10. Januar 2015

Eindrücke vom (kurzen) Winter

Nicht mehr ganz aktuell, aber wer weiß, ob sie das diesen Winter jemals wieder werden, sind die Bilder vom Anfang des Jahres. Wir hatten fast 40cm Pulverschnee, der so fein und unklebrig gefallen ist, dass keine Stauden geknickt, sondern sich wie eine Decke zwischen sie gelegt hat. In Verbindung mit der Sonne hat das ganz zauberhafte Effekte ergeben, die von Papa in aller Frühe eingefangen werden konnten (vielen Dank dafür!). Sie sind ein weiterer Stein in meiner Sammlung der Argumente, die für einen Rückschnitt erst im Frühling sprechen.

Klarerweise habe auch ich im Herbst einen Rückschnittdurchgang duchgeführt und all das zurückgenommen, das schlapp und hässlich in den Beeten herumgelegen ist. Zurück blieben alle stabilen, straff aufrechten Stauden, die auch als Strukturgeber taugen und ohne Probleme bis zum Frühling durchhalten.


Dieses tolle Gras ist einfach so im Beet aufgetaucht. Ich konnte mir seine Herkunft nie ganz erklären, bis ein kundiger Besucher diesen Sommer auf mein Achselzucken zum Namen die klärende Frage stellte: Ob ich denn irgendwo Schilf hätte? Na klar habe ich, im Teich - und wenn Schilf keinen Teich hat, bleibt es klein und gedrungen, wächst ganz geziemt und bildet im Beet das ganze Jahr über einen Blickfang. Gut, dass es sich ausgesät hat - auf die Idee, Schilf in Beeten zu verwenden, wäre ich nämlich im Leben nicht gekommen.

Reste von Helenium, Agastachen, Phlox und Artemisia abrotanum - hohe Stauden sind ein halbes Jahr lang für den 3D-Effekt im Garten verantwortlich. Die paar Sämlinge, die dafür auch auftauchen, verkrafte ich - und topfe sie, verschenke oder verpflanze sie an Stellen im Garten, wo noch keine Agastachen wachsen.

Wer würde denn bei so einem Anblick noch ein leeres Beet haben wollen? Leucanthemellas verlieren ihre Blüten nicht, sondern diese verwelken zu kleinen Mini-Abbildern ihrer selbst, die wie kleine braune Winterblüten in der Sonne leuchten. Dazu die Knöpfe der Monarden und im Hintergrund die Blütenstände der Molinias, die wie kleine Perlenschnüre im Licht glitzern.

Molinia arundinacea 'Transparent' wird immer eine goldbraune Herbstfärbung nachgesagt - wohl wahr, sie bleibt sogar bis in den Frühling hinein bestehen, was in einer farbarmen Umgebung wie Tiefschnee natürlich besonders schön wirkt.

Agastachen, Reste von Phlox und die kleinen schwarzen Blütenknöpfe von Kalimeris incisa 'Madiva' - Sommerastern sind wahre Helden im Staudenbeet, ohne jegliche Pflege, Rückschnitt, Anbinden oder sonstiges zieren sie von der Blüte im Juni bis zum Rückschnitt im Spätwinter; welche Staude kann das schon 9 Monate von sich behaupten?


Nochmal das Schilf, weil es gar so schön ist :-)

Und als Abschluss Deschampsia flexuosa (vermutlich), dessen Blattschopf sich als Hügel unterm Schnee abzeichnet.

Kommentare:

  1. Herrliche Winterbilder Katrin!
    Ich hoffe ja, es gibt noch mal Schnee - mir war es noch zu kurz!
    Viele Grüße von Renate

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  2. Wow, echt toll! Ich hab aus Zeitmangel dieses Jahr das meiste stehen lassen und bin auch recht glücklich damit - aber Schnee gab es hier nur zwei Tage und so schick wie bei Dir war es nicht!
    Khendra

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  3. Schöne Fotos! Vielleicht haben wir Glück und wir kriegen nochmal Schnee - aber bitte nicht erst Ende März... Lieben Gruß Lisa

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  4. Hallo Katrin,
    Gräser im Schnee sehen einfach nur wunderschön aus. Ich schneide auch fast alles erst im Frühjahr. Nur leider hatten wir noch kaum Schnee um solche tollen Fotos zu machen.
    Liebe Grüße
    Dagmar

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  5. Das sind wirklich wunderschöne Winterbilder!

    lg kathrin

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  6. Wunderschöne Bilder, Katrin! Ich schneide auch immer erst im Frühling zurück, nur in diesem Jahr musste ich eine Ausnahme machen, weil ich so vieles teilen und umpflanzen musste. Aber bei uns gibt es kaum einmal Schnee, da bleiben dann so schöne Bilder ein Traum. Doch auch ohne Schnee finde ich die Beete mit den abgeblühten Stauden schöner als kahle, weil schon geschnittene, Flächen.
    Liebe Grüße, Margit

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  7. Liebe Katrin, wie schön deine Winterbilder sind! Bei uns im Norden hat es noch gar nicht geschneit, aber durch den Sturm der letzten Tage sehen Gräser und Stauden leider ziemlich gerupft aus....da ist dein Winteraspekt wesentlich ansehnlicher.
    Lieben Gruß von Heike

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  8. Das sind einfach atemberaubende Bilder! Wunderschön!

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