3. Februar 2014

Geschlechterklischees im Garten

oder: Gärtnern Männer anders als wir Frauen?

Frauen und Männer im Garten, das ist für manche vielleicht ein schon leidiges Thema und ich bin wohl auch um einiges zu spät dran damit, denn es gibt massenhaft Literatur dazu (die ich, völlig unprofessionell - gerade, wenn man darüber auch noch postet - nicht gelesen habe). Ehrlicherweise habe ich lange überlegt, ob ich darüber schreiben soll, weil es eben ein komplexes Thema ist und in Bereiche vordringt, die weniger mit Gärten, als mit Lebensentwürfen, Wunschvorstellungen, Klischees und vermutlich auch Unterstellungen, Empfindlichkeiten und zu vielleicht sogar Zu-viel-drüber-Nachdenken zu tun haben.

Tatsache ist: Mich nerven Klischees, die in Gartenzeitschriften, Büchern und auch sonst gerne mal ausgepackt werden, sobald es um Männer, Frauen und deren Betätigungsfelder im Garten geht. Dass die kräftigere Person meistens ein Mann ist und fürs Graben von Löchern kürzer braucht und leichter damit klarkommt, ist für mich noch kein Klischee, sondern biologische Vorgabe. Dass es Frauen nicht notwendig haben, sich tagelang mit Muskelkater herumzuschlagen, nur weil sie aus Stolz lieber selbst mit der Motorsäge aktiv waren, ist zwar logisch, trotzdem gefallen mir solche Geschichten. Solange sie aber als Besonderheit gehandelt werden, haben sie auch einen unangenehmen Beigeschmack. Wie schon öfter hier gebloggt, arbeite ich gerne mit meinem Häcksler. Die besorgten Blicke von Passanten, Besuchern oder letztens dem Weinhändler, wenn ich mit dem Teil losziehe oder die Phasen am Starkstromkabel wechsle, sind jedoch absolut entbehrlich.

Das Klischee beginnt dort, wo in Frage gestellt wird, dass auch Frauen Löcher graben können und befragte Frauen mädchenhaft kichernd (Hilflosigkeit ist bei Frauen - nicht nur im Garten - kein Makel, sondern gilt als positiv, weil dann ein Mann einspringen und "retten" kann) auf ihre zweite Hälfte, in Gärtnerinnenkreisen gerne als GG bezeichnet, verweisen. Kein Wunder: Männer sind in Gärten, darüber herrscht in der Bevölkerung bis auf Ausnahmen Konsens, fürs Grobe zuständig. Sie bauen Sitzplätze, pflanzen Gehölze, legen Platten, fällen Bäume und pflegen den Rasen. Sie horten ein Sammelsurium von Gartengeräten, die häufig benzinbetrieben sind und neigen dazu, überausgerüstet zu sein.

Und Frauen? In Zeitschriften schnuppern sie gerne an Rosen und tragen dabei auffallend oft helle Kleidung (obwohl: Ein Buch zum Thema Männer im Garten zeigt als Titelblatt einen Mann, der mit weißem (!) T-Shirt einen (hihi) Gartenschlauch trägt. Naja, vielleicht bedeutet das ja was). Sie sammeln Duftpflanzen, malen Pläne und dekorieren gerne und viel; ihre bevorzugten Farben sind Pastelltöne und sie lieben weiße Gärten und lila Blüten zu rosa Rosen. Ok, ich übertreibe und vielleicht ist mein Blick auch schon einseitig geworden, aber fällt euch nicht auch auf, wie seltsam geschlechtergetrennt Gartenthemen aufgegriffen werden?

Blättert man durch Gartenvorstellungen oder schaut sich Sendungen an, wo Gärten vorgestellt werden, fällt mir immer als die Kleidung auf. Vielleicht liegt das daran, dass ich im Garten ausnahmslos verdreckt, zerzaust und mit erdverschmierten Knien anzutreffen bin und das vielleicht auch nicht grad der Norm entspricht, aber Anpacken und Dreckigwerden ist, zumindest in den für Medien aufbereiteten Gartensituationen, den Männern vorbehalten: In fast allen Fällen tragen sie ein praktisches Gartenoutfit, Jeans, Jacken, manchmal Kappen, öfters Pullis. Frauen hingegen - Blusen, Kleider, Sandalen, offenes, frisch geföhntes Haar, Schminke, lange Fingernägel. Nicht, dass ich etwas gegen solches Aussehen hätte! Aber es vermittelt ein falsches Bild, nämlich dass Durch-den-Garten-Schweben ausreicht, um einen solchen zu erhalten. Vielleicht schwitzen andere Personen auch weniger als ich, aber ich finde, solche Darstellungen gehen an der Kernaktivität des Gärtnerns vorbei. Sie sind sogar mitverantwortlich für die allgegenwärtige Forderung nach pflegeleichten Gärten. Das wäre einen eigenen Post wert. Es soll dazu eine Kolumne in der aktuellen Gartenpraxis geben und die warte ich noch ab.

