3. April 2012

Staudenmarkt in Berlin - Nachlese 2012

Etwas verspätet – erst musste ich nach Hause kommen und zumindest die meisten Pflanzen versorgen – mein Bericht vom Staudenmarkt im Botanischen Garten Berlin. Wie schon in den letzten beiden Jahren nutzte ich die Möglichkeit und fuhr mit der Gärtnerei Sarastro, bei der ich am Stand verkaufen half, die mehr als 700km Richtung Norden, um beim größten und für mich spannendesten Gartenmarkt des deutschsprachigen Raums dabei zu sein.


Pünktlich zum Wochenende verschlechterte sich das bis dahin sehr freundliche Wetter jedoch drastisch, sodass am Samstag nur wirklich echte Gartenfreaks am Markt zu finden waren. Sturmböen, Graupelschauer, Gewitter, Regen und wieder Sturmböen erschwerten das Schlendern durch die Standreihen, die auch heuer wieder mit umfangreichen Angeboten aufwarten konnten.


Hier sieht man links einen Teil unseres Standes während eines Graupelschauers und rechts den gesamten Stand mit Christian und Katharina Kreß. Das Dach hatten wir zur Sicherheit am Vorabend abgebaut, damit der Stand nicht umkippt, was bei anderen leider geschehen ist.


Wegen des warmen Wetters der letzten Wochen gab es kaum mehr Helleborus, dafür aber zahlreiche  bald blühende Stauden und auch viele Zwiebelpflanzen (Narzissen, Tulpen, Allium). Gartenfreunde kamen aber ganz sicher auf ihre Kosten: Neben vielerlei Raritäten für den Schatten und den Steingarten bekam man Rosen, Clematis, Gehölzraritäten, Gemüsepflanzen, Kakteen, Chili- und Tomatenpflanzen, Kartoffelknollen, Kräuter, geschmackvolle Deko, antiquarische Bücher, Gartengeräte, Erzeugnisse aus dem Garten (ein Stand mit Chiliprodukten zum Verkosten blieb mir besonders in Erinnerung) und kreative kulinarische Versorgung. Für Raritätensammler von besonderer Bedeutung waren Stände, die sich fast ausschließlich ein Gattung widmeten. Hier stachen besonders Hosta, Hepatica, Clematis, Lilien und Rosen hervor.


Am Sonntag war dann sonniges und trockenes Wetter, das viele Besucher zum Schlendern und Betrachten der vielen Pflanzen einlud. Wegen dem Wind wurde es aber leider nie so richtig gemütlich und der Glühweinstand machte ziemlich gutes Geschäft.


Mir gefallen am gesamten BoGa jedes Jahr wieder die naturnah gestalteten Waldbereiche am besten. Zur Zeit des Staudenmarkts zeigen stets die ersten Bäume zarte Blattspitzen, Lathyrus vernus, Corydalis cava, Anemone nemorosa und Bärlauch ergeben im eben noch kargen Frühjahr einen erfreulich grünen Teppich und die alten Bäume stehen den bei mir in Österreich heimischen Buchenwäldern in nichts nach.


Heuer schaffte ich es zwar schon wieder nicht in die Gewächshäuser, dafür aber in die Gehölzpflanzungen und zu den Steingärten des BoGas. In den weitläufigen Steingärten, die riesigen Hügeln gleichen, die sich nach Boden unterscheiden und die Flora der verschiedensten Erdteile repräsentieren, fand man etliche Blüten und viel verheißungsvollen Austrieb.


Wiesen von Chinodoxa, Muscari und Primula färbten die Flächen zwischen den Steinen bunt. Zarte Farben herrschten dagegen im trockenen Steppen- und Maccienbereich mit Ginster, Gräsern und angepassten Gehölzen. Zwischendurch stehen überall Gruppen von Pulsatilla, Fritillaria und anderen.



Besondere Freude machten mir einige Bloggerinnen und auch stille Mitleserinnen, die sich bei mir am Stand geoutet und ein paar Worte mit mit gewechselt haben. Es freut mich, euch getroffen zu haben!

Und dann war da noch der Amselmann, der von Freitag bis Sonntag im Busch neben unserem Stand unermüdlich gesungen hat. Er hat uns (und auch vielen anderen, die vorbeigegangen sind) Freude bereitet.


Kommentare:

  1. Danke für die wundervollen Eindrücke vom Staudenmarkt. Die Gewächshäuser solltest Du Dir unbedingt einmal anschauen, die sind ein Erlebnis für sich.

    lg kathrin

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  2. Ein schöner Bericht mit wunderbaren Bilder (gerade das erste Bild ist einfach herrlich mit dieser speziellen Lichtsituation!) - ich weiss nun, was ich unbedingt sehen muss, wenn ich einmal nach Berlin komme!

    Liebe Grüse Rosana

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  3. auch ich Danke sehr herzlichst für den wunderbaren Bericht und bedaure sehr dass Berlin doch zu weit für so einen Besuch entfernt ist.
    Ich wünsche Euch sehr , dass sich alle Mühe gelohnt hat.
    Und ein Tipp
    sehr lecker ist auch Saftpunsch aus eigenen Beerenfrüchten ohne Alkohol, immer mein Renner zum Winter, gerade Autofahrer, Feinschmecker, Familien schätzen diese Variante
    Frauke

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  4. Was für wundervolle Bilder, die Du diesen an sich schon sehr schönen Anlagen abgewonnen hast. Immer wieder bewundernswert, wie gut Du Bild und Stimmung einfängst. Auch Dein Bericht ist sehr gewinnend.

    Andreas

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  5. Kathrin, ich hätte mich auch geoutet, wäre ich dagewesen! Das ist ein schöner Markt, und als absoluter Staudenfan geht man dann auch mal bei schlechtem Wetter, es gibt ja die richtige Kleidung.
    Bei meinen Ausfällen hätte ich auch einen Staudenmarkt dringend nötig.
    Weiße Küchenschellen werde ich mir noch zulegen, wenn noch welche da sind, den Staudengärtnern geht es schlecht, so viele Ausfälle in diesem Jahr.

    Ich wünsche dir ein schönes Osterfest, Kathrin!

    Sigrun

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  6. Hallo,

    habe schon oft von diesem Staudenmarkt gehört, ist leider so weit weg von uns. Einfach schade wenn das Wetter nicht mitspielt, was echte Gartenfreaks natürlich nicht abhält!!!
    Wünsche dir noch frohe Ostern
    Dagmar

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  7. Schade, dass das Wetter so schlecht war, allerdings hast du wesentlich mehr Dinge wahrgenommen als wir "Einkäufer"... wir waren doch sehr auf Pflanzenkauf fixiert. ;-), irgendwann muss ich mir den Botanischen Garten mal ohne Staudenmarkt/ Ablenkung ansehen. Schöne Ostern und fröhliche Grüße Annette

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  8. Das erste Bild ist der Wahnsinn Kathrin!
    Schade, dass es gar so kalt und ungemütlich war. Da macht man sich so viel Mühe... Aber die Berliner scheinen sich nicht abhalten zu lassen :-)
    Bis bald mal wieder und noch Frohe Ostern!
    Renate

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