahr verwirklichen.
    Jetzt kann man leider kaum was machen. Mal ein bisschen Schnee und dann wieder fast Frühling. Heute sind es +7°C bei uns in Nordost-Deutschland. Bald werde ich mit der Aussaat im Glashaus beginnen. Dann ist mir das Wetter egal.
    Liebe Grüße, Jochen

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  5. Ist doch herrlich, wenn man Pläne machen kann! Was davon umgesetzt wird... wir werden sehen! Spannend ist es allemal!
    Viele Grüße von
    Margit

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  6. Ich finde die kleinen Astern auch sehr hübsch und vorallem kommen sie jedes Jahr wieder ohne daß man viel dazu tun muß. Ich hab mal eine sehr rote Sorte gesehen, die mag ich sehr. Leider hab ich nicht die finanziellen Mittel, um neue Pflanzen zu kaufen, deshalb lege ich Wert auf mehrjährige Pflanzen.
    Das schöne am Winter ist, daß man vom Frühling und Sommer träumen kann. Und Du hast recht, man nimmt sich soviel vor, was dann aber in der Saison zeitmäßig gar nicht schaffbar ist.
    Ich nehme mir nichts mehr vor, mache alles so, wie ich Zeit und Lust habe. Das Schöne daran ist, daß dadurch manchmal Sachen wachsen, die vorher nie da waren. Und da ich großen Wert auf meine "Unkräuter" lege, weil die oftmals einen exorbitanten Gesundheitswert haben, lasse ich gern alles wachsen, wie es wächst. Ich habe dadurch so ungemein viel über Wildkräuter gelernt, das hätte ich nie für möglich gehalten. Und jeden Morgen gibt es davon einen Käutertee. Niemals mit einem käuflichen Tee zu vergleichen. Einfach herrlich. Es hat eben alles sein Gutes.

    LG Petra K.

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  7. Liebe Katrin,
    ein sehr wichtiger Satz "Greife rechtzeitig ein." Daran sollte ich auch öfter denken. Beim Acanthus habe ich das übersehen. Erst wollte er nicht wachsen, dann habe ich mich ein paar Jahre über die schönen Blüten gefreut - und dann hatte er plötzlich das ganze Beet übernommen. Halbherzig habe ich ihn verkleinert, aber aus jedem Wurzelfiezelchen wuchs eine neue Pflanze. Ein Jahr später war er wieder unübersehbar der Herrscher über das Beet. Im Oktober habe ich dann radikal eingegriffen und den schönen Acanthus ganz entfernt, sprich: Alle Stauden ausgegraben, Zwiebeln gerettet und den Boden durchwühlt wie ein Maulwurf. Alles neu eingepflanzt. Und ich hoffe, im Frühling taucht nirgends mehr ein Acanthusblatt auf! Geranium Tiny Monster ist auch so eine Kandidatin: Blüht so schön, unermüdlich - und plötzlich gehört ihr das halbe Beet. Und erst die Astern: Wie groß die Freude, als die Horste immer größer wurden, die Blüten immer mehr. Und ja, dann waren sie nicht mehr zu bändigen. Ich habe mir fest vorgenommen, solche Zustände nicht mehr zuzulassen. Rechtzeitiges Eingreifen spart in Summe viel Arbeit - und auch Geld. Denn kleinere Pflanzen verschwinden dann plötzlich im Dickicht auf Nimmerwiedersehen.
    Ich überbrücke das Warten auf die Arbeit draußen mit Aussaaten von Chilis und frühen Tomaten und allerlei anderem Gemüse. Das hilft!
    Liebe Grüße, Margit

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  8. Liebe Katrin, da hast Du ja richtig viel zu tun, wenn endlich der Frühling kommt. Bin schon gespannt, wie es weitergeht.

    lg kathrin

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  9. Neues aus meinem ÖE-Lieblingsgarten!
    Jaja, die Pläne, es ist wunderbar sie zu schmieden und wenn man einen Teil davon schafft freut man sich umsomehr.
    Und genauso ist es, wehret den Anfängen. Ich bin immer noch Gierschlos, fast wäre es anders gekommen, als ich die geschenkte Zwetschgeniris im Frühjahr austreiben sah, völlig verwurzelt mit dicken Polstern Giersch als Zugabe aus dem Privatgarten.
    Bei uns liegt noch soviel Schnee, dass ans Gärtnern nich lange nicht zu denken ist.
    Lg Carmen

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  10. schöne Pläne und vieles zu tun wünsche Dir genug Zeit und Platz für alles!
    Und mit Giersch habe ich mich auch anfreunden müssen, er wuchs in alten Gehölzen , begrenzt durch eine Rasenfläche.
    Die ersten Jahre habe ich mehrfach gejätet, aber irgendwann war er immer wieder schneller , da als ich Zeit hatte!
    Nun habe ich mich mit ihm arangiert, setzt Faren und Aster, viel Akeleien, Katzenminze alles was wuchert dazu , mal mähe ich ihn mit dem Trimmer ab , bevor er sich versamt!.
    Aber er breitet sich nicht weiter aus, da ich ja die den rasen daneben Mähe und das mag er nicht!!
    Grüße von Frauke
    Inzwischen

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  11. liebe Katrin,

    und wieder ein wunderbarer Beitrag. Ich hab mich oft wiedergefunden, am meisten beim Heckenauslichten. 4 Jahre habe ich den Schnitt meiner Buchenhecke am Gartenende vor mir hergeschoben. Wie sich das gerächt hat, aus den dünnen Ästen sind oberarmdicke geworden, ich konnte derer statt mit Schere nur noch mit der Säge Herr werden.

    Auch das Wort "rechtzeitig" müßte ich mir bei jedem Betreten meines Gartens ins Gedächtnis rufen. Ich werde mich dieses Jahr bemühen, erfordert aber bei meiner Gartengröße einige Disziplin.

    Liebe Grüße
    Lisa

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  12. Liebe Katrin,

    da hab ich mich grad wieder erwischt, wie ich beim Lesen genickt und "ja, genau!" gemurmelt habe. Rechtzeitig einzuschreiten spart definitiv Arbeit! Werd ich auch dieses Jahr wieder zu beherzigen versuchen :-D
    LG, Christiane aus dem Gartl

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