Verbreitet ist auch die Meinung, Frauen würden verwunschene, verwinkelte und verspielte Gartenstile bevorzugen, wohingegen Männer lieber überschaubare, geordnete und mit klaren Formen begrenzte Gärten anlegen. Auch farblich soll man einiges erkennen können, so etwa würde die für Frauen völlig undenkbare Kombination zwischen Gelb und Rosa in Männergärten überdurchschnittlich oft anzutreffen sein.

Also ich weiß nicht. Auf Anhieb fallen mir etliche Gärten ein, bei denen es genau andersrum ist. Warum sollte auch so etwas Persönliches wie der Stil des Gartens ausgerechnet auf das Geschlecht rückschließen lassen? Und warum sollten Fragen der farblichen Abstimmung immer eher in weiblicher Hand liegen? Angeblich sammeln auch überdurchschnittlich mehr Männer mit akribischer Begeisterung fürs Detail Pflanzen (wie etwa Galanthus), während Frauen eher den haptischen und olfaktorischen Reizen einer Pflanze erliegen und Duftgärten anlegen, Katzenminzenrondelle pflanzen und weiche, fließende Formen bevorzugen.

Egal wie man zu diesem Thema steht: Es scheint ein zutiefst deutschsprachiges zu sein. In sämtlichen anderen Nationen, in denen Gartenarbeit zunehmend an Stellenwert gewinnt oder ihn immer schon hatte, sind Männlein und Weiblein gleichermaßen am Grünen und Blühen beteiligt und sicherlich legen die einen wie die anderen üppig romantische Gärten an und höchstwahrscheinlich auch streng formale, mit Farben, die sich beißen, Hecken, die mit schwerem Gerät bearbeitet werden müssen und Kiesgärten und Staudenbeete und Rasen, den man stundenlang mähen muss.

Angeblich tun gerade Letzteres Frauen weniger gern. Und wenn, dann nur, um ihre geliebten Pflanzen vor den unvorsichtigen Mähmanövern unsensibler GGs zu retten, die in Gedanken schon am Griller stehen - da winken die Klischees gleich reihenweise.

Wie gehts euch mit dem Thema? Das würde mich wirklich interessieren. Ist es vielleicht gar nicht so schlimm und ich  hätte die Postidee noch ein Jahr aufheben oder gleich in den elektronischen Mistkübel schnippen sollen?

Kommentare:

  1. also mein Mann hält sich komplett aus der Gartenarbeit raus... er geniesst den Garten lieber :o).... dass heisst ich trage beim Gärtnern jeweils ein bequemes weites T-Shirt, meine graue Werkelhose welche nebst Dreck auch viele Farbflecken vom Malen hat, denn auch da hält sich mein Mann raus... erstens, weil er nicht so der Handwerker ist, und vermutlich auch weil er weiss, mir macht sowas spass... in Handwerkerklamotten fühle ich mich einfach wohl....ich denke immer, wenn uns jetzt jemand zuschaut.... ich mit dem Schlagbohrer in der Hand, neben mir steht vielleicht noch mein GG mit nem Tässchen Kaffee in der Hand und schaut mir zu....

    Vor 2-3 Jahren bekam ich zum Geburtstag von meinen Eltern eine Schubkarre geschenkt, das fand ich toll, wussten sie doch, dass ich immer mal wieder am Buddeln und Sträucher umsetzen bin :o)

    diesen Frühling werde ich uns ein kleines Gemüse-Hochbeet aus Sandsteinen bauen... als wir die 2 Tonnen Steine geliefert bekamen, oder evtl. schon beim bestellen meinte mein Mann: aber du weisst schon, dass ich dir nicht helfe?? ja klar, kein Problem

    also ich fände mal ein Buch ganz toll, mit Gärtnern in schmutziger Wäsche, verschwitzt aber mit einem glücklichen Strahlen im Gesicht.... so sehe ich jeweils aus, nach ein paar Stunden gärtnern... müde, aber zufrieden

    Herzliche Grüsse
    Esti

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  2. Also ich kann mich Esti nur anschließen!!!! Auch ich bin die "Herrin" über den Garten (obwohl er meinem GG gehört)!!!! Er hält sich da auch komplett heraus! Nur ab und zu, wenn Frau einfach nicht mehr weiterkommt, wir er "angefordert"! Ansonsten findet man mich auch dreckverschmiert und verschwitzt in meinem 35 Jahre alten, roten Micky-Maus-Tshirt! Das ist übrigens mein "Kampf-Tshirt", in dem ich auch meine beiden Jungs zur Welt gebracht habe! Haha....
    Natürlich kenne ich auch meine Grenzen und dann hole ich mir eine professionelle Hilfe! Z. B., wenn es darum geht den Zaun neu zu setzen oder wenn der Baumschnit wieder mal überdimensionale Formen annimmt! Ansonsten schrecke ich auf vor kleineren Pflasterarbeiten, Kompost umschaufeln etc. nicht zurück! Im Gegenteil, in einer schweren gesundheitlichen Phase, habe ich als erstes den Kompost umgeschaufelt... danach ging es mir so richtig gut und ich konnte alles besser ertragen!
    Viele Grüße von
    Margit

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  3. Liebe Katrin,
    wenn ich deinen Post so lese, sehe ich viel Wahres darin und so manches wird mir durch deinen Post erst bewusst (wie das mit der Kleidung der abgebildeten Gärtnerin oder des Gärtners).
    Allerdings frage ich mich: Was würde ich tun? Käme nun einer dieser berühmten Gartenfotografen oder Gartenfotografinnen zu mir und sagt: Sie und ihr Garten kommen in mein neues Gartenbuch - würde ich mich dann in meinen dreieckigen verlotterten Gartenklamotten abbilden lassen? Wahrscheinlich nicht. Ich würde mich auch herrichten und versuchen hübsch auszusehen.
    Dass es so eine Geschlechtertrennung in der Gartenwelt gibt, hab ich eigentlich nur aus diversen Artikeln erfahren. Dass Gärtnern überhaupt von Männern betrieben wird, war mir von Kindheit her fremd. Bei uns war Gärtnern in absoluter Frauenhand - sowohl der ernährende Gemüsegarten, als auch der schmückende Blumengarten - und das in der gesamten Großfamilie.
    Und da haben immer die Frauen umgegraben, Wasser getragen oder den Mist vom Misthaufen mit der Schubkarre zum Garten gefahren …

    Ich selber lebe mit einer Frau zusammen. Wir gärtnern beide mit Leidenschaft. Eine von uns sammelt außerdem mit Leidenschaft Gartengeräte und liebt es auf ihrem Rasenmähertraktor den Rasen zu mähen.
    Vor ein paar Jahren hab ich meinen ersten Versuch gemacht zu pflastern - ich hab die Steine in der Schubkarre in den Garten gekarrt und obwohl ich echt kein holdes Weibchen bin, hätte ich da gerne einen männlichen Kraftprotz an meiner Seite gehabt, dem ich diese schwere Arbeit einfach aufhalsen hätte können.
    Eine Freundin von mir hat auch einen Garten. Sie liebt Rosen und Blumen und alles - aber die Arbeit muss ihr Mann machen. Sie zupft ein bisschen und schneidet ein bisschen, aber einen Spaten nimmt sie nicht in die Hand. Weil sie das nicht möchte.
    Ich denke, dass viele Klischees nicht von irgendwo her stammen und ich denke, dass man sich den Klischees absolut nicht beugen muss - besonders in der Welt des Gärtnerns nicht. Gerade da hab ich das Gefühl, dass mehr Gleichberechtigung herrscht als anderswo. Wenn ich meine gut bestückte Gartenbüchersammlung ansehe, sind fast 80 % der Bücher von Frauen geschrieben. Na gut - vielleicht greife ich lieber zu solchen Büchern, weil mir doch die Gartenstile die darin gezeigt werden mehr zusagen.

    Was ich also sagen will: Vieles was du schreibst ist wohl wahr, aber verwerflich wäre es ja nur dann, wenn es die Frauen daran hindern würde ihren eigenen "Garten"weg zu gehen in ihrem eigenen Stil. Ist es aber genau das, was die Frauen wollen (zumindest die meisten): das Verspielte, das Rosa, das Lila mit dem Weiß und das hübsche Aussehen, dann ist das für mich ok.
    Und - ich musste lächeln, als ich es las: Ich kombiniere auch kein knalliges Gelb mit Rosa (einzig das grüngelb des Frauenmantels darf überall dabei sein …..)

    Liebe Grüße und auf ein hoffentlich gutes Gartenjahr 2014
    Hilda

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    1. Ganz OT: Ich habe grad deine Blogs durchgelesen und beim Namen des Baumeisters kams mir schon komisch vor und auch die Bilder... und dann das Zitat mit dem Bauern und der Hütte, die auf eurem Grund stand... das ist ja hiesiger Dialekt! Und dann lese ich, wo du wohnst... keine 10min von mir weg! Vielleicht möchtet ihr ja zum Offenen Gartentag im Juni kommen?
      LG, Katrin

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  4. Diese Diskussionen finde ich immer wieder amüsant..... ich lasse mir gern im Garten von meinem Mann helfen, er ist einfach kräftiger und kann einen Strauch fixer versetzen, als ich es könnte. Und auch die Arbeiten mit der Motorsense übernimmt er, aber irgendwie entspreche ich dem Weibchen-Image dann doch nicht. Meine Fingernägel sind selten lackiert, die Haare meist zerwuselt und meine Klamotten strotzen jeder Beschreibung ;-))
    Und davon mal abgesehen, bei allen Dingen, die mit Computern, DVD-Spielern und ähnlicher Technik zu tun habe, streikt mein Mann und ich bin gefragt...
    Ich wünsche uns allen vergnügliche und vermutlich auch anstrengende Stunden im Garten!!
    Liebe Grüße
    Trudi

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  5. Hallo Karin, ich bin GG!
    (Ja, auch Männer lesen Deinen Blog!)
    Allerdings nur laut meiner Initialen, denn einen Gott hat mich meine Frau noch nie genannt!
    Ich kann Dir aber nur zustimmen! Ich amüsiere mich immer über diese Bilder und Darstellungen. Was außer Klischees und Werbung wird von den herkömmlichen Gartenzeitschriften (ich sag mal, mit Ausnahme der Gartenpraxis) den überhaupt verbreitet? Ich glaube nichts.
    Ich erinnere mich gerade an ein Bild einer glücklichen Familie im biologisch bewirtschafteten Gartenparadies. Wunderbar!
    Leider entspricht es selten der Realität. Zum Gärtnern gehört eine ausgesprochene Portion an Masochismus! Mit den Problemen und Rückschlägen ist man mehr oder weniger allein, aber die teile ich ohnehin nicht gerne.
    Natürlich schwebe auch ich am liebsten durch den Garten und ergötze mich an den Farben und Düften. Die Natur wird sich schon um alles kümmern! (Hab mir gestern übrigens ein weißes Hemd für meine Gartenführungen gekauft!)
    Ich kenne viele Pflanzensammler in meiner Gegend, Männer sind in diesem Bereich scheinbar besessener als Frauen. Ich eingerechnet.
    Daneben habe ich vielfach das Gefühl, dass Interesse an Pflanzen und Garten nur geheuchelt wird, weil es eben gerade "trendy" ist. Häufig dient der Garten nur als Fassade nach außen und nicht als genutzter Lebensraum, was er aber sein sollte.
    Den Rasen mäht meine Frau mit Leidenschaft. Auch die Pflegearbeiten obliegen hauptsächlich ihr.
    Beete anlegen und bepflanzen darf dafür ich, das werde ich auch nicht aus der Hand geben, solange ich mich durch den Garten schleifen kann!
    Die groben Arbeiten im Frühling wie Gehölzschnitt und Kanten stechen mache auch ich. Was wäre ich für ein Mann, wenn ich die schweren Arbeiten meiner zarten Frau überlassen würde?

    Gerhard

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  6. Dein Beitrag hat mich sehr zum schmunzeln gebracht. Die allgemeinen Klischees hast du sehr gut aufgegriffen. Schaue ich mich in den meisten Familien mit Garten um, scheinen die Klischees, zumindest in Deutschland, tatsächlich der Wahrheit zu entsprechen, was sich allerdings auch vom Garten ins Haus erstreckt. Ich kenne nur wenige Frauen, die selbst zur Bohrmaschine greifen.
    Im Garten ist es mir relativ egal, ob mir der Dreck bis zur Kinnlade steht, trotz Schminke und geföhnten Haaren ;-) und was die Nachbarn über mein Outfit denken, alle mal.
    Mir trug der Paketbote auch mal die bestellten Obstbäumchen direkt hinters Haus: "Lassen 'se mal, is doch viel zu schwer für Sie!" Guckte dann aber nicht schlecht, als er sah, dass ich die Pflanzlöcher selbst soeben eigenhändig ausgehoben hatte (was man sich anhand meiner bematschten Hose hätte denken können). Nein, ich fand es aber trotzdem sehr freundlich und hilfsbereich von ihm, wo man doch so oft über Lieferanten herummault.
    Nun überlege ich gerade, was ich NICHT selbst im Garten mache? Mir fällt ehrlich gesagt nichts ein und meine Bandscheiben sind, glaube ich, gleicher Meinung. Natürlich schreitet Mann ein, wenn er mich laut sch..... fluchend (weils eigentlich wirklich gerade anstrengend ist) im Garten antrifft. Allerdings mache ich auch gerade diese Arbeiten am liebsten, wenn ich weiß, dass ich meine Ruhe habe und nicht bemitleidet werde und komischerweise kann ich dann auch viel mehr.
    Einige Klischees treffen aber auch auf mich zu, die Pastelltöne, Duft und Rosen sind mir schon sehr wichtig, kenne jedoch auch Männer mit solchen Gartenvorlieben.
    Sehr breit grinsen musste ich über das elfenhafte Schweben in Bluse oder Sommerkleid durch den Garten... In der Tat, zu einem professionellen Fotoshooting mit einer Gartenfotografin, zog ich genau solch einen Fummel an. Warum? Weil fast alle Frauen so in den Gartenreportagen daher kommen. Aha ertappt! Nur mit dem elfenhaften Schweben hat es nicht funktioniert. Insgeheim wünschte ich mir meine olle Jeans und einen Spaten herbei ;-).

    Liebe Grüße

    Vera

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  7. Die Klischees kenne ich. Ich bin gelernte Landschaftsgärtnerin, klein und eher zierlich, d.h. jedes männliche Wesen bekommt einen gefühlten Herzinfarkt, wenn ich mit Motorsäge und Co. arbeite. Ich mache gern alles selber, lass mir auch gerne helfen. Damit meine ich aber wirklich helfen, nicht die Arbeit abnehmen lassen. Ich reiße mich aber nicht gerade ums Rasen mähen. Das ist mir zu langweilig. Großbäume und hohe Hecken schneiden ist auch nicht so meins. Da lass ich gern anderen den Vortritt.
    Ich kenne typische Klischee-Paare, aber auch andere. Wie immer ist die Welt nicht nur schwarz-weiß.

    Viele Grüße
    Eva

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  8. Hallo,
    jetzt geht es ans Eingemachte: Die Rollenverteilung in Haus und Garten. Um uns herum ist alles vertreten. Männer, die alles alleine machen. Frauen, die bei der Gartenarbeit weniger pinDer andere Nachbar kommt nur in der Garten, wenn schweres Gerät gefragt ist. Bei uns ist das mehr oder weniger gleichberechtigt. Wir sind beide gern im Garten und nutzen jede Gelegenheit, um uns im Garten zu beschäftigen. Bei einigen Arbeiten kann meine Frau aus gesundheitlichen Gründen die Arbeit nicht erledigen, da darf ich ihr dann assistieren. Ansonsten ist es besser wir arbeiten getrennt voneinander, denn wir haben in einigen Dingen unterschiedlicher Ansicht. Meine Frau hats gerne ordentlich, ich mag das leichte Chaos. Bei ihr müssen Pflanzen genug Abstand haben, mir können sie nicht eng genug stehen. Bei Neupflanzungen einigen wir uns irgendwie auf Pflanzen und Farben. Meine Frau mage gerne permanente Veränderungen, ich möchte den vorhandenen Pflanzen gerne noch eine zweite Chance geben. Aber so ist das ja auch interessant. VG Manfred

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  9. Ich freue mich über eure zahlreichen und so ausführlichen Kommentare. So wie die meisten das schildern, kenne ich es eigentlich auch: Arbeitsteilung und vernünftige Aufteilung der Aufgaben, je nach Körperbau und Talent. So sollte es ja auch sein.

    Dass manche verschwitzte und erdige, aber sehr glückliche Gärtner in den Hochglanzzeitschriften vermissen, stimmt mich froh. Die meisten sind ja mit Short, Jeans und Spaten unterwegs, das sollte vielleicht auch endlich mal irgendwo zu sehen sein. Vielleicht wirds ja noch ;-).

    Gerhard, du bist nicht ganz der einzige Mann, der hier mitliest, aber ich freue mich, dass du dich so ausführlich gemeldet hast! Wahrscheinlich mögen die meisten sogar die Klischees. Und Biogärtner sind dann gleich nicht mit weißem Hemd und Bluse unterwegs, sondern mit Strickjacke, daran dachte ich beim Beispiel der Bio-Gärtnerfamilie. Und von Rückschlägen, Schneckeninvasionen und Unkraut liest man sowieso selten was ;-).

    Also liegts in der Realität doch nicht so im Argen, wie man glauben könnte. Das ist schön :-)

    LG, Katrin

